Hollywood-Schauspielerin Liz Taylor ist tot

Sie war einer der größten Stars Hollywoods: Elizabeth Taylor. Jetzt ist die Diva im Alter von 79 Jahren gestorben. Die mehrfache Oscar-Preisträgerin erlag einem Herzleiden. Berühmt war sie nicht nur für ihre Filme - auch ihr turbulentes Privatleben ist Legende.


Los Angeles - Nach langer Krankheit starb sie "friedlich" im Kreise ihrer vier Kinder: Schauspielerin Liz Taylor ist tot. Das teilte ihre Agentin Sally Morrison laut ABC News mit. Die Hollywood-Diva hatte zuletzt mehrere Wochen wegen eines Herzfehlers im Krankenhaus verbracht. Im Februar war sie in das Cedars Sinai Medical Center in Los Angeles eingeliefert worden. Sie wurde 79 Jahre alt.

"Sie war von ihren Kindern Michael Wilding, Christopher Wilding, Liza Todd und Maria Burton umgeben", sagte Morrison. Als Todesursache wurde Herzinsuffizienz angegeben.

"Meine Mutter war eine besondere Frau, die das Leben in vollen Zügen genossen hat - mit Leidenschaft, Humor, Liebe", sagte ihr Sohn Michael Wilding in einer Stellungnahme. "Auch wenn ihr Verlust für uns, die wir ihr so nahe standen, schrecklich ist, wird ihr Einfluss uns ewig prägen."

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Taylor galt als Leinwand-Ikone. Sie drehte insgesamt knapp 50 Filme, wurde dutzendfach ausgezeichnet. Zwei Mal wurde sie für ihre schauspielerische Leistung mit dem Oscar geehrt, im Jahr 1960 für ihre Rolle in "Telefon Butterfield 8" und 1966 für die weibliche Hauptrolle in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?". Ein Spezial-Oscar wurde ihr 1993 für ihren Einsatz für Aids-Kranke und andere Benachteiligte verliehen. In den vergangenen Jahren trat die im Rollstuhl sitzende Taylor selten öffentlich auf.

Große Erfolge - und ein stürmisches Privatleben

Seit dem Aidstod ihres Kollegen Rock Hudson setzte sich Taylor für die Aidshilfe ein. Im Mai 2000 erhob Queen Elizabeth sie in den Adelsstand und machte sie zur "Dame Commander".

Taylor kam als Tochter amerikanischer Eltern am 27. Februar 1932 in London zur Welt. Ihr Vater war Kunsthändler, die Mutter Schauspielerin. Vater und Mutter bereiteten Taylor schon früh auf eine Film-Karriere vor. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zog die Familie in die USA.

Schon als Zehnjährige spielte Taylor ihre erste Hauptrolle - in einem "Lassie"-Film. Die Tennessee-Williams-Verfilmungen "Die Katze auf dem heißen Blechdach" und "Plötzlich im letzten Sommer" - mit Taylor in den Hauptrollen - schrieben Filmgeschichte.

In den vergangenen Jahren litt die Schauspielerin immer wieder unter gesundheitlichen Problemen. Im Jahr 2000 ließ sich Taylor im Cedars Sinai Medical Center, einer Prominenten-Klinik, eine eigene Suite einrichten. Sie habe dort fast genauso viel Zeit wie in ihrem Haus in Bel Air verbracht, sagte sie einmal im Scherz.

Schon vorher hatte Elizabeth Taylor mit ihrer Abhängigkeit von Tabletten und Alkohol zu kämpfen. "Ich war so dumm und arrogant zu glauben, ich wäre ein harmloser Gelegenheitstrinker und hätte meinen Alkoholkonsum jederzeit im Griff", sagte sie einmal - und fügte selbstkritisch hinzu: "Das ist Selbstbetrug, den sich jeder Alkoholiker vorgaukelt."

Taylor war insgesamt achtmal verheiratet, mit Richard Burton gleich zweimal. Im Oktober 1991 heiratete sie den früheren Bauarbeiter Larry Fortensky, den sie bei einer Entziehungskur in der Betty-Ford-Klinik kennengelernt hatte. 1996 ließ sich das Paar scheiden. Ihre vielfachen Ehen und Scheidungen kommentierte Taylor humorvoll: "Ich habe nur mit Männern geschlafen, mit denen ich auch verheiratet war. Welche Frau kann das schon von sich sagen?"

Obwohl die Schauspielerin weltweit unter der Kurzform ihres Vornamens bekannt war, mochte sie "Liz" nie leiden: "Menschen, die mich gut kennen, nennen mich Elizabeth."

Ihr Sohn Michael Wilding machte ihr zum Abschied noch ein letztes rührendes Kompliment: "Wir wissen, dass die Welt besser geworden ist, weil Mama hier gelebt hat."

han/suc/kuz/AFP



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