Goldene Himbeere Dreifache Schmach für Will Smith

Schlechtestes Leinwandpaar, schlechtester Haupt- und Nebendarsteller: Für Will Smith und seinen Sohn Jaden hagelte es am Samstag Goldene Himbeeren. Genauso schlecht wie ihr Science-Fiction-Debakel "After Earth" schnitt bei dem berühmten Schmähpreis nur eine Komödie ab.

Sony Pictures

Los Angeles - Was sind Hollywoods schlechteste Filme? Nach Meinung der Razzie-Preisverleiher "After Earth" und "Movie 43". Am Vorabend der Oscar-Gala haben Will und Jaden Smith für ihren Science-Fiction-Film "After Earth" gleich drei Goldene Himbeeren erhalten. Vater und Sohn wurden zum schlechtesten Leinwandpaar sowie zum schlechtesten Hauptdarsteller und Nebendarsteller gekürt. Der Film hatte in den USA eine Kontroverse darüber ausgelöst, ob er Propaganda für Scientology darstelle, und gilt auch als kommerzieller Flop.

Vielleicht ein Trost für Familie Smith: Auch die Komödie "Movie 43" kam auf drei Himbeeren. Der mit Top-Darstellern wie Hugh Jackman und Emma Stone gedrehte Episodenfilm basierte nach Ansicht der Jury auf dem schlechtesten Drehbuch und wurde durch die schlechteste Regie-Leistung weiter verschlimmert - die Auszeichnung als schlechtester Film war die Folge.

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Action-Spektakel "After Earth": Werde besser, werde Maschine!

Komiker Tyler Perry holte mit seiner Frauenrolle in "A Madea Christmas" die Auszeichnung als schlechteste Hauptdarstellerin. Perry ersparte damit Stars wie Halle Berry und Naomi Watts den Spott. Kim Kardashian kann sich über die Trophäe für ihre Nebenrolle in "Tyler Perry's Temptation" ärgern.

Verkündet wurden die Schmähpreise am Samstagabend in einem Büro in Hollywood, nur einen Katzensprung vom Dolby-Theatre entfernt, wo die Oscars vergeben werden. Der Großteil die Nominierten blieb den 34. Razzie Awards erwartungsgemäß fern. Eine Ausnahme machte Halle Berry, die schon 2005 den Preis für ihre Darstellung von "Catwoman" persönlich entgegennahm und jetzt für ihre Rolle in "Movie 43" nominiert war - zu ihrem Glück aber erfolglos. Auch Sandra Bullock hat schon Größe bewiesen, als sie 2010 unter lautem Applaus auf die Bühne trat, um ihren Preis für "Verrückt nach Steve" entgegenzunehmen. Am folgenden Tag gewann sie allerdings den Oscar als beste Hauptdarstellerin für "The Blind Side", was ein Grund für ihre Gelassenheit gewesen sein könnte.

Die Razzies (kurz für Raspberry/Himbeere) wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Dem Verband gehören rund 800 Kinofans an. Der Wert der mit Goldfarbe besprühten Himbeertrophäe wird auf fünf Dollar (3,70 Euro) veranschlagt.

Die Oscar-Kandidaten im Überblick

American Hustle: Hauptsache, das Haar sitzt

So sexy sahen die Siebziger lange nicht aus: Die Gauner-Farce "American Hustle" erzählt vom Mythos des amerikanischen Traums - Dekolletés bis zum Bauchnabel inklusive. Bei den Oscars 2014 ist David O. Russells Film in zehn Kategorien nominiert. Und hier als einziger Film sogar für die sogenannten "Big Five" - die Königsdisziplinen "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Hauptdarsteller", "Beste Hauptdarstellerin" sowie "Bestes Drehbuch".

Lesen Sie in der Filmkritik von SPIEGEL ONLINE , ob "American Hustle" der Balanceakt zwischen Comedy und Drama gelingt.

Erfahren Sie im Interview mit Regisseur David O. Russell , warum ihm Filme das Leben retten.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Film.

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Gravity: Der nächste Science-Fiction-Klassiker

Zwei Astronauten schweben irgendwo im All: In "Gravity" glänzen George Clooney und vor allem Sandra Bullock als Astronauten, die im Weltraum ums Überleben kämpfen. Eine simple Story, die der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón mit Plansequenzen und 3-D-Effekten ästhetisch aufwendig umgesetzt hat. Bei der Oscar-Verleihung darf er mit seinem Film auf zehn Trophäen hoffen.

Lesen Sie in der Kritik , warum Cuaróns Film einem ganzen Kinosaal den Atem raubte.

Erfahren Sie im Interview mit Regisseur Alfonso Cuarón , warum ihm für sein Science-Fiction-Drama ausgerechnet die Filme von Thriller-Meister Hitchcock als Vorbild dienten.

12 Years a Slave: Freier Mann in Ketten

Zwölf Jahre verbrachte der gekidnappte Northup auf den Plantagen im Süden der USA. Seine Notizen sind die einzigen überlieferten Schilderungen eines freien Afroamerikaners, der in die Mühlen der Sklaverei gerät. Sie dienten Regisseur Steve McQueen als Grundlage für den Film "12 Years a Slave". Bei den Golden Globes wurde das Historiendrama als bester Film ausgezeichnet, jetzt gilt es als Oscar-Favorit in neun Kategorien.

Lesen Sie hier, warum Regisseur Steve McQueen mit seinem Film auch die Rachephantasie von Quentin Tarantinos "Django Unchained" kritisiert.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Filmstart.

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Captain Phillips: "Die sind hier nicht zum Fischen"

Vor fünf Jahren griffen Piraten ein US-amerikanisches Containerschiff vor der somalischen Grenze an, und nahmen den Kapitän als Geisel. Basierend auf dieser wahren Begebenheit drehte Paul Greengrass - bekannt als Regisseur der "Bourne"-Filme - das Spannungsdrama "Captain Phillips". Zwar ging sein megaprominenter Hauptdarsteller Tom Hanks bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen leer aus. Insgesamt darf Greengrass mit seinem Film aber auf sechs Trophäen hoffen.

Lesen Sie hier ein Porträt des wahren Captain Phillips , der als Vorbild für den Film diente.

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Dallas Buyers Club: Kriegt ein Supermacho die Schwulenseuche ...

Ron Woodruff ist ein echter "Ladies Man". Er reitet, feiert, pimpert, er geht nicht kaputt und eigentlich nicht mal zum Arzt. Doch dann erfährt der homophobe Rodeoreiter, dass er Aids hat. Jean-Marc Vallées Drama mit Matthew McConaughey basiert auf einer wahren Lebensgeschichte. Bei den Oscars ist das Drama in sechs Kategorien nominiert.

Lesen Sie in der Filmkritik , warum "Dallas Buyers Club" SPIEGEL-ONLINE-Autorin Jenni Zylka nicht überzeugen konnte.

Erfahren Sie im SPIEGEL ONLINE-Interview mit Hauptdarsteller Matthew McConaughey , wie er sich auf die Rolle als Schwulenhasser vorbereitete.

Sehen Sie hier eine Videokritik zu "Dallas Buyers Club".

Nebraska: Kleiner Mann, wie eklig

Eines Tages legt sich der Rentner Woody Grant die fixe Idee zu, er habe eine Million Dollar gewonnen und müsse das Geld höchstpersönlich abholen - bloß, weil ein Werbeprospekt das behauptet. Also macht sich sein gutmütiger Sohn zusammen mit dem Vater auf nach Lincoln, Nebraska. Das skurrile Schwarzweiß-Roadmovie von Regisseur Alexander Payne wurde von US-amerikanischen Kritikern geliebt. Bei der Oscarverleihung kann der Film auf sechs Trophäen hoffen.

Lesen Sie in der Filmkritik , warum "Nebraska" zwar aussieht wie eine Komödie, aber eigentlich gar keine ist.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Filmstart.

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The Wolf of Wall Street: Der Ballerman-Börsianer

Er schnupft Kokainberge weg, stapelt Dollarhaufen, und dazu marschiert gerne mal eine nackte Gespielin durchs Bild - in der Finanzsatire "The Wolf of Wall Street" feiert Leonardo DiCaprio als amoralischer Broker ein rauschendes Fest. Verantwortlich für den Exzess: Meisterregisseur Martin Scorsese. Seine Finanzsatire ist im Oscar-Rennen in fünf Kategorien nominiert.

Erfahren Sie in der Filmbesprechung , warum sich SPIEGEL ONLINE-Autor David Kleingers von Scorsese mehr Systemkritik gewünscht hätte.

Lesen Sie im Interview mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio , warum ihn abgründige Charaktere am meisten faszinieren.

Sehen Sie hier die Videokritik zum Filmstart.

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Blue Jasmine: Königin Cate im freien Fall

Die Heldin kommt mit einem Erste-Klasse-Ticket nach Kalifornien geflogen, trägt ein Chanel-Jäckchen, steht aber plötzlich in einer ziemlich ärmlichen Straße von San Francisco. In "Blue Jasmine" lässt Woody Allen eine Frau aus der Oberschicht über die faulen Börsengeschäfte ihres Mannes stürzen. Woody Allens Tragödie über Anmaßung ist für drei Oscars nominiert.

Lesen Sie in der Kritik , warum SPIEGEL-ONLINE-Autor Wolfgang Höbel Cate Blanchetts Darstellung einer blasierten High-Society-Frau für eine Meisterleistung hält.

Philomena: Der verlorene Sohn

Die 70-jährige Philomena Lee begibt sich zusammen mit einem Journalisten auf die Suche nach ihrem Sohn, den sie vor 50 Jahren unehelich bekam. Die Tragikomödie von Stephen Frears mit Judi Dench in der Hauptrolle basiert auf einer wahren Geschichte - bei der Oscarverleihung ist der Film in vier Kategorien nominiert.

Lesen Sie in der SPIEGEL-ONLINE-Rezension, warum Judi Dench als Hauptdarstellerin überzeugt, der Film jedoch nicht.

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Her: Computerliebe

Beruflich schreibt Theodore Twombly Liebesbriefe für andere Menschen die ihre Gefühle nicht ausdrücken können; tatsächlich ist er aber selbst ein zutiefst einsamer Mann. Eines Tages kauft sich Twombly ein neues Betriebssystem mit künstlicher Intelligenz, das sich wie ein menschliches Wesen verhalten und weiterentwickeln kann - und verliebt sich in die Maschine. Der Film von Spike Jonze mit Joaquin Phoenix und der Stimme von Scarlett Johansson als attraktivem Betriebssystem ist in fünf Kategorien für einen Oscar nominiert.

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Im August in Osage County: Mutter auf Abwegen

Schon dreimal wurde Meryl Streep mit einem Oscar ausgezeichnet - jetzt darf sie auf eine vierte Trophäe hoffen: In John Wells' schwarzer Familienkomödie "Im August in Osage County" überzeugt sie als unberechenbarer Mutterdrachen. Als der Vater ihrer Töchter stirbt, reisen diese mit ihren jeweiligen Partnern zur Mutter - die Fahrt in die Vergangenheit wird für keinen zum Vergnügen. Insgesamt ist Wells' Film für vier Oscars nominiert.

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The Broken Circle: Die Dinge liegen beschissen

Die kleine Maybelle hat Krebs. Für ihre Eltern folgt ein Höllengang aus Chemotherapie, Bestrahlung, später sogar Stammzellentherapie. Was nicht folgt, ist die Erkenntnis, dass Zeit und Liebe alle Wunden heilen könnten. Der belgische Kinohit "The Broken Circle" von Regisseur Felix Van Groeningen ist für einen Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert.

Lesen Sie in der Kritik , warum "The Broken Circle" nicht nur von grausamen Schicksalsschlägen, sondern auch vom ganz großen Glück erzählt.

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Die Jagd: Der Mann muss ein Schwein sein

Hat er das Mädchen angefasst? Sicher, die Kleine lügt doch nicht! Das dänische Kinodrama "Die Jagd" von Thomas Vinterberg erzählt, wie der Vorwurf des Kindesmissbrauchs ein ganzes Dorf dazu verleitet, zu den Waffen zu greifen. In der Rolle des Gejagten: Mads Mikkelsen. Vinterbergs Film ist für einen Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert.

Lesen Sie in der Kritik , warum Mads Mikkelsen für diese Hauptrolle beim Filmfestival in Cannes zu Recht ausgezeichnet wurde.

La Grande Bellezza: Die Hauptstadt der Hohlheit

Jep Gambardella trägt Anzüge mit Einstecktuch, landet ab und zu mit einer Frau im Bett und macht sich gerne mal auf der Aussichtsterrasse seiner Wohnung große Gedanken. Ein wenig Sex, ein wenig Philosophie – der italienische Film "La Grande Bellezza" von Paolo Sorrentino will einem alternden Flaneur und der ewigen Stadt Rom ein Denkmal setzen. Dafür ist er in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" für einen Oscar nominiert.

Lesen Sie in der Kritik , warum SPIEGEL-ONLINE-Autor Wolfgang Höbel "La Grande Belleza" für banal, gleichzeitig aber auch für wunderschön hält.

The Act of Killing: Wenn Mörder Opfer spielen

Als Volkshelden werden die Massenmörder der sogenannten "Saison der Hackmesser" in Indonesien gefeiert. US-Filmemacher Joshua Oppenheimer findet mit "The Act of Killing" eine verblüffende Methode, um die Verklärung der Verbrecher zu stoppen: Er lässt sie ihre eigenen Verbrechen nachstellen. Für dieses radikale Vorgehen ist der Film nun als bester Dokumentarfilm nominiert.

Lesen Sie , warum "The Act of Killing" eines der intensivsten Kinoerlebnisse des Jahres ist.

Lesen Sie im Interview mit Regisseur Joshua Oppenheimer , was für ihn die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten war.

hpi/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
ablaufdatum 02.03.2014
1. Völlig zu recht
Hatte mir den Film After Earth für 8 € als Samstagsabendunterhaltung gekauft - eigentlich hätte ich Geld für's Anschauen bekommen müssen. Einfach nur unterirdisch und grottig - sch*** Story, miserable schauspielerische Leistung.
Wolffpack 02.03.2014
2.
Nichts anderes hat Scientology-Smith verdient.
schupunkt 02.03.2014
3.
Ich find´s gut das solche Propagandafilme in den Kinos keine Chance haben. Ich mag Will Smith wirklich, aber wenn er sich jetzt auch auf diese Sekte eingelassen hat, werde ich zukünftig seine Filme genauso meiden wie die von Tom Cruse
lalale 02.03.2014
4.
Zitat von ablaufdatumHatte mir den Film After Earth für 8 € als Samstagsabendunterhaltung gekauft - eigentlich hätte ich Geld für's Anschauen bekommen müssen. Einfach nur unterirdisch und grottig - sch*** Story, miserable schauspielerische Leistung.
sorry, aber da muss ich sagen selber schuld... der film hat im vorfeld ausschließlich vernichtende kritiken bekommen... aus allen ecken... von jedem...
orosee 02.03.2014
5.
"Gravity" ist ein Drama mit schlechter Physik und guten Spezialeffekten und Musik. KEIN Science Fiction! 1970 wäre der Film es nicht gewesen, die Physik hatte aber auch damals nicht gestimmt. Anscheinend liest man beim Spiegel keine Leserbriefe, dort hatten es viele Leser ja schon erklärt. Danach habe ich mit dem Lesen aufgehört, hab ich was verpasst?
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