Preisverleihung "La La Land" dominiert die Golden Globes

Der Top-Favorit ist seiner Rolle gerecht geworden: "La La Land" ist mit sieben Golden Globes ausgezeichnet worden. Der deutsche Kandidat "Toni Erdmann" ging leer aus. Die Gewinner im Überblick.

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Triumph für Regisseur Damien Chazelle und seine Hauptdarsteller Ryan Gosling und Emma Stone: Das Musical "La La Land" hat insgesamt sieben Preise bei der 74. Verleihung der Golden Globes erhalten. Das ist neuer Rekord bei des Globes. Bislang hielten "Einer flog über das Kuckucksnest" und "Midnight Express" die Bestmarke mit je sechs Trophäen.

"La La Land", eine Hommage an das goldene Zeitalter des Musicals, war bei der Gala mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. In der Kategorie "Bestes Musical/Komödie" setzte sich "La La Land" gegen "20th Century Women", "Deadpool", "Florence Foster Jenkins" und "Sing Street" durch.

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Außerdem setzten sich Gosling und Stone bei den Hauptdarstellern durch, Chazelle wurde für die beste Regie und das beste Drehbuch geehrt. Die beiden weiteren Preise gab es für den besten Song und die beste Filmmusik.

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Golden Globes 2017: Das sind die Gewinner

Der Film "Moonlight" von Regisseur Barry Jenkins gewann den Golden Globe als bestes Filmdrama. Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wurde für "Elle" mit dem Golden Globe als beste Drama-Schauspielerin ausgezeichnet. Casey Affleck nahm seinen ersten Golden Globe als bester Drama-Darsteller für seine Rolle in dem berührenden Familiendrama "Manchester by the Sea" entgegen.

Moderator Jimmy Fallon, Nachfolger des "bösen Briten" Ricky Gervais, nahm in seinem Eröffnungsmonolog den künftigen US-Präsidenten Donald Trump auf die Schippe. Die Hauptfigur in der Komödie "Florence Foster Jenkins" sei die schlechteste Opernsängerin aller Zeiten gewesen. "Und selbst sie hat es abgelehnt, bei Donald Trumps Amtseinführung aufzutreten", sagte Fallon.

Streep hält emotionale Rede gegen Trump

Auch Schauspielerin Meryl Streep hielt eine engagierte Rede gegen Trump. "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle", sagte Streep unter Tränen bei der Entgegennahme des Cecil B. Demille Preises für ihr Lebenswerk. Die eindrücklichste Szene des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern als Trump in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft habe. "Dieser Instinkt, andere zu demütigen, zieht sich in den Alltag von uns allen."

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern. "Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen außer Football und Mixed Martial Arts", sagte Streep über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump ein großer Fan ist.

Die Vater-Tochter-Geschichte "Toni Erdmann" der deutschen Regisseurin Maren Ade ging hingegen leer aus. Mit dem Preis in der Sparte "bester nicht-englischsprachiger Film" wurde der französische Film "Elle" ausgezeichnet. Der französische Leinwandstar Isabelle Huppert spielt in dem Vergewaltigungsdrama von Regisseur Paul Verhoeven die Hauptrolle.

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Mode bei den Golden Globes: Rosa Stars

Der bislang letzte deutsche Film, der den Golden Globe als bester Auslandsfilm nach Deutschland holte, war 2010 das Schwarz-Weiß-Drama "Das weiße Band" von Michael Haneke. "Toni Erdmann" ist in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat.

Die Golden Globes gelten auch immer als trendbestimmend für die Oscar-Verleihung Ende Februar. So gewann 2016 Alejandro G. Iñárritu sowohl bei den Globes als auch bei den Oscars den Preis für die beste Regie ("The Revenant"). Ebenso gewannen Leonardo DiCaprio ("The Revenant") und Bree Larson ("The Room") jeweils Auszeichnungen für die beste Hauptrolle.

Erfolge für TV-Serien "The Crown" und "Atlanta"

Bei den TV-Auszeichnungen ist "The Crown" über die britische Königin Elisabeth II. als beste Dramaserie ausgezeichnet worden. Für die Titelrolle der Netflix-Reihe gewann Claire Foy auch den Preis als beste Schauspielerin in einer Dramaserie.

Der Preis für die beste Comedyserie ging an das in Deutschland beim Pay-TV-Sender Fox laufende "Atlanta". Dessen Erfinder Donald Glover gewann auch den Preis als bester Hauptdarsteller in einer Komödienreihe. Er spielt in der Serie des US-Kleinsenders FX einen gescheiterten Alleingänger, der zum Manager seines rappenden Cousins wird.


Die Golden-Globe Preisträger 2017 im Überblick:

KATEGORIE FILM

Bestes Filmdrama: "Moonlight"

Beste Komödie/Musical: "La La Land"

Bester Schauspieler in einem Filmdrama: Casey Affleck ("Manchester By The Sea")

Beste Schauspielerin in einem Filmdrama: Isabelle Huppert ("Elle")

Bester Schauspieler in einer Komödie/Musical: Ryan Gosling ("La La Land")

Beste Schauspielerin in einer Komödie/Musical: Emma Stone ("La La Land")

Bester Nebendarsteller: Aaron Taylor-Johnson ("Nocturnal Animals")

Beste Nebendarstellerin: Viola Davis ("Fences")

Beste Regie: Damien Chazelle ("La La Land")

Bestes Drehbuch: Damien Chazelle ("La La Land")

Beste Filmmusik: Justin Hurwitz ("La La Land")

Bester Filmsong: "City of Stars" (''La La Land")

Bester Animationsfilm: "Zootopia"

Bester nicht englischsprachiger Film: "Elle"

KATEGORIE FERNSEHEN

Beste Serie - Drama: "The Crown" (Netflix)

Bester TV-Darsteller - Drama: Billy Bob Thornton ("Goliath")

Beste TV-Darstellerin - Drama: Claire Foy ("The Crown")

Beste Serie - Komödie/Musical: "Atlanta" (FX)

Bester TV-Schauspieler - Komödie/Musical: Donald Glover ("Atlanta")

Beste TV-Schauspielerin - Komödie/Musical: Tracee Ellis Ross ("black-ish")

Beste Miniserie: "The People v. O.J. Simpson: American Crime Story" (FX)

Bester Schauspieler Miniserie: Tom Hiddleston ("The Night Manager")

Beste Schauspielerin Miniserie: Sarah Paulson ("The People v. O.J. Simpson: American Crime Story")

Bester Nebendarsteller Miniserie: Hugh Laurie ("The Night Manager")

Beste Nebendarstellerin Miniserie: Olivia Colman ("The Night Manager")

max/dpa/AP

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