Filmkritik "2 Männer - 2 Frauen - 4 Probleme?"

Fremdgänger und Betrogene treffen sich in Venedig zum Tête-à-Tête




"2 Männer - 2 Frauen - 4 Probleme?" Vermutlich ist der Titel ein ausgekochter Trick des Verleihs, der bewirken soll, daß alle Kritiker schreiben: Ach, so lausig wie der Titel ist dieser Film gar nicht. Es geht einerseits um einen charmant-finanzschwachen Maler samt kellnernder Gattin; andererseits um einen verbiesterten Karriere-Anwalt samt fremdgehender Bankersgemahlin. Zwei Paare: hie studentische Behelfsboheme, da Neokonservatismus. Weil die Kellnerin (Aglaia Szyszkowitz) dem Anwalt (Heino Ferch) beweisen will, daß ihre jeweiligen Angetrauten miteinander die Matratze teilen, verschleppt sie ihn an den Tatort des Ehebruchs: Venedig, wie schön. Für dieses Gatten-Napping verbraucht Regisseurin Vivian Naefe zwei Drittel der Filmzeit, etliche alte - und, zugegeben, ein paar sympathische neue - Gags und die Geduld der Zuschauer, denn die ahnen bald, was die beiden Betrogenen in der Stadt der Liebe ereilen wird: Amore. Wie nett.

DER SPIEGEL 10/1998 - Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags



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