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Gestoppter Staatszuschuss: Streik der filmenden Finnen

Aki Kaurismäki, Finnlands berühmtester Regisseur, droht, die Dreharbeiten ruhen zu lassen; 30 weitere Filmschaffende wollen dasselbe tun. Begründung der Arbeitsverweigerung: Die Regierung habe die Filmförderung nicht wie versprochen erhöht.

Am Montag veröffentlichten finnische Regisseure und Produzenten laut Wiener Tageszeitung "Der Standard" ein Protestschreiben wider den staatlichen Geiz. In dem Schreiben drohen sie, nichts mehr auf Zelluloid zu bannen, ehe der Staat nicht die Fördermittel aufstockt. Filmschauspieler, Regisseur, Autor und Produzent Aki Kaurismäki ist Mitverfasser der Streitschrift. Jörn Donner, ein künstlerischer Weggefährte des verstorbenen schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman, ebenfalls.

Finnlands Star-Regisseur Kaurismäki: Streitschrift wider den staatlichen Geiz
DPA

Finnlands Star-Regisseur Kaurismäki: Streitschrift wider den staatlichen Geiz

Das Schreiben richtet sich hauptsächlich gegen den finnischen Kulturminister Stefan Wallin. Zentraler Vorwurf: Wallin habe sein Versprechen, die Filmförderung um 80 Prozent zu erhöhen, gebrochen. Im Budgetvorschlag für 2008 seien die avisierten 1,2 Millionen Euro Fördergeld nicht enthalten. Damit sei die Filmförderung für 2008 gleich niedrig veranschlagt wie im aktuellen Jahr.

Die genaue Höhe der staatlichen Unterstützung sei im Budgetentwurf doch noch gar nicht festgelegt, protestierte der Kulturminister. Man könne sich sicher sein: Er sei nach wie vor für eine faire Förderung von Kunst und Kultur, zitiert ihn die BBC; der finanzielle Spielraum sei jedoch gering.

Das Independent- und Arthouse-Kino sei traditionell auf staatliche Förderung angewiesen, sagten die Regisseure und Produzenten. Sollte man die Geldmittel nicht aufstocken, werde der finnische Film Schaden davontragen. Ein viel größerer Schaden entstehe, wenn die Filmkünstler nicht mehr filmen, widersprach Wallin gegenüber dem "Standard".

Es ist nicht das erste Mal, dass der exzentrische Regisseur Kaurismäki durch unkonventionelle Aktionen auffällt. Als man seinen Film "Lichter in der Dämmerung" für eine Oscar-Nominierung einschickte, verweigerte er die Unterschrift und verlangte vom nationalen Filminstitut die Einstellung aller Nominierungs-Aktivitäten.

Bereits 2003 hatte Kaurismäki seine Teilnahme an der Preisverleihung in Los Angeles abgesagt. Damals war er mit seinem Film "Der Mann ohne Vergangenheit" nominiert gewesen.

ssu

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