Geleaktes Drehbuch Tarantino verklagt Website "Gawker"

Das könnte teuer werden: Quentin Tarantino hatte die Arbeiten zu seinem neuen Western "The Hateful Eight" abgebrochen, weil das Drehbuch geleakt worden war. Jetzt will der Regisseur Schadensersatz von der Website "Gawker".

Regisseur Tarantino: "Sehr, sehr niedergeschlagen"
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Regisseur Tarantino: "Sehr, sehr niedergeschlagen"


Los Angeles - Quentin Tarantino wirft der Website "Gawker" vor, das illegal geleakte Drehbuch seines neuesten Filmprojekts verbreitet zu haben. Dass das 146-Seiten-Dokument lange vor Drehbeginn zu "The Hateful Eight" im Internet abrufbar war, bewog den Oscar-Gewinner, die Arbeit an dem Film abzubrechen. Nun hat Tarantino "Gawker" auf Schadensersatz verklagt.

Die Website hatte in einer Meldung Links zu anderen Seiten veröffentlicht, auf denen das Drehbuch zum Download abrufbar war, unter anderem auf das Portal AnonFiles.com. Der Klage zufolge hat "Gawker" das geleakte Drehbuch lanciert und verbreitet. Für jede dieser Urheberrechtsverletzungen will Tarantino mehr als eine Million Dollar. Dass "Gawker" die Urheberrechtsverletzung befördert und die Öffentlichkeit dazu ermutigt habe - darin lasse sich nichts Berichtenswertes oder Journalistisches erkennen, heißt es in der Klageschrift.

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"The Hateful Eight": Erst geleakt - dann eingestampft
Auf AnonFiles lassen sich Dokumente anonym hochladen. Allerdings weist die Website darauf hin, dass Nutzer für Material, das Urheberrechte verletzt, zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem würden illegal hochgeladene Dokumente entfernt.

"Gawker"-Chefredakteur John Cook bestritt, dass die Website eine Urheberrechtsverletzung begangen habe. Man habe lediglich einen Link zu der Seite veröffentlicht, auf der das 146-Seiten-Dokument abrufbar sei. "Gawker" habe nichts damit zu tun, dass das Drehbuch vorab im Internet aufgetaucht sei, sagte Cook. Er wisse auch nicht, wer das Dokument auf AnonFiles.com hochgeladen habe. Man habe durch die Veröffentlichung des Links nur die normale Arbeit gemacht, so Cook: "Leute auf Nachrichten und Informationen aufmerksam zu machen, auf die sie neugierig sind."

In der Klageschrift wird detailliert aufgeführt, wie Tarantino am 21. Januar von dem Leak erfuhr und wie er dies im Interview mit der Website "Deadline Hollywood" thematisierte. Er sei "sehr, sehr niedergeschlagen" gewesen, sagte Tarantino. Er wolle den Stoff nun zunächst als Comic oder Buch auf den Markt bringen.

ulz/Reuters/AP



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insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
icecold 28.01.2014
1. Geleaktes Drehbuch
wie daemlich muss man sein eine solches Denglish Wort zu verwenden? Das ist oberpeinlich.
Paul Panda 28.01.2014
2. ach leak mich doch ...
geleakt? Manche Worte lassen sich in Englisch zweifellos schneller und einfacher sagen, aber ein "Blatt" wie SPON hat auch die Aufgabe, sich um die Pflege der Sprache zu kümmern. Für "rating", "download", "geoutet" und auch "leaked" gibt es auch wohlklingende deutsche Umschreibungen. Ihr müsst nur Euer Hirn ein wenig anstrengen. Was hier manchmal geboten wird, ist einfach nur noch Sprachschlamperei.
steve_burnside 28.01.2014
3. Recht hat er.
Ich wünsch ihm allen Erfolg.
nurmeinsenf 28.01.2014
4. Was doof.
Tarantino-Fans hätten sich mit Sicherheit angeschaut, was Tarantino aus dem Drehbuch macht. Wer will schon statt guter Kinounterhaltung einen Comic?
Indigo76 28.01.2014
5.
Zitat von sysopAPDas könnte teuer werden: Quentin Tarantino hatte die Arbeiten zu seinem neuen Western "The Hateful Eight"abgebrochen, weil das Drehbuch geleakt worden war. Jetzt will der Regisseur Schadensersatz von der Website Gawker. http://www.spiegel.de/kultur/kino/geleaktes-drehbuch-quentin-tarantino-verklagt-website-gawker-a-945880.html
Ich finde diese Millionenklagen in den USA normalerweise ziemlich affig, aber in diesem Fall wünsche ich Mr Tarantino viel Erfolg. Pressefreiheit ist eines der wichtigsten Dinge in einem demokratischen Staat, aber die Willkür der Presse, gerade in den letzten Jahren, muss dringend eingedämmt werden. Privatsphäre (auch die von Regiseuren) geht vor öffentliches Interesse!
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