Filmfestspiele Venedig Fatih Akins "Soul Kitchen" im Wettbewerb

Trostpreis oder einfach nur eine zweite Chance? Weil sein neuer Film "Soul Kitchen" nicht rechtzeitig fertig wurde, schaffte es Fatih Akin nicht in den Wettbewerb von Cannes. Jetzt wurde er für die Filmbiennale von Venedig nominiert.


Rom/Hamburg - Er hätte beim wichtigsten Filmfestival der Welt in Cannes dabei sein können, doch Fatih Akins neuer Film "Soul Kitchen" wurde nicht rechtzeitig fertig. Jetzt kämpft der Regisseur aus Hamburg im Wettbewerb der 66. Filmbiennale von Venedig um den Goldenen Löwenen.

Mit "Soul Kitchen" in Venedig: Fatih Akin
DPA

Mit "Soul Kitchen" in Venedig: Fatih Akin

"Mit dem Film bei diesem renommierten Festival zu laufen, macht mich besonders stolz," so Akin etwas artig über seine Nominierung.

In "Soul Kitchen" erzählt der Regisseur die Geschichte eines Restaurants im Hamburger Unterschichts-Viertel Wilhelmsburg. Erfolgreich trotzt das "Soul Kitchen" jedem Versuch einer Veränderung, während die Welt draußen sich verändert.

"Die Geschichte könnte überall spielen. Gerade deshalb bezeichne ich 'Soul Kitchen' als Heimatfilm - Heimat als Ort der Familie und Freunde, wo Vertrauen, Liebe und Loyalität selbstverständlich sind. Und ein Ort, den es in einer zunehmend unberechenbaren Welt zu schützen gilt", gibt sich Fatih Akin auf geradezu volkstümliche Art globalisierungskritisch.

Der zweite Deutsche im Wettbewerb ist Werner Herzog (bekannt durch "Fitzcarraldo"). Er ist Regisseur der US-Produktion "Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans".

Für Deutschland ist zudem die Produktion "Women without men" im Wettbewerb vertreten - eine Arbeit der iranischen Videokünstlerin Shirin Neshat.

Insgesamt gehen 23 Filme und ein noch unbekannter Überraschungs-Beitrag ins Rennen um die höchste Auszeichnung des internationalen Filmfestivals, teilten Biennale-Präsident Paolo Baratta und der künstlerische Festivaldirektor Marco Müller am Donnerstag in Rom mit. Das Festival findet vom 2. bis 12. September statt.

Romauld Kamarkar ist in der Sektion "Orizzonti", in der es um neue Tendenzen des internationalen Film geht, mit seinem Dokumentarfilm "Villalobos" dabei. In der Nebenreihe des Autorenkinos "Venice Days - Giornate degli Autori" feiert Sherry Hormanns "Wüstenblume" Weltpremiere.

Der Film nach dem gleichnamigen autobiografischen Bestseller von Waris Dirie erzählt den Weg Diries vom afrikanischen Nomadenmädchen aus Somalia bis zum international bekannten Topmodel. Aus den USA kommen allein sechs Wettbewerbsfilme, aus Italien vier. Der amerikanisch-taiwanesische Starregisseur Ang Lee leitet die sechsköpfige Festival-Jury.

sha/dpa



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