Französischer Kino-Star Jean-Claude Brialy ist tot

François Truffauts Filme lebten von seiner Eleganz, Romy Schneiders Mutter fand ihn höflicher als Alain Delon: Jean-Claude Brialy war einer der stilprägenden Darsteller der Nouvelle Vague.


Paris - Der Schauspieler und Regisseur starb im Alter von 74 Jahren in Paris. Nach Angaben seiner Angehörigen starb Brialy an den Folgen einer langen Krankheit. Den internationalen Durchbruch brachte ihm der Film "Les cousins" ("Schrei, wenn Du kannst") von Claude Chabrol im Jahr 1959.

Schauspieler Brialy: Romy Schneider nannte ihn Papa
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Schauspieler Brialy: Romy Schneider nannte ihn Papa

Seine große Muse war Romy Schneider. Sie nannte ihn "Papa" und verehrte ihn wie einen Bruder, wie Brialy kürzlich im SPIEGEL in einem seiner letzten Interviews sagte.Als Regisseur drehte er mit ihr im Jahr 1974 den Film "Un amour de pluie", der deutsche Titel lautet "Sommerliebelei".

Jean-Claude Brialy spielte in über 180 Filmen. Sein Debüt gab er in Jaques Rivettes Kurzfilm "Le coup du berger", in dem der Regisseur selbst sowie François Truffaut, Claude Chabrol und Jean-Luc Godard mitspielten. In ihren Filmen entwickelte sich Brialy zu einem der führenden Darsteller der Nouvelle Vague. Truffaut und Brialy waren auch privat eng befreundet.

Eine seiner schönsten Figuren verkörperte er neben Anna Karina und Jean-Paul Belmondo in Godards "Une femme est une femme" ("Eine Frau ist eine Frau") aus dem Jahr 1961. Eric Rohmer besetzte ihn 1970 für seinen Liebesfilm "Le genou de Claire" ("Claires Knie"), 1974 trat er in Luis Buñuels surrealistischem Meisterwerk "Le fantôme de la liberté" ("Das Gespenst der Freiheit") auf. Seine großen Nebenrollen hatte er 1976 in "L'Année Sainte" ("Zwei scheinheilige Brüder") von Jean Girault und 1994 in "La reine Margot" ("Die Bartholomäus-Nacht") von Patrice Chéreau.

Brialy wurde am 30. März 1933 in Algerien geboren. Er war der Sohn eines Generals. Zum ersten Mal stand er als Fünfjähriger bei einem Schulfest auf der Bühne. Für seine Schauspielkarriere entschied er sich gegen den Willen seiner Eltern, die für ihn eine Offizierslaufbahn angestrebt hatten.

bos/dpa



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