Filmfestspiele Venedig Tarantino wird Chef am Lido

Seine erste wichtige Auszeichnung gewann er in Cannes, später war er dort Jury-Präsident, jetzt wechselt Quentin Tarantino zur italienischen Konkurrenz: 2010 leitet der Regisseur die Jury der Filmfestspiele von Venedig.

Quentin Tarantino: In Italy they call it la mostra
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Quentin Tarantino: In Italy they call it la mostra


Hamburg/Venedig - Traditionsreich, aber auch ziemlich dem alten Autorenkino verhaftet - in diesem Ruf standen die Filmfestspiele von Venedig lange Zeit. Bereits 2009 war das Programm erfreulich gut bestückt. Womöglich wird das Festival jetzt noch interessanter. Der amerikanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Quentin Tarantino leitet 2010 die Jury des Internationalen Filmwettbewerbs.

Festivaldirektor Marco Müller hatte den 47-Jährigen vorgeschlagen, teilte die Biennale-Leitung am Donnerstag in Venedig mit.

Die Jury wird vom 1. bis 11. September die Filme im 67. Wettbewerb begutachten und am Ende den Goldenen Löwen vergeben.

Quentin Tarantino gilt als der wichtigste und einflussreichste Regisseur seiner Generation - zuletzt brachte er 2009 mit "Inglourious Basterds" die so eigenwillige wie unverfrorene Geschichte einer jüdischen Freischärlergruppe ins Kino, die im besetzen Frankreich während des Zweiten Weltkriegs Jagd auf Nazis macht. Er hätte scheitern können - doch der Film gelang ihm auf ebenso großartige Weise wie seine frühen Meisterwerke "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction": In denen hatte Tarantino die Versatzstücke des amerikanischen Gangsterfilms mit viel Ironie neu zusammen gesetzt. Christoph Waltz, Hauptdarsteller von "Inglourious Basterds", erhielt für seine Darstellung des schillernden Nazis und Judenjägers Hans Landa den Oscar.

Bislang galt Tarantino eher als Cannes-Mann: 2004 war er Jurypräsident an der Croisette, bereits 1994 bekam er dort die Goldene Palme für "Pulp Fiction" - es war sein erster wichtiger Preis.

sha/dpa



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