Hauptdarstellerin in Suu-Kyi-Biopic Burma lässt Michelle Yeoh nicht ins Land

Sie spielt die burmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in einer kommenden Filmbiografie von Star-Regisseur Luc Besson. Nun wurde die Schauspielerin Michelle Yeoh an der Einreise nach Burma gehindert. Suu Kyi ist die prominenteste Gegnerin der dortigen Militärmachthaber.

Universum Film/Vincent Perez

Rangun/Hamburg - Im März 2012 soll ein Film über Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ins Kino kommen. Die Hauptrolle darin spielt Michelle Yeoh. Nun ist der Hollywood-Star an der Einreise in das südostasiatische Land gehindert worden.

Die malaysische Schauspielerin Yeoh wurde am Flughafen von Rangun abgefangen und "mit dem nächsten Flugzeug" zurückgeschickt, wie ein burmesischer Behördenvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Dienstag sagte. Die frühere Miss Malaysia dürfe nie mehr nach Burma reisen. "Sie steht jetzt auf einer schwarzen Liste", sagte ein anderer Behördenvertreter.

Die 48-jährige Yeoh wurde als chinesische Spionin in dem James-Bond-Film "Der Morgen stirbt nie" international bekannt; sie spielte unter anderem auch in dem Kampfkunst-Film "Tiger and Dragon" und der Romanverfilmung "Die Geisha".

Über die Filmbiografie "The Lady" von Frankreichs Star-Regisseur Luc Besson, die derzeit geschnitten wird, sagte Yeoh, es sei eine "unglaubliche Liebesgeschichte inmitten des politischen Aufruhrs." Der Film, der in Thailand gedreht wurde, erzählt von der Beziehung zwischen Suu Kyi und ihrem britischen Ehemann Michael Aris, der 1999 starb. Im Dezember hatte Michelle Yeoh die Friedensnobelpreisträgerin gemeinsam mit deren Sohn Kim Aris in Rangun besucht, berichtet der " Daily Telegraph".

Nur drei Wochen zuvor hatte die Militärjunta in Burma Suu Kyi nach sieben Jahren Hausarrest freigelassen. Die 66-Jährige verbrachte den größten Teil der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest oder in Haft. 1990 hatte ihre Partei die Wahl gewonnen, was die Militärjunta aber nicht anerkannte. Ihre Freilassung kam kurz nach den ersten Parlamentswahlen seit 20 Jahren, die Suu Kyis Partei boykottierte. Beobachter halten die neue gewählte Regierung für eine demokratische Fassade, hinter der die alten Militärmachthaber weiterhin die Fäden ziehen.

feb/AFP/AP/Reuters



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lenin2009 28.06.2011
1. Ach?
Na sowas aber auch. Das war ja gar nicht zu erwarten. Wie naiv ist die Frau eigentlich? Das Geld für den Flug hätte sie sich ja wohl locker schenken können. Oder hat sie ein Staatsempfang erwartet? Richard Gere ist als Freund des Dalai Lama bei den rotchinesischen Verbrechern ja auch nicht mehr so gern gesehen. Aber man soll ja nie nie sagen: Irgend so ein grenzdebiler Fast-Dachdecker aus dem Saarland murmelte vor über 20 Jahren ja auch gewissen Humbug über die weitere Lebensdauer eines längliches Bauwerks.
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