Bester deutscher Film Goldene Lola für "Die andere Heimat"

Der Gewinner heißt "Die andere Heimat": Das Schwarz-Weiß-Drama wurde als bester deutscher Film mit einer Goldenen Lola ausgezeichnet. Weitere Sieger bei der Gala zum Deutschen Filmpreis waren Jördis Triebel, Dieter Hallervorden - und ein Pferdefilm.


Berlin - Virtuose Kunst schlägt knallige Komödie: Die Goldene Lola für den besten deutschen Spielfilm erhielt am Freitagabend in Berlin der 81-jährige Regisseur Edgar Reitz für sein vierstündiges Schwarz-Weiß-Geschichtsepos "Die andere Heimat". Der ebenfalls nominierte Publikumsrenner "Fack ju Göhte" musste sich mit dem undotierten Sonderpreis für den mit sieben Millionen Zuschauern besucherstärksten Film begnügen. Die Lola in Silber ging an den Alpen-Western "Das finstere Tal", den Bronze-Preis erhielt das deutsch-norwegische Frauen-Drama "Zwei Leben" von Georg Maas.

Zu Tränen gerührt war Jördis Triebel, die bei der Verleihung des 64. Deutschen Filmpreises für ihre Leistung in der DDR-Fluchtgeschichte "Westen" von Christian Schwochow ("Der Turm") als beste Schauspielerin geehrt wurde. Als bester Schauspieler wurde Dieter Hallervorden für seine Rolle als Marathonläufer in "Sein letztes Rennen" von Kilian Riedhof ausgezeichnet. "Für mich bedeutet der Preis eine große Genugtuung", sagt er. Die Auszeichnung sei eine saftige Ohrfeige für jene Kritiker, die ihn stets als Komödianten abgewatscht hätten.

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Deutscher Filmpreis: Eine Gala, 16 Lolas, 1800 Gäste
Ganz groß räumte der düstere Alpen-Western "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska ab, der gleich acht Auszeichnungen einheimste: Tobias Moretti nahm die Ehrung als bester Nebendarsteller entgegen, weitere Preise gab es unter anderem für Kamera, Maske, Kostüm und Filmmusik. Die Lola für die beste weibliche Nebenrolle ging an Sandra Hüller für ihre Darstellung in "Finsterworld".

Der krebskranke Helmut Dietl dankte seiner Frau

Einen sehr emotionalen Moment gab es vor 1800 Gästen im Berliner Tempodrom, als der krebskranke Regisseur Helmut Dietl ("Schtonk", "Zettl") die Goldene Lola für sein Lebenswerk entgegennahm. Der 69-Jährige dankte seiner Frau, deren fürsorgliche Pflege seinen Auftritt an diesem Abend ermöglicht habe. Dietl nahm die Auszeichnung von Comedystar Michael "Bully" Herbig entgegen, der über ihn sagte: "Er hat Filmgeschichte geschrieben, Meisterwerke geschaffen."

Den undotierten Bernd-Eichinger-Preis, der an den verstorbenen Produzenten von Filmen wie "Das Parfum" erinnert, erhielten die Macher des Films "Das Mädchen Wadjda" aus Saudi-Arabien. Gerhard Meixner und Roman Paul nahmen die Ehrung vom deutschen Hollywoodregisseur Roland Emmerich entgegen.

Als bester Dokumentarfilm wurde "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" von Arne Birkenstock ausgezeichnet, den Kinderfilm-Preis erhielt das Pferdeabenteuer "Ostwind" von Regisseurin Katja von Garnier.

mxw/dpa/AFP

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insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
sinasina 10.05.2014
1. Problem mit der Auszeichnung
Bei Herrn Hallervorden habe ich ein Problem mit der Auszeichnung.
ththt 10.05.2014
2.
Es wäre vielleicht noch ganz nützlich gewesen, kurz zu sagen worum es in den Filmen geht.
snoop69 10.05.2014
3. @sinasina
Sie hätten sich vielleicht den Film mit Hallervorden ansehen sollen, ohne Zweifel einer der besten deutschen Filme des letzten Jahres....
fritze28 10.05.2014
4. hallervorden
ist der einziger der den preis verdient. die preise sind eh von einer ABHÄNGIGEN jury vergeben. wenn ich schon die angebliche Präsidentin des vereins sehe wird mir schlecht. sie hat scheinbar keinen anderen platz bekommen, da hat die Lobby sie auf diesen posten gesetzt.
Peter Werner 10.05.2014
5.
Den ach so hochgejubelten Siegerfilm wollten sich freiwillig ganze 117951 Menschen im Kino ansehen (Quelle: http://www.heimat123.de/news.htm) Ein wahrhaft bahnbrechender Erfolg für den deutschen Film, Gratulation. Auf einen Vertrieb im Ausland wurde wohl aus weiser Voraussicht ganz verzichtet.
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