Horrorkomödie "Das ist das Ende" Zur Hölle mit Hollywood

Rihanna stirbt als eine der ersten, dann folgt ihr halb Hollywood. In der Horror-Farce "Das ist das Ende" feiern junge US-Stars eine Koks- und Sex-Party, als plötzlich die Apokalypse beginnt. Alle Berühmtheiten spielen sich selbst, und fast alle landen verdient in der Hölle. Sehr lustig.


Hätte James Franco wenigstens ein paar nette Menschen zu seiner Party eingeladen, hätten er und seine vielen Gäste das mit dem Weltuntergang etwas früher verstanden. Denn kurz bevor überall in der Nachbarschaft die Straßen aufreißen und riesige Lava-Abgründe nach Menschenfutter gieren, schießen blaue Lichtkegel auf die Erde nieder und saugen ein paar edelmütige Glückspilze in die himmlische Erlösung. In Francos Haus verirrt sich kein einziger blauer Strahl. Eine ganze Party voller junger, reicher Hollywood-Berühmtheiten, und keine davon ist es wert, gerettet zu werden. Stattdessen purzeln sie nacheinander in den Höllenschlund in Francos Vorgarten. Rihanna ist eine der ersten.

Weitere prominente Höllenschlund-Opfer der ersten halben Stunde in Evan Goldbergs und Seth Rogens Weltuntergangskomödie "Das ist das Ende": Paul Rudd, Jason Segel, David Krumholtz, Mindy Kaling, Christopher Mintz-Plasse und Michael Cera. Letzterer wird vorher sogar noch von einem Mast aufgespießt. Vielleicht als Extrastrafe für seine wüsten Koks- und Sexausfälle während der Party. Fast können einem die Stars leidtun: Sie meinen es ja eigentlich nicht böse. Sie sind nur so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie ganz vergessen haben, irgendwann mal jemand anderem etwas Gutes zu tun. Am Tag der Abrechnung ist das natürlich nicht so günstig.

Weltuntergang unter Freunden

Aber sehr lustig, wenn so viele Stars so engagiert dabei sind, sich selbst ein bisschen zu demütigen. Alle spielen sie (hoffentlich) übertriebene Versionen von sich selbst. Am amüsantesten davon Cera, der in Filmen wie "Juno" oder "Superbad" zur Inkarnation des supernetten Nerds wurde und sich hier endlich mal als Riesenarschloch beweisen kann. Schade, dass er so früh dem Höllenfeuer anheimfällt.

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Horrorkomödie "Das ist das Ende": Satans Deppen
Doch eine kleine Gruppe überlebt das Gemetzel tatsächlich und verschanzt sich in Francos Bunker-Villa. Neben Gastgeber Franco sind das Co-Regisseur Seth Rogen, Jay Baruchel, Jonah Hill, Craig Robinson und Danny McBride - alle sind schon mal in verschiedenen Kombinationen gemeinsam in mehreren Kiffer-("Der Ananas-Express") oder Judd-Apatow-Komödien ("Beim ersten Mal") aufgetreten und verstehen sich laut Eigenaussagen im echten Leben ganz wunderbar.

Im Film nicht immer: Jay Baruchel ist hier der beste Freund von Seth Rogen und hatte ohnehin nie Lust, auf die Party zu gehen, weil er James Franco nicht mag und Jonah Hill aus tiefstem Herzen hasst. Hill will auch Rogens bester Freund sein und versucht sich einzuschleimen, indem er ganz besonders nett zu Baruchel ist, was den noch wütender macht. James Franco hasst Danny McBride, weil der ihn immer als Schwanzlutscher beschimpft, nicht einmal eingeladen war und ohne Rücksicht die postapokalyptischen Vorräte aufbraucht. Craig Robinson hätte gern seine Ruhe und versucht zu allen nett zu sein, weswegen er von den anderen Feiglingen auch immer mit den lebensgefährlichsten Aufgaben betraut wird, vor die Tür zu gehen etwa.

Ewig kleine Jungs

Und so ist "Das ist das Ende" weniger eine Horrorkomödie als eine klassische Buddy-Komödie im Apatow-Stil: über junge Männer, denen die Freundschaft zueinander das Wichtigste auf der Welt wäre, wenn sie sich selbst nicht für das Wichtigste auf der Welt halten würden - und die sich dabei vehement weigern, Erwachsene zu sein. Alles ist in Ordnung, solange sie gemeinsam kiffen oder Videospiele spielen können, der Ernst des Lebens wird ausgeblendet, so weit es geht.

Sie sind wie kleine Jungs, die darauf warten, dass Mama und Papa sie endlich aus dem Kinderparadies abholen und sich die Zeit bis dahin eben mit allen möglichen Spielen vertreiben. In diesem Fall heißt das, alle Drogen zu nehmen, die noch da sind, oder ihre früheren Filme nachzustellen. Die sechs Überlebenden mögen ziemlich besorgt sein über die apokalyptischen Zustände vor der Tür, aber alle sind überzeugt, dass sie schon irgendwie da rauskommen. Keiner ist in der Lage, lebensrettende Pläne zu schmieden.

Sehr lustig ist das alles. Am Allerlustigsten dann, als nach ein paar Tagen Emma Watson (die Hermine aus "Harry Potter") in die Runde platzt, nachdem sie sich draußen durchgeschlagen hat. Sie ist aus einem anderen Holz als die männliche Versagerbande, sie könnte vielleicht alle retten.

Lange muss sie sich das Ganze aber nicht anschauen, um zu merken, dass sie allein viel, viel höhere Überlebenschancen hat.


Das ist das Ende. Start: 8.8. Regie: Seth Rogen, Evan Goldberg. Mit Seth Rogen, Jay Baruchel, James Franco, Jonah Hill, Emma Watson.



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Seite 1
LapOfGods 08.08.2013
1. Hollywood-Berühmtheiten?
Emma Watson hab ich schon mal gesehen. Von Rhianna weiß ich, dass es sie geben soll (wenn auch nicht in Hollywood). Aber der Rest? Berühmt? Auf der RTL-Werteskala vielleicht. In Deutschland wäre ein Film mit so vielen B- und C-Promis wahrscheinlich als "Dschungelcamp - Der Film" ins Kino gekommen.
ChildInTime 08.08.2013
2.
Berühmtheiten? Muss ich mir Gedanken machen, wenn mir außer Rihanna und Emma Watson keiner der genannten Namen irgendwas sagt?
pontus05 08.08.2013
3. ...
"Weitere prominente Höllenschlund-Opfer [...]: Paul Rudd, Jason Segel, David Krumholtz, Mindy Kaling, Christopher Mintz-Plasse und Michael Cera." Tschuldigung... wer?
jensvolker 08.08.2013
4. Was der Bauer nicht kennt...
... kennt er eben nicht. Das passt auch für ihn und seinen Bauernhof. Er sollte nur nicht anfangen von sich auf alle anderen zu schließen. Ein alter und immer wieder peinlicher Fehler. Lustig auch dass meine beiden Vorposter nur die Harry-Potter-Hermine kennen.
cingar99 08.08.2013
5. @ LapOfGods & @ ChildInTime
Muss man unbedingt damit angeben, wenn man was NICHT weiss/kennt?
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