Hollywood-Spottpreis "Goldene Himbeere" Tut uns leid, aber ihr habt gewonnen

Die "Goldene Himbeere" ist ein Preis, den sich niemand gern ins Regal stellt. Damit werden die schlechtesten Filme und Schauspieler des Jahres abgewatscht - hier sind die Ausgezeichneten 2018.

AP

Der Film habe keinen Plot, sei sexistisch, enthalte unverhohlene Schleichwerbung und krude Hitler-Anspielungen - Kritiker auf der ganzen Welt hassen das Actionspektakel "Transformers: The Last Knight". Insofern war es wenig überraschend, dass die Jury der Schmäh-Trophäe "Goldene Himbeere" den Film gleich in neun Kategorien nominierten. Aber nun gab es doch eine Überraschung: Der Actionfilm ging neunmal leer aus.

Stattdessen gingen gleich vier "Goldene Himbeeren" an "Emoji - Der Film". Zum ersten Mal in der 38-jährigen Geschichte der Spottpreise sei ein Animationsfilm als "schlechtester Film" gekürt worden, so die Verleiher, die auch den Regisseur und die Drehbuchautoren des Streifens mit Himbeeren bedachten.

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Goldene Himbeere 2018: Das sind die schlechtesten Filme des Jahres

Für SPIEGEL ONLINE hatte sich Netzwelt-Redakteur Markus Böhm durch die 91 Minuten des Films gequält. Sein Fazit: Unterm Strich sei es wohl sinnvoller, seine Zeit dafür zu investieren, einem Kollegen ein Kackhaufen-Emoji zu schicken, als über die Botschaft des Films nachzudenken.

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Sony-Blockbuster: Das ist "Emoji - Der Film"

Der Erotikfilm "Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe" bekam zwei Schmach-Auszeichnungen: für Kim Basinger als Nebendarstellerin und als schlechteste Fortsetzung. Eine nachvollziehbare Wahl: Der Inhalt sei so schnell erzählt, wie man "Sex" sagen kann, war das Urteil von SPIEGEL-ONLINE-Rezensentin Anne Haeming, die in dem Film stattdessen "50 Schattierungen von Galle" entdeckte.

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"Shades of Grey 3": Befreite Lust? Befreiter Hass!

Bei den Männern wurde Tom Cruise als Hauptdarsteller in "Die Mumie" genannt, Oscar-Preisträger Mel Gibson als Nebendarsteller in der Komödie "Daddy's Home 2 - Mehr Väter, mehr Probleme!" und Tyler Perry als schlechteste Schauspielerin in der Drag-Rolle in "Tyler Perry's Boo 2! A Madea Halloween".

In Anlehnung an die Oscars wurde ein Video mit einem "In Memoriam"-Segment gezeigt. Damit wird normalerweise an verstorbene Filmschaffende erinnert. Die Verleiher der Himbeeren zeigten Fotos von Harvey Weinstein, Woody Allen, Kevin Spacey und anderen Männern aus der Unterhaltungsbranche, denen sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden. "Es tut uns leid, aber wir werden euch nicht vermissen", hieß es am Ende.

Die "Razzies" wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Rund tausend Mitglieder des Verbands, darunter Filmkritiker aus den USA und 26 weiteren Ländern, stimmen ab. Die "Gewinner" werden traditionell am Tag vor der Oscar-Verleihung bekannt gegeben.

vet/dpa



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vulcan 03.03.2018
1. Na ja
Die 'in memoriam' Sparte ist schon recht heftig - klingt ein bisschen zu sehr nach zufriedener Selbstgerechtigkeit und Moralisierung. Oder ist da schon jemand wegen irgendetwas verurteilt? Vorwürfe und üble Nachrede reichen wohl schon.
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