Hollywood-Studie Weniger weibliche Hauptrollen im Jahr 2017

2017 spielten in Filmen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie weniger Frauen in Hauptrollen als im Vorjahr. Weibliche Protagonisten waren zudem deutlich jünger als männliche.

Daisy Ridley als Rey in "Star Wars"
Disney

Daisy Ridley als Rey in "Star Wars"


Es gab Weinstein, aber auch "Wonder Woman": Das Jahr 2017 war ein bewegendes in der Filmindustrie. Die Auswirkungen von #MeToo in einer männlich dominierten Branche lassen aber noch auf sich warten. Im vergangenen Jahr wurde im Hollywoodkino sogar ein Rückgang weiblicher Protagonisten um fünf Prozent verzeichnet. Das ist das Ergebnis der jährlichen Studie "It's a Man's (Celluloid) World" des Center for the Study of Women in Television and Film in San Diego.

"Die Schöne und das Biest" , "Star Wars: The Last Jedi", "The Shape of Water", "I, Tonya" oder "Lady Bird" - in 24 Prozent der erfolgreichsten Filme des Jahres nahmen Frauen eine Hauptrolle ein. Im vergangenen Jahr war unter den Blockbustern ein Höchststand weiblicher Hauptrollen von 29 Prozent verzeichnet worden. Untersucht wurden 2361 Charaktere in den 100 Filmen mit dem stärksten Einspielergebnis in den USA. "It's a Man's (Celluloid) World" erhebt diese Statistik seit dem Jahr 2002.

Unter den größeren Sprechrollen ist der Anteil von Frauen mit 37 Prozent identisch zum Vorjahr geblieben. Fasst man Haupt- und Nebenrollen zusammen, zählte die Studie in 32 Prozent der Filme zehn oder mehr weibliche Sprechrollen. Dem gegenüber stehen 79 Prozent, in denen zehn oder mehr männliche Sprechrollen besetzt waren.

Eine leicht positive Entwicklung verzeichnete die Studie bei "Women of Colour": Der Anteil schwarzer Frauenrollen stieg von 14 auf 16 Prozent, der Anteil an Latinas in Filmen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie stieg von drei auf sieben Prozent.

Auch die Altersstruktur der Hollywoodrollen erhebt die Studie aus San Diego jährlich. 2017 waren weibliche Charaktere etwa zehn Jahre jünger als männliche Figuren. Die meisten Frauenrollen waren in den Zwanzigern (32 Prozent) und Dreißigern (25 Prozent), 14 Prozent der Charaktere waren nicht volljährig. Die männlichen Figuren waren zumeist in ihren Dreißigern (31 Prozent) und Vierzigern (27 Prozent), hier waren neun Prozent minderjährige Rollen.

cpa/AP



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