Hollywood-Star Tony Curtis ist tot

Seine Rolle in "Manche mögen's heiß" machte ihn weltberühmt, jetzt ist Tony Curtis im Alter von 85 Jahren gestorben. Noch in den Sechzigern gehörte er zu den größten Kassenmagneten Hollywoods, er trat in fast 150 Kinofilmen auf - später machte er sich einen Namen als bildender Künstler.


Hamburg/New York - Er war einer der großen Hollywood-Stars: Billy Wilders "Manche mögen's heiß" begründete 1959 seinen Weltruhm, er war in insgesamt fast 150 Kinofilmen zu sehen, später trat er neben Roger Moore in der legendären TV-Serie "Die Zwei" auf. Jetzt ist Tony Curtis im Alter von 85 Jahren gestorben. Das meldet die Agentur dapd unter Berufung auf den Agenten von Curtis' zweiter Ehefrau Christine Kaufmann.

Curtis wurde 1925 als Bernard Schwartz in New York geboren. Seine ersten Filmrollen übernahm er in den späten vierziger Jahren. 1951 bekam er seine erste Hauptrolle: In "Die Diebe von Marschan " spielte er einen arabischen Prinzen. Im gleichen Jahr heiratete er die Schauspielerin Janet Leigh. Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter, darunter auch Jamie Lee Curtis, die selbst als Schauspielerin berühmt wurde.

Fotostrecke

21  Bilder
Hollywood-Star: Vom Kassenmagnet zum Playboy
Nach der Scheidung von Leigh heiratete Curtis die deutsche Schauspielerin Christine Kaufmann. Auch diese Ehe wurde geschieden. Zur Nachricht von Curtis' Tod sagte Kaufmann der "Bunten": "Ich war trauriger, als ich gedacht habe. Es ist, wie wenn die Zeit stirbt."

Seine einzige Oscar-Nominierung erhielt Curtis 1958 für die Rolle des John "Joker" Jackson in "Flucht in Ketten". Er spielte einen mit Handschellen an seinen schwarzen Mitflüchtling gefesselten Gefängnisausbrecher. 1960 war er der Antoninus in Stanley Kubricks Sklavenaufstands-Epos "Spartacus" - mit Laurence Olivier lieferte er sich den berühmt gewordenen, äußerst zweideutigen Schlagabtausch über den Genuss von Austern und Schnecken.

Es folgten Filme wie "Taras Bulba", "Das große Rennen um die Welt" und "Finger weg von meiner Frau". Ein derart unvergesslicher Auftritt wie der, den er in "Manche mögen's heiß" als verkrachter Musiker in Frauenkleidern an der Seite von Marylin Monroe hingelegt hatte, glückte Curtis allerdings nicht mehr.

"Als hätte ich Hitler geküßt"

Nach "Die Zwei" ging es mit der Karriere des Schauspielers, der in den frühen Sechzigern noch einer der größten Kassenmagneten Hollywoods gewesen war, beständig bergab. In die Schlagzeilen geriet er nun eher als Playboy und Frauenheld. Insgesamt war Curtis sechsmal verheiratet, zuletzt mit der 45 Jahre jüngeren Jill Vandenberg. Er kokettierte damit, eine Affäre mit Marylin Monroe gehabt zu haben und redete doch schlecht über sie. Curtis Antwort auf die Frage: "Wie war's, Marilyn Monroe zu küssen?" lautete: "Es war, als hätte ich Hitler geküßt."

Curtis hatte Alkohol- und Drogenprobleme, in seiner Ende 2008 erschienen Autobiographie unter dem Titel "American Prince: A Memoir" berichtete er von seiner unglücklichen Kindheit und seinen zahllosen Affären - er sei "sexsüchtig" gewesen, so seine eigene Einschätzung.

Ein kleines Comeback schaffte Curtis 1985 mit der englischen Komödie "Insignificance - Die verflixte Nacht". Anerkennung, besonders bei deutschen Kritikern, fand der Schauspieler mit dem 1988 gedrehte Film "Der Passagier". Das Buch hatten die Schriftsteller Thomas Brasch und Jurek Becker geschrieben. Curtis spielte einen jüdischen Regisseur, der als Emigrant in Hollywood Karriere gemacht hatte und nach 40 Jahren nach Berlin zurückkehrte, um einen Film über seine Vergangenheit zu realisieren.

Nach privaten und beruflichen Tiefschlägen wandte sich Curtis in den achtziger Jahren zunehmend der Malerei zu. 1990 kaufte er die nordamerikanische Insel "Forbes", um dort zu malen. Vor allem mit seinen Collagekästen "Time Boxes", in denen er hinter Glas Erinnerungsstücke arrangierte, machte er sich einen Namen als bildender Künstler. 2005 nahm das New Yorker Museum of Modern Art eines seiner Bilder in die Dauerausstellung auf.

Seine letzten Filmauftritt hatte Curtis 2008 in "David & Fatima" - er spielte die Rolle des Mr. Schwartz.

sha/dpa/dapd



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.