Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Hollywood-Legende: Filmstar Deborah Kerr gestorben

Eine gewagte Liebesszene mit Burt Lancaster in der Brandung machte sie weltberühmt: Die Britin Deborah Kerr ("Verdammt in alle Ewigkeit") gehörte zu den populärsten Schauspielerinnen der fünfziger Jahre. Jetzt ist sie im Alter von 86 Jahren gestorben.

London - 1953 gehörte Kerr zu den Hauptdarstellern von Fred Zinnemanns Kriegsdrama "Verdammt in alle Ewigkeit" ("From Here to Eternity"). Sie spielte die frustrierte Gattin eines Offiziers, die mit dessen Untergebenem, gespielt von Burt Lancaster, anbandelt. Die leidenschaftliche - und relativ freizügige - Liebesszene der beiden Stars in der Ozeanbrandung galt damals als sehr gewagt.

Liebeszene mit Burt Lancaster und Deborah Kerr aus "Verdammt in alle Ewigkeit": Gewagter Durchbruch in Hollywood
AP

Liebeszene mit Burt Lancaster und Deborah Kerr aus "Verdammt in alle Ewigkeit": Gewagter Durchbruch in Hollywood

Zuvor hatte Kerr bereits eine Oscar-Nominierung für ihre Rolle in der Broadway-Verfilmung "Edward, mein Sohn" mit Spencer Tracy erhalten. "Verdammt in alle Ewigkeit" aber bescherte der 1921 als Deborah Jane Trimmer in Schottland geborenen Schauspielerin den Durchbruch.

In den folgenden Jahren drehte sie für das Hollywood-Studio MGM zusammen mit den größten männlichen Stars der fünfziger und frühen sechziger Jahre: In "Der König und ich" war sie neben Yul Brynner zu sehen, mit Cary Grant spielte sie in "Vor Hausfreunden wird gewarnt" und mit Richard Burton in "Die Nacht des Leguans".

Insgesamt wurde Deborah Kerr sechsmal für einen Oscar nominiert, unter anderem für "Der Seemann und die Nonne" (1957) mit Robert Mitchum, "Der König und ich" (1956) und für die australische Familiensage "The Sundowners" (1960), wiederum unter der Regie von Fred Zinnemann. Bekommen hat sie ihren Oscar jedoch erst 1994, als ihr der Honorary Award, der Ehrenpreis der Academy, für ihr Lebenswerk verliehen wurde. Dennoch hält sie bis heute den Hollywood-Rekord für erfolglose Oscar-Nominierungen einer Darstellerin.

Ihre Paraderolle wurde die fragile britische Lady, die sie unter anderem als Mrs. Anna in "Der König und ich" verkörperte. Dass sich die zarte Kerr gegen ihre glamouröseren US-Konkurrentinnen durchsetzen konnte, verrät viel über ihr überragendes Schauspieltalent, das sie in den vierziger Jahren am Theater im Londoner West End schulte. Etwas Glück war immer auch dabei: Ihre Rolle in "Verdammt in alle Ewigkeit" hätte eigentlich die dunkelhaarige Schönheit Joan Crawford spielen sollen; für "Anna und der König" musste sie sich gegen die kernige Irin Maureen O'Hara durchsetzen.

Hollywood blieb Kerr trotz strahlender Karriere immer ein bisschen fremd. 1968, als das alte Hollywood seinen Glanz verloren hatte und Rebellen wie Dennis Hopper und Arthur Penn einen neuen Realitäts-Sinn in der Traumfabrik installierten, nahm sie Abschied von der großen Leinwand, abgestoßen von zu viel Sex und Gewalt im Kino.

Öffentliche Auftritte wurden immer seltener, zuletzt sah man Deborah Kerr 1986 in dem britischen Herzschmerz-TV-Mehrteiler "Hold the Dream" nach dem Roman von Barbara Tayler Bradford. Mit ihrem Ehemann, dem deutschen Schriftsteller und Drehbuchautor Peter Viertel ("Weißer Jäger, schwarzes Herz"), lebte sie zurückgezogen im schweizerischen Klosters. Seit Jahren litt Deborah Kerr an der Parkinson-Krankheit. Sie starb bereits am vergangenen Dienstag in Suffolk in England.

bor/AP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Deborah Kerr: Mrs. Anna und der Kuss in der Brandung

SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: