Filmfestspiele 16 Weltpremieren auf der Berlinale

21 Filme konkurrieren bei der diesjährigen Berlinale um den Goldenen Bären, darunter 16 Weltpremieren. Auch drei deutsche Filme bewerben sich um den Festivalgewinn. Für Glamour sollen Stars wie Will Smith, Catherine Deneuve und Julia Jentsch sorgen.


Deutsche Produktion "Sophie Scholl - Die letzten Tage" (mit Julia Jentsch und Fabian Hinrichs): Im Rennen um den Goldenen Bären
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Deutsche Produktion "Sophie Scholl - Die letzten Tage" (mit Julia Jentsch und Fabian Hinrichs): Im Rennen um den Goldenen Bären

Berlin - Zu den deutschen Beiträgen der Internationalen Filmfestspiele von Berlin (10. bis 20. Februar) zählt Marc Rothemunds bereits mit Spannung erwarteter Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" über das Leben der 1943 hingerichteten Widerstandskämpferin und Mitbegründerin der "Weißen Rose". Die Hauptrolle spielt Shooting Star Julia Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei").

Auch Christian Petzold ("Die innere Sicherheit") ist mit seinem neuen Film "Gespenster", einer deutsch-französischen Ko-Produktion, auf der Berlinale vertreten. Der Film erzählt die Geschichte einer Französin, deren Tochter als Kleinkind in Berlin entführt wurde. Nach jahrelanger Ungewissheit glaubt sie ihre Tocher in der Streunerin Nina (Julia Hummer) wieder gefunden zu haben. Als dritter deutscher Wettbewerbsbeitrag geht Hannes Stöhrs episodische Komödie "One Day in Europe" ins Rennen um den Goldenen Bären. Vor dem Hintergrund eines Champions-League-Finales werden Touristen in Moskau, Istanbul, Santiago de Compostela und Berlin in Diebstähle verwickelt - es kommt zu unterschiedlichsten Reaktionen und Emotionen. In der deutsch-spanischen Co-Produktion spielen u.a. Erdal Yildiz, Florian Lukas, Miguel Lira und Boris Arquier.

21 Filme sind in den Wettbewerb der 55. Berlinale aufgenommen worden, darunter 16 Weltpremieren, teilte das Filmfestival heute mit. Jury-Präsident ist der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich.

Auszug aus dem Festival-Programm:

- Der amerikanische Regisseur Wes Anderson, zuletzt mit der Familiengroteske "The Royal Tenenbaums" im Berlinale-Wettbewerb zu Gast, präsentiert mit "The Life Aquatic" eine ähnlich absurde Komödie über eine exzentrische Familie auf der Jagd nach einem mörderischen Hai. Bill Murray, Willem Dafoe, Anjelica Huston und Owen Wilson spielen die Hauptrollen. - Einen Blick in die Abgründe einer obsessiven amour fou im Großbritannien der fünfziger Jahre vermittelt David Mackenzie in "Asylum" (USA/Irland): Natasha Richardson spielt die Frau eines Psychiaters, die eine leidenschaftliche Affäre mit einem Patienten ihres Mannes beginnt. In weiteren Rollen spielen Sir Ian McKellen und Hugh Bonneville (Iris).

- Die US-Produktion "Sometimes in April" beschäftigt sich mit dem grausamen Bürgerkrieg in Ruanda. Der Film von Raoul Peck läuft als Weltpremiere im Wettbewerb, in den Hauptrollen sind Oris Erhuero, Idris Elba und Debra Winger zu sehen.

- Die letzten 48 Stunden im Leben zweier palästinensischer Selbstmordattentäter schildert die niederländisch-deutsch-französische Koproduktion "Paradise Now" von Hany Abu-Assad. Der Film ist ebenfalls eine Weltpremiere

- Der italienische Regisseur Stefano Mordini schildert in seinem Spielfilmdebüt "Provincia Meccanica", wie eine junge und unkonventionelle Familie an den gesellschaftlichen Normen zu zerbrechen droht. - In der dänischen Produktion "Anklaget" ("Accused") von Jacob Thuesen nimmt das Leben eines Familienvaters eine dramatische Wendung, als ihn seine Tochter eines schwerwiegenden Verbrechens bezichtigt. Auch Thuesen, bislang als Cutter und Dokumentarfilmer tätig, debütiert mit Anklaget als Spielfilmregisseur und präsentiert seinen Film im Berlinale-Wettbewerb als Weltpremiere.

- Der gefeierte amerikanische Video-Clip- und Kurzfilm-Regisseur Mike Mills liefert mit "Thumbsucker" ebenfalls sein Spielfilmdebüt ab. Der Film schildert die ebenso skurrile wie dramatische Odyssee eines jungen Teenagers in die Drogensucht. Die Hauptrollen spielen Lou Taylor-Pucci, Vincent D'Onofrio, Keanu Reeves und Tilda Swinton. - Vom Anzeigenleiter einer Sportillustrierten, der seinen Job an einen jungen Überflieger abtreten muss, erzählt Paul Weitz in "In Good Company" (USA). Dennis Quaid, Topher Grace und Scarlett Johansson spielen die Hauptrollen in dieser Geschichte um Konkurrenz, Karriere und Kontrollverlust, die in der vergangenen Woche in den USA anlief.

- Der russische Regisseur Aleksandr Sokurov präsentiert mit "Solnze/The Sun" (Russland/Italien/Frankreich) den dritten Teil seiner Trilogie über die Psychologie der Macht. Im Zentrum steht der japanische Kaiser Hirohito.

"Kinsey" zum Abschluss

Wie bereits bekannt, wird zur Eröffnung des Festivals wird der Film "Man to Man" des französischen Regisseurs Régis Wargnier gezeigt. Den Abschluss bildet - außer Konkurrenz - die amerikanisch-deutsche Koproduktion "Kinsey" von Bill Condon über den Sexualforscher Alfred C. Kinsey mit Liam Neeson in der Hauptrolle.

Ebenfalls außer Konkurrenz laufen auch die Weltpremiere des Episodenfilms "Tickets" (Italien/Großbritannien) von Ken Loach, Ermanno Olmi und Abbas Kiarostami sowie die romantische Komödie "Hitch" (USA) von Andy Tennant mit Hollywood-Star Will Smith. Glenn Close und Isabella Rossellini sind in "Heights" (USA/Großbritannien) zu sehen, dem Debütfilm von Regisseur Chris Terrio.

Für Glanz und Glamour soll auch in diesem Jahr eine ganze Anzahl nationaler und internationaler Stars sorgen. Zu den angekündigten Prominenten gehören Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Will Smith, Glenn Close, Isabelle Rossellini, Debra Winger und Julia Jentsch.

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