Fürstenhaus von Monaco Boykott gegen Nicole-Kidman-Film

"Eine Verdrehung der Familiengeschichte": Aus Protest gegen den Film "Grace von Monaco" will das monegassische Fürstenhaus die Eröffnung der Filmfestspiele von Cannes boykottieren. Es ist nicht der einzige Ärger, den das Biopic mit Nicole Kidman hat.

"Grace von Monaco": Nicole Kidman als Grace Kelly im Cannes-Eröffnungsfilm
DPA/ Gaumont

"Grace von Monaco": Nicole Kidman als Grace Kelly im Cannes-Eröffnungsfilm


Monaco - Das Fürstenhaus von Monaco hat angekündigt, die Eröffnung der Filmfestspiele von Cannes zu boykottieren. Grund dafür ist die Aufführung von "Grace von Monaco", mit dem das Festival am 14. Mai beginnt. Die Familie wolle in keiner Weise mit diesem Film in Verbindung gebracht werden, hieß es in einem Kommuniqué des Fürstenpalastes von Freitag. Es handle sich um eine "Verdrehung" der Familiengeschichte "zu rein kommerziellen Zwecken".

"Grace von Monaco" zeichnet nach, wie sich Grace Kelly 1956 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere dazu entscheidet, Hollywood den Rücken zu kehren und Fürst Rainier III von Monaco zu heiraten. Kelly wird von Nicole Kidman gespielt, Fürst Rainier von Tim Roth ("Lie to Me"). Kinostart in Deutschland ist der 15. Mai.

Der Film des französischen Regisseurs Olivier Dahan ("La vie en rose") und des britisch-iranischen Drehbuchautors Arash Amel ("Die Logan-Verschwörung") sei in keiner Weise realistisch, hieß es weiter in dem Kommuniqué. Der Film könne "auf keinen Fall als Filmbiografie" eingestuft werden. Der Regisseur und die Produzenten "haben es abgelehnt, die zahlreichen Anmerkungen der Familie zu berücksichtigen". Das Fürstentum hat bereits bei den Dreharbeiten gegen den Film protestiert.

Für ein glamouröses Biopic über eine Hollywood-Ikone, die gemeinhin als skandalfrei gilt, zieht "Grace von Monaco" erstaunlich viel Ärger an. US-Produzent Harvey Weinstein, der für seine aggressiven Oscar-Kampagnen bekannt ist, soll dem Branchendienst "Variety" zufolge so unzufrieden mit der Endfassung sein, dass er überlege, den Film nicht in den USA in die Kinos zu bringen. Laut "Variety" wünscht sich Weinstein mehr Szenen aus Kellys Zeit in Hollywood, Regisseur Dahan besteht hingegen darauf, nichts mehr an der Fassung, die in Cannes zu sehen sein wird, zu ändern.

"Grace von Monaco" sollte ursprünglich im November 2013 in die Kinos kommen. Damit wäre der Film für die Oscar-Auswahl des Jahres und speziell Nicole Kidman für die Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" qualifiziert gewesen. Dieser Termin wurde jedoch nicht eingehalten, genauso wie ein zweiter für März 2014 avisierter Start. Je nachdem, wie der Film in Cannes ankommt, dürfte sich entscheiden, zu welchen Bedingungen er in den US-Kinos starten wird.

hpi/afp/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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mischpot 02.05.2014
1. Ein Kassenschlager
bei solch einer Werbung.
oli1893 02.05.2014
2. Stachel im Fleisch der Grimaldis
Regie und Produktion "haben es abgelehnt, die zahlreichen Anmerkungen der Familie zu berücksichtigen". Ich möchte nicht wissen, wie groß die versuchte Einflussnahme der Familie (bzw. deren PR-Agentur) auf die Entwicklung und die Dreharbeiten war. Man weiß ja inzwischen, mit welcher Vehemenz die Familie Grimaldi - manchmal sicher zu Recht - per Gerichtsbeschluss auf die Presse z.B. in Deutschland einwirkt. Dieser Film muss ja wie ein Stachel sitzen, insbesondere, weil es offensichtlich kein beschönigender Image-Film im Auftrag der Fürstenfamilie geworden ist.
shooop 02.05.2014
3. Respekt
Jeder Mensch hat es verdient, dass man seine Grenzen achtet.
larrymannino 02.05.2014
4. Tim Roth, 190cm
groß, spielt Prinz Rainier, 170cm. Allein schon deshalb ist der Film unrealistisch. Aber wann hat Hollywood eigentlich realistische Filme gedreht ?
An-On 02.05.2014
5. Unsinn!
Zitat von larrymanninogroß, spielt Prinz Rainier, 170cm. Allein schon deshalb ist der Film unrealistisch. Aber wann hat Hollywood eigentlich realistische Filme gedreht ?
Tim Roth: Height 5' 7" (1.7 m) Quelle: http://www.imdb.com/name/nm0000619/bio Und nu?
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