München/Berlin - Steffen Kuchenreuther ist tot. Der Organisator des Deutschen Filmballs starb am Sonntag im Alter von 65 Jahren. "Er ist heute Nachmittag um 15.40 Uhr gestorben, an Lungenkrebs in der Uniklinik in München", bestätigte sein Bruder Thomas Kuchenreuther.
Eigentlich hatte Steffen Kuchenreuther am Samstag noch zum glamourösen Deutschen Filmball in München gehen wollen. Dort, im Nobelhotel Bayerischer Hof, hätte er vielleicht ein bisschen getanzt oder sich mit Filmschaffenden und Schauspielern über neue Projekte unterhalten. Doch der Filmproduzent und Kinobetreiber musste am Samstag in eine Klinik in der bayerischen Landeshauptstadt eingeliefert werden, wie eine Familienangehörige mitteilte.
Der langjährige Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) starb wenige Stunden später, nur einen Tag nach dem Filmball. An diesem Wochenende hatten sich die Größen des deutschen Films zu gleich zwei Großevents in München getroffen: Filmpreis am Freitag und Filmball am Samstag. Schauspielgrößen wie Maximilian Schell, Nadja Uhl oder Christine Neubauer waren dafür angereist.
Eine Größe in der bayerischen Kinowelt
Als Präsident der SPIO vertrat Kuchenreuther von 1997 bis 2012 die Interessen der deutschen Film-, Fernseh- und Videowirtschaft. Als Vertreter des Dachverbands von derzeit 17 Berufsverbänden repräsentierte er mehr als 1100 Mitgliedsfirmen. Im vergangenen Jahr übernahm dann die Berliner Filmproduzentin und -verleiherin Manuela Stehr dieses Amt.
Erst im November war Kuchenreuther für sein Engagement an der Schnittstelle zwischen Produzenten, Verleihern und Filmtheatern in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Herbert-Strate-Preis ausgezeichnet worden. Der Produzent und Kinobetreiber war außerdem Träger des Bundesverdienstkreuzes. Darüber hinaus engagierte er sich in vielen Organisationen. So war er viele Jahre Vizepräsident des europäischen Kinoverbandes, Präsident des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater und Vorstandsmitglied des Wirtschaftsverbandes der Filmtheater Bayern.
Der aus Erlangen stammende Kuchenreuther war vor allem in der bayerischen Filmbranche eine Größe. In München betrieb er mehrere Kinoketten, darunter die MünchnerFreiheit-Kinos und die Leopold-Kinos. Er hatte sich 2012 auch dafür stark gemacht, dass der Deutsche Filmball weiterhin in München bleibt und nicht nach Berlin umzieht. Zur Begründung hatte Kuchenreuther gesagt: "Der alljährliche Andrang auf die begehrten Tickets belegt, dass der Deutsche Filmball und die Filmstadt München perfekt zusammen passen."
lgr/dapd/dpa
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