"Hellboy"-Verfilmung Ed Skrein schmeißt wegen Whitewashing-Vorwurf hin

Eigentlich sollte Ed Skrein in der geplanten Neuauflage von"Hellboy" den japanisch-amerikanischen Militärmajor geben. Nun tritt er zurück: Die Figur solle "kulturell korrekt" besetzt werden.

Schauspieler Ed Skrein
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Schauspieler Ed Skrein


Schauspieler und Rapper Ed Skrein (34, "Deadpool") springt vom geplanten Reboot des Fantasyfilms "Hellboy" ab. Der Grund: Die Nachricht seiner Besetzung entfachte vorige Woche im Netz einen Shitstorm voller "Whitewashing"-Vorwürfe. Er sei traurig, das Projekt zu verlassen, schreibt Skrein auf Twitter, doch hoffe er, mit seinem Schritt die Wichtigkeit von gleichberechtigter Inklusion und der Darstellung ethnischer Vielfalt in Filmen zu unterstreichen.

In der Wiederauflage der "Hellboy"-Geschichte sollte Skrein die Rolle des Militärmajors Ben Daimio übernehmen. Er beteuerte, dass er die Rolle angenommen habe, ohne zu wissen, dass die Originalfigur in der Comicvorlage asiatischer Abstammung sei. Die Figur sollte nun "kulturell korrekt" besetzt werden. Es sei richtig und wichtig, "ethnische Vielfalt" zu schaffen.

Tatsächlich wird Hollywood-Produktionen immer häufiger vorgeworfen, Rollen und Figuren aus anderen Kulturen durch "Weißwaschen" auf ein weißes Publikum zuzuschneiden. Ein ähnlicher Streit entbrannte zuletzt um Filme wie "Ghost in the Shell", "Doctor Strange" und Sofia Coppolas neuestes Drama "Die Verführten".

Auch das Netflix-Remake des beliebten japanischen Manga "Death Note" steht in der Kritik. Aus den Hauptfiguren Light Yagami und Misa Amane hat Regisseur Adam Wingard weiße Teenager aus Seattle gemacht namens Light Turner und Mia Sutton, gespielt von Nat Wolff und Margaret Qualley. Dabei sind in Seattle 13,12 Prozent der Bevölkerung Asiaten. Darauf angesprochen, meinte Adam Wingard in der "Vulture", sein Casting hätte bereits gestanden, als die "Whitewashing"-Debatte mit "Ghost in the Shell" losgetreten wurde - zudem wollte er eine ganz andere Geschichte erzählen als das japanische Original.

"Hellboy" war 2004 der erste Blockbuster des Mexikaners Guillermo del Toro, 2008 legte er mit "Hellboy II: Die goldene Armee" nach. Einen dritten Teil wollte del Toro nicht drehen, auch der frühere Hauptdarsteller Ron Perlman ist nicht mehr dabei. In der geplanten Neuauflage soll David Harbour ("Stranger Things") die teuflische Hellboy-Rolle übernehmen, des weiteren sind Ian McShane als Professor Trevor Broom und Milla Jovovich als Blood Queen dabei, die Regie führt Neil Marshall ("Game Of Thrones"). Die Dreharbeiten sollen im September in Großbritannien und Bulgarien beginnen.

bsc/dpa



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