Hollywoods Femme fatale Ann Savage gestorben

Ein Zug an der Zigarette, ein fordernder Blick - die Rolle der Femme fatale machte Ann Savage berühmt. Bis zuletzt spielte die US-Amerikanerin in Mainstream- und Independent-Produktionen mit. Wie nun bekannt wurde, ist sie Weihnachten gestorben.


New York - Im Sommer 2008 war sie auf einmal wieder da: Ann Savage. Berühmt geworden als laszive Femme fatale in Edgar G. Ulmer Film-noir-Klassiker "Detour" (1945), in dem sie eine rücksichtslose Erpresserin spielte. Mehr als 60 Jahre später beschrieb sie der englische "Guardian" als Greta Garbo unserer Zeit.

Darstellerin Savage: "Garbo unserer Zeit"
Getty Images

Darstellerin Savage: "Garbo unserer Zeit"

Der Anlass: Savages Comeback in dem biografisch angehauchten Erinnerungsfilm "My Winnipeg" von Guy Maddin. In dem Film des Independent-Regisseurs, dessen Arbeiten manchmal an den Experimentalfilm des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, manchmal an David Lynch erinnern, spielt Savage die Mutter des Filmemachers - und wurde von Kritikern für ihren Auftritt gefeiert.

Nach ihrem Durchbruch mit "Detour" spielte Savage in den vierziger und fünfziger Jahren in mehr als 30 Filmen mit, zog sich dann aber von der Leinwand weitgehend zurück.

Der deutsche Filmemacher Wim Wenders sagte einmal, Savage sei mit ihren Auftritten damals "der Zeit 15 Jahre voraus" gewesen.

Wie die "Los Angeles Times" am Montag unter Hinweis auf ihren Manager Kent Adamson berichtete, erlag Savage am ersten Weihnachtstag in einem Pflegeheim in Hollywood den Folgen mehrerer Schlaganfälle. Sie wurde 87 Jahre alt.

chc/dpa



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