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Filmfestspiele Venedig: Wenn die Gondeln Wenders tragen

Vom 1. bis 11. September verwandelt sich die Lagunenstadt Venedig in eine Film-Metropole - wie immer mit den Stars des europäischen Autorenkinos. Auch "Himmel über Berlin"-Regisseur Wim Wenders darf an den Lido - sein neuer Film läuft im Wettbewerb.

 Regisseur Wenders: Mit Sozialkritik an den Lido
AP

Regisseur Wenders: Mit Sozialkritik an den Lido

Rom/Berlin/Venedig - Emotional, intensiv und persönlich soll er sein: "Land of Plenty", der neue Spielfilm von Wim Wenders über Armut und Paranoia in Amerika, der bei den 61. Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt wird. Das neue Werk des "Himmel über Berlin"-Regisseurs läuft gemeinsam mit 20 weiteren Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen.

Die Filmbiennale vom 1. bis 11. September steht erstmalig unter der Leitung des italienischen Produzenten Marco Müller. Schwerpunkt ist auch in diesem Jahr - mit insgesamt 13 Produktionen - der europäische Film. "Bei unserem Festival wollen wir die besten Filme des Jahres von den besten Autoren zeigen", betonte Müller heute bei der Präsentation des Biennale-Programms in Rom.

Im Wettbewerb tummelt sich alles, was im Autorenkino Rang und Namen hat. Die indische Regisseurin Mira Nair, 2001 für "Moonsoon Wedding" mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, zeigt ihren neuen Film "Vanity Fair". Der israelische Filmemacher Amos Gitai präsentiert "Promised Land" mit Anne Parillaud und Hanna Schygulla in den Hauptrollen.

Auch Jonathan Glazers Film "Birth" mit Nicole Kidman und Lauren Bacall in den Hauptrollen wird in Venedig gezeigt. Das Drama erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der sich in eine ältere Frau (Kidman) verliebt und sich daraufhin für die Wiedergeburt ihres verstorbenen Ehemannes hält.

Neben großer Filmkunst und namhaften Regisseuren wird auch Glamour im großen Stil am Lido erwartet: Rund 80 Prozent aller Hauptdarsteller der Filme würden persönlich vertreten sein, sagte Müller.

Steven Spielbergs neuestes Werk "The Terminal" wird das Festival eröffnen. Das Drama um einen Reisenden, der auf einem Flughafen festsitzt, läuft allerdings außer Konkurrenz. Auch der Regisseur und Hauptdarsteller Tom Hanks werden zur Premiere erwartet. Insgesamt zeigt die Filmbiennale 71 Spielfilme, unter anderem von Regie-Legenden wie Claude Chabrol ("La demoiselle d'honneur") und Michelangelo Antonioni ("Eros").

Außer Konkurrenz werden bei der Biennale drei weitere deutsche Produktionen gezeigt: Oskar Roehlers "Agnes und seine Brüder" mit Katja Riemann, German Krals "Musica Cubana" und Edgar Reitz' "Heimat 3 - Chronik einer Zeitwende".

Präsident der Jury ist in diesem Jahr der britische Regisseur John Boorman ("Country of my Skull"). Unterstützt wird er unter anderem von "Goodbye Lenin"-Macher Wolfgang Becker und Regisseur Spike Lee, der selbst außerhalb des Wettbewerbs mit "She Hate Me" vertreten ist. Lees aktueller Film präsentiert Monica Bellucci, Woody Harrelson und John Turturro in einer bösen Satire über Machismo und Größenwahn.

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