Fünfziger-Jahre-Diva Eleanor Parker ist tot

Sie war die Frau mit den "tausend Gesichtern": Dreimal war Eleanor Parker für den Oscar als beste Schauspielerin nominiert, ihren größten Erfolg feierte sie aber mit einer Nebenrolle in "The Sound of Music". Nun ist sie im Alter von 91 Jahren gestorben.

AP/dpa

Los Angeles - Ihr Debüt gab sie 1941 in dem Western "Sein letztes Kommando", doch alle Szenen mit ihr wurden herausgeschnitten. Eleanor Parker machte trotzdem weiter, keine zehn Jahre später war sie das erste Mal für einen Oscar nominiert. Kritiker nannten sie die Frau mit den "tausend Gesichtern", 45 Filme drehte sie insgesamt, auf ein Genre ließ sie sich jedoch nie festlegen. Nun ist US-amerikanische Schauspielerin im Alter von 91 Jahren gestorben, wie ein Freund der Familie mitteilte.

Parker wurde 1922 in Cedarville im US-Staat Ohio als Tochter eines Mathelehrers geboren. Schon als Schülerin spielte sie in kleineren Theaterstücken mit, als 15-Jährige besuchte sie Theaterkurse. Noch während ihrer Highschool-Zeit wurde sie mehrfach von Talentsuchern angesprochen, doch sie lehnte ab, weil sie ihre Schulausbildung beenden wollte. Im Anschluss ging sie nach Kalifornien und studierte am Pasadeny Playhouse.

Erst große Auftritte nach ihrem Abschluss hatte sie vor allem in ernsten Filmen, unter anderem bekam sie eine Rolle an der Seite von Frank Sinatra in dem Drogen-Drama "The Man With the Golden Arm" (1955). Neben Sinatra spielte sie später, 1959, auch die Hauptrolle in "A Hole in the Head".

Dreimal wurde Parker in den fünfziger Jahren für einen Oscar als beste Schauspielerin nominiert: als Gefangene in dem Film "Frauengefängnis" (1950), als Leinwandehefrau von Kirk Douglas in "Polizeirevier 21" (1951) und als kranke Opernsängerin in "Unterbrochene Melodie" (1955).

Nerzmantel für die Mutter

Bekannt wurde sie aber vor allem mit ihrer Rolle als unterkühlte Baronin in dem Film-Musical "The Sound of Music" (deutscher Titel: "Meine Lieder, meine Träume", 1965). In dem Film verliebt sich ihre Figur in Captain von Trapp, gespielt von Christopher Plummer, den sie letztlich aber an die Gouvernante (Julie Andrews) verliert. "Eleanor Parker war eine der schönsten Frauen, die ich jemals kennengelernt habe", sagte Plummer nun in einem Statement.

"Ich bin vor allem eine Charakterdarstellerin", sagte die Schauspielerin dem "Toronto Star" 1988 selbst über sich. "Ich habe auf der Leinwand so viele verschiedene Menschen gespielt, dass sich meine eigene Persönlichkeit nie entfalten konnte." In den sechziger Jahren spielte sie zudem in Fernsehfilmen mit. Ihre Rolle in "The Eleventh Hour" brachte ihr eine Emmy-Nominierung ein.

Parker war viermal verheiratet und hinterlässt vier Kinder. Zu ihrem Erfolg gab sie der "New York Times" schon 1953 ein Interview. "Mir wurden meine drei Wünsche erfüllt", erzählt sie darin. "In Filmen zu spielen, meiner Mutter einen Nerzmantel zu schenken und der Familie ein Haus zu kaufen."

vks/dpa/AP

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