"Herr der Ringe"-Prequel Peter Jackson führt Regie bei "Hobbit"

Zurück nach Mittelerde: Peter Jackson wird bei der Verfilmung des J.R.R.Tolkien-Romans "The Hobbit" nun doch selbst Regie führen. Das Projekt war immer wieder aufgehalten worden, nun sollen die Dreharbeiten im Februar 2011 beginnen.

REUTERS/ New Line Productions

New York/Berlin - Die Filmstudios MGM und Warner Bros. bestätigten nach monatelanger Unsicherheit, dass die Dreharbeiten für die Vorgeschichte der "Herr der Ringe"-Trilogie im Februar beginnen sollen. Regie werde wieder Oscar-Gewinner Peter Jackson, 48, führen. Es seien zwei Teile in 3D geplant.

Das Drehbuch zu "Hobbit" schrieben wie beim "Ringe"-Mammut-Projekt erneut Jackson, seine Frau Fran Walsh und Philippa Boyens. "Sich auf Tolkiens Mittelerde einzulassen, ist viel mehr als eine gewöhnliche Filmarbeit", kommentierte Jackson seinen Entschluss, die Regie zu übernehmen. "Wir freuen uns darauf, diese wunderbare Welt mit Gandalf und Bilbo wieder zu betreten."

Das Projekt war immer wieder aufgehalten worden. Das Traditionsstudio MGM (Metro-Goldwyn-Mayer) ächzt bereits unter einer Schuldenlast von rund vier Milliarden Dollar und hatte Probleme bei der Finanzierung. Der zwischenzeitlich als Regisseur vorgesehene Guillermo del Toro stieg im Mai aus. Ein Brand beschädigte ein Studio, in dem Teile des Films gedreht werden sollten.

Zuletzt gab es auch noch Krach mit neuseeländischen Schauspielergewerkschaften. Sie riefen zu einem Boykott des Films auf, weil Darsteller angeheuert werden sollten, die nicht in der Gewerkschaft sind. Jackson drohte seinem Heimatland daraufhin mit dem Abzug der Produktion nach Osteuropa.

Die Studios ließen in der Mitteilung den Ort der Dreharbeiten offen. Jackson hatte in Neuseeland ein Casting für Freiwillige veranstaltet - er sucht Darsteller, die nicht größer als 1,58 Meter sind.

Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge könnte das Filmprojekt 600 Millionen Dollar (etwa 430 Millionen Euro) verschlingen. Das MGM-Studio habe es doch noch geschafft, seine Hälfte der Finanzierung sicherzustellen.

Die Probleme um MGM und der Streit mit der neuseeländischen Gewerkschaft könnten den Zeitplan der Dreharbeiten noch verändern, hieß es.

Beim MGM-Studio, das auch die James-Bond-Filme produziert, könnten demnächst die Gläubiger - größtenteils Hedgefonds - die Macht übernehmen. Auch über einen Verkauf wird immer wieder spekuliert.

Jackson hatte mit der aufwendigen Verfilmung des Romans "Herr der Ringe" um die Phantasiewelt Mittelerde mehrere Oscars gewonnen. Die drei Filme spielten in den Kinos weltweit knapp drei Milliarden Dollar ein.

pad/dpa



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