Filmkomik Regisseur Gérard Oury gestorben

Die Regisseure der Nouvelle Vague brillierten Ende der Fünfziger mit Coolness und Intellekt. Gérard Oury bestach mit Gespür für Gags und Klamauk. Jetzt ist der französische Filmemacher, 87-jährig, gestorben.


"Ein Kino zu machen, das esoterisch und mysteriös ist oder bei dem man aus dem Telefonbuch vorliest, interessiert mich nicht", sagte Gérard Oury dem "Figaro" anlässlich seiner Aufnahme in die Akademie der schönen Künste im Jahr 2000. Stattdessen wurde er mit schrillen Komödien zum Unterhaltungsliebling Frankreichs.

Regisseur Oury: Institution der Komödie
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Regisseur Oury: Institution der Komödie

Von Amerikas Filmfarcen inspirierter Klamauk statt Nouvelle-Vague-Coolness war die Devise, als sich Oury, 1919 in Paris geboren, mit Louis de Funès zusammentat. Der Darsteller hatte den ausgebildeten Schauspieler ermahnt, dem ernsten Fach den Rücken zu kehren und sich der Komödie zu widmen. "Du bist ein Komödienautor, und du wirst dich niemals wirklich verwirklichen können, wenn du das nicht anerkennst", zitierte Oury einmal seinen Freund und Lieblingsdarsteller.

So wurde aus dem ehemaligen Comédie-Francaise-Mitglied und Exil-Schweizer während des Zweiten Weltkriegs der große Regiespaßmacher Frankreichs, der Filmkomikern wie de Funès, André Bourvil oder Pierre Richard zu internationalem Ruhm verhalf. Oury, der meist auch die Drehbücher zu seinen Filmen schrieb, drehte Evergreens des Klamauks wie "Le Corniaud" (1965), "La Folie des grandeurs" (1971) (beide mit de Funès) und "Das As der Asse" mit Jean-Paul Belmondo (1982).

Gérard Oury starb heute Morgen im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Saint-Tropez.

dan/AFP/dpa



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