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Horrorkomödie "Jennifer's Body": Was Männerfresser wollen

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Eine blutrünstige Sexbombe und ihre beste Freundin: Was in "Jennifer's Body", dem neuen Film von Oscar-Preisträgerin Diablo Cody ("Juno"), eine Traumpaarung sein könnte, floppt leider. Einzige Entschädigung: ein heißer Kuss unter Frauen.

"Jennifer's Body": Megan Fox auf Blutspritztour Fotos
20th Century Fox

Der Star des Films kommt erst nach einer Viertelstunde ins Bild, halb versteckt als Gast in einer Bar, die Haare noch schwarz statt wie zuletzt platinblond gefärbt. Es ist nicht Sexbombe Megan Fox ("Transformers"), die die Titelrolle spielt, und auch nicht Amanda Seyfried, die Newcomerin aus "Mamma Mia!", die Fox fast die Show stiehlt. Der Star des Films ist Diablo Cody, die Drehbuchautorin.

Gleich mit ihrem Debüt "Juno" gewann sie 2008 den Oscar für das beste Originaldrehbuch. Zusammen mit ihrem glamourösen Stil und ihrer ersten Karriere als Stripperin dürfte Cody deshalb die einzige Autorin in Hollywood sein, von der man Namen, Frisur und, nun ja, auch Brüste kennt. Mit "Juno" schien sich Diablo Cody sofort als einzigartige Stimme etabliert zu haben: Die Geschichte einer unfreiwilligen Teenagerschwangerschaft erzählte sie erst überraschend komisch und unsentimental, um dann auf einer todtraurigen Note zu enden.

Doch nach "Jennifer's Body", der in den USA mit einem Umsatz von 16 Millionen Dollar nur ganz knapp sein Budget wieder einbrachte, muss man ein paar dicke Fragezeichen hinter Codys Könnerschaft setzen.

In einem Frauengefängnis in der US-amerikanischen Provinz fängt der Film an. Ein knochenbrecherischer Tritt, dann ist klar: Anita "Needy" Lesnicky (Seyfried) ist die mit Abstand gefährlichste Insassin. Dabei war der Teenager bis vor kurzem noch eine Vorzeigeschülerin. Stattdessen schien ihre Mitschülerin und beste Freundin Jennifer (Fox) die zu sein, bei der Ärger programmiert war.

Und tatsächlich: Noch vor wenigen Wochen war Jennifer um Mitternacht zu Needy gekommen und hatte ihr wie ein Baby, das zu viel Milch getrunken hatte, glücklich einen Schwall Blut vor die Füße gespuckt. Doch was seitdem mit Jennifer passiert sein könnte, ist ein noch größeres Rätsel als Needys Wandel zur Gewalttäterin. Und dann sind da noch die Jungsleichen, denen die Gedärme herausgefressen wurden.

Das Gegenteil von zu viel Sex

High School und Horror - das ist ein Mix mit langer Kinotradition von Brian De Palmas "Carrie" bis Mitchell Lichtensteins "Teeth". Diablo Cody und Regisseurin Karyn Kusama müssen sich also an großen Vorbildern messen lassen. Und als wäre das nicht genug, haben sie sich mit Amanda Seyfried, Kyle Gallner und Adam Brody auch noch Darsteller ausgesucht, die in ähnlichen Rollen bereits aus High School-Serien wie "Veronica Mars" oder "O.C., California" bekannt sind.

Abgeschmackt lässt sich "Jennifer's Body" trotzdem nicht an, denn in Sachen feministischer Twist macht Cody den Herren durchaus etwas vor. Ihre Jennifer ist zwar das klassisch übersexualisierte Cheerleader-Girl. Doch Needy (etwa: "die Bedürftige") als ihr Gegenpart ist nicht die unglückliche Jungfrau: Sie hat einen süßen Freund, mit dem sie auch schläft. So spielt Cody ihre Frauenfiguren nicht mittels Sex gegeneinander aus, sondern setzt "zu viel Sex" in Kontrast zu "gutem Sex" - und lässt es zwischen den Freundinnen so lange homoerotisch funken, bis es zu einem der heißesten Filmküsse der jüngeren Zeit kommt.

Doch leider weiß der Film aus dieser Konstellation kein Kapital zu schlagen: Als Needy schließlich hinter Jennifers in der Tat sehr blutiges Geheimnis kommt, folgt daraus keine lesbisch angehauchte Verschwesterung, gegen die die Männer leider machtlos sind. Stattdessen bricht die Freundinnen-Front auf, und der ohnehin holprig inszenierte Film kommt vollends aus dem Tritt.

Schon zu Beginn kriegt Regisseurin Kusama ("Girlfight") keinen Schrecken in Horror-Standardsituationen wie "Mädchen allein in düsterem Haus". Fatal wird es aber, als ihr die zentrale Schockerszene, in der Jennifer auf ihre männliche Nemesis trifft, zur unfreiwilligen Lachnummer gerät: Adam Brody gibt die Parodie eines Emo-Rockers, wo er eigentlich Slasher-Gelüste wecken müsste. Vor wem soll man hier Angst haben und mit wem soll man lachen? Der Film scheint es selbst nicht zu wissen, und so irrt er gemeinsam mit dem Zuschauer fortan seinem Ende entgegen.

Ob Diablo Codys Drehbuch in den Händen eines souveräneren Regisseurs, wie es Jason Reitman bei "Juno" war, besser aufgehoben gewesen wäre? Die wenigen funktionierenden Witze, die über die 102 Minuten Laufzeit von "Jennifer's Body" verstreut sind, geben nicht wirklich Grund zur Hoffnung. Zurück bleibt das seltsame Gefühl, Cody dabei zugesehen zu haben, wie sie bei ihrem zweiten Film Anfängerfehler macht, die nach ihrem meisterlichen Debüt schon ausgeschlossen zu sein schienen. Alles zurück auf null also: Wir warten gespannt auf Cody Nummer Drei.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
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1. "Mega Vixen"
schmoggelmopps 03.11.2009
Megan Fox (auch "Mega Vixen", zu deutsch "Mega-Füchsin") ist wohl das mit Abstand Schärfste, was Hollywood zu bieten hat, zur Zeit. Ganz ehrlich, wow - was für ein Weib! Weib im Positiven - eine "Vollfrau", sozusagen. Die dürfte mich mit Haut und Haaren fressen - jederzeit, Stück für Stück! :-) Aber, klar: der Film ist, bis auf eben Fox - naja - eben da. Was bei "Pilcher die Landschaft", ist bei "Jennifer's Body" die Fox. .
2. wow
Arthi, 04.11.2009
Zitat von sysopEine blutrünstige Sexbombe und ihre beste Freundin: Was in "Jennifer's Body", dem neuen Film von Oscar-Preisträgerin Diablo Cody ("Juno"), eine Traumpaarung sein könnte, floppt leider. Einzige Entschädigung: ein heißer Kuss unter Frauen. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,658072,00.html
Wow, na das gibts in vielen billigen Pornos auch zu sehen. WMuss der Film schon ziemlich grottig sein, um das als Entschädigung zu betrachten.
3. Der Preis der Schönheit... ;)
generation_doof 04.11.2009
Nun ja, in Person von Frau Fox bestätigt sich der weise Satz, dass Gott (oder Allah oder Buddha?) die Gaben unter den Menschen sehr ungleich verteilt hat. War es nicht der Spiegel höchstselbst, der sie einmal als Archetyp der Nerd-Phantasie bezeichnet hat? Interessen: schnelle Autos und natürlich ganz viel Sex, und zufällig hat sie auf jedem Paparazzifoto die Zunge zwischen den Zähnen... ja nee, ist klar. ;) Ich weiß aber nicht, was schlimmer ist: dass sie damit Karriere macht oder dass es der Männerwelt gefällt. Frustrierend. ;)
4. !
Pelayo, 04.11.2009
Zwei Artikel über diese Tusse am gleichen Tag im Spiegel. Wo wollt ihr eigentlich hin?
5. Die Liebe in Zeiten der Handarbeit.
Parzival v. d. Dräuen 04.11.2009
Zitat von generation_doofNun ja, in Person von Frau Fox bestätigt sich der weise Satz, dass Gott (oder Allah oder Buddha?) die Gaben unter den Menschen sehr ungleich verteilt hat. War es nicht der Spiegel höchstselbst, der sie einmal als Archetyp der Nerd-Phantasie bezeichnet hat? Interessen: schnelle Autos und natürlich ganz viel Sex, und zufällig hat sie auf jedem Paparazzifoto die Zunge zwischen den Zähnen... ja nee, ist klar. ;) Ich weiß aber nicht, was schlimmer ist: dass sie damit Karriere macht oder dass es der Männerwelt gefällt. Frustrierend. ;)
Wieso Buddha? Was an dem Satz ist weise? Laut Umfrage liefern vermögende Nerds den besten Sex. Der spielt sich nämlich im Kopf ab und nicht auf der Leinwand. ;-)
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"Jennifer's Body"

(USA 2009)

Regie: Karyn Kusama

Buch: Diablo Cody

Darsteller: Megan Fox, Amanda Seyfried, Adam Brody

Produktion: 20th Century Fox

Länge: 102 Minuten

Start: 5. November 2009

Offizielle Website zum Film



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