Kino "Pretty Woman"-Regisseur Garry Marshall ist tot

Er war Hollywoods Spezialist für romantische Komödien wie "Pretty Woman" oder "Plötzlich Prinzessin". Zuvor hatte Garry Marshall schon TV-Geschichte geschrieben. Nun ist der Regisseur gestorben, er wurde 81 Jahre alt.

Julia Roberts, Garry Marshall (1934-2016)
REUTERS

Julia Roberts, Garry Marshall (1934-2016)


Garry Marshall habe "Freude, Lachen und ein enormes Herzklopfen" auf die große Leinwand ebenso wie auf die Fernsehschirme gebracht, würdigte der Vorsitzende der Directors Guild of America, Paris Barclay den so talentierten Geschichtenerzähler.

Mit Julia Roberts als Straßenmädchen und Richard Gere als reichem Freier in "Pretty Woman" inszenierte Marshall 1989 seinen größten Filmhit. Er erzählte das Märchen vom Aschenputtel noch einmal überzeugend neu, stattete es bei wenig Aufwand mit großen Effekten aus, und schuf somit einen Klassiker, der weltweit über 450 Millionen Dollar einspielte und bis heute regelmäßig im Fernsehen wiederholt wird.

Der Film verhalf Julia Roberts zum Durchbruch, eine Rolle, die Marshall für etliche Schauspielerkarrieren hatte. So wurde Robin Williams durch seine Rolle in der Sitcom "Mork vom Ork" einer breiten Öffentlichkeit bekannt. (Williams sei nun einmal der einzige Alien gewesen, der sich beworben habe, sagte Marshall einmal.) Und Anne Hathaway wurde mit der Komödie "Plötzlich Prinzessin" von 2001 zum Star.

Der in New York geborene Sohn einer Tanzlehrerin und eines Filmregisseurs begann seine Karriere im Showgeschäft in den Fünfzigerjahren als Gagschreiber für Fernsehsendungen, unter anderem für die "Tonight Show" mit Jack Paar.

Seinen ersten Erfolg als Regisseur hatte er in den Siebzigerjahren mit der auch in Deutschland gezeigten TV-Comedy-Serie "Männerwirtschaft" ("The Odd Couple"). Fernsehgeschichte schrieb Marshall danach auch mit der legendären Sitcom "Happy Days". Es folgte noch "Mork vom Ork", dann begann er, Spielfilme zu drehen.

Mit "Flamingo Kid" (1984, mit Matt Dillon), "Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser" (1987, mit Goldie Hawn) und "Freundinnen" (1988, Bette Midler und Barbara Hershey) etablierte er sich als Spezialist für zu Herzen gehende Komödien, "Pretty Woman" war dann sein Meisterstück.

Das Erfolgsteam von "Pretty Woman" kam 1999 für "Die Braut, die sich nicht traut" ein weiteres Mal zusammen. Dazwischen drehte Marshall unter anderem mit Michelle Pfeiffer und Al Pacino "Frankie und Johnny", über den die "FAZ" schrieb", er sei "das Leben, so echt wie die Rose."

Auch im höheren Alter blieb Garry Marshall sein Gespür für anrührende und komische Geschichten treu, mit "Plötzlich Prinzessin" oder dem Episodenfilm "Valentinstag" (2010) gelangen ihm weitere Kassenknüller. Zuletzt drehte er "Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel" mit Jennifer Aniston, Kate Hudson und Julia Roberts. Die Komödie soll Ende August in den deutschen Kinos anlaufen.

Am Dienstag nun ist Garry Marshall im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in Burbank bei Los Angeles gestorben. Nach Angaben seines Sprechers erlag er einer Lungenentzündung, die er nach einem Schlaganfall erlitten hatte.

feb/AFP/AP/Reuters/dpa



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