Independent Spirit Awards Horrorfilm "Get Out" räumt ab

In den vergangenen vier Jahren holten die Siegerfilme bei den Spirit Awards jeweils auch den Oscar als bester Film. In diesem Jahr heißt der große Gewinner der Indie-Preise: "Get Out".

AFP

Der Grusel-Thriller "Get Out" ist bei der Verleihung der Independent Spirit Awards mit zwei Preisen ausgezeichnet worden. Die Horrorkomödie des Komikers, Autors und Regisseurs Jordan Peele bekam die Preise für Regie und den besten Film. "Das bedeutet mir viel", sagte Peele bei der Preisverleihung in einem Festzelt am Strand von Santa Monica. "Wir sind am Anfang einer Renaissance... wo die Geschichten von Outsidern ausgezeichnet, anerkannt und gefeiert werden."

"Get Out", das Debüt von Peele, thematisiert den unterschwelligen Rassismus liberaler Weißer in der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft (eine Rezension zum Film lesen Sie hier). Mit seiner Idee für "Get Out" war Peele zunächst bei vielen Studios abgeblitzt - viele hassten das Drehbuch geradezu. "Ich war mir ziemlich sicher, dass die Idee viel zu verrückt und gewagt sei", sagte Peele im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Der Film wurde zum Sensationserfolg.

"Get Out" ist auch für vier Oscars nominiert: Er geht in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Original-Drehbuch ins Rennen, außerdem hat Daniel Kaluuya bei der Verleihung am Sonntag Chancen, als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet zu werden.

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"Get Out": Sie sind wirklich hinter dir her

Die Spirit Awards zeichnen Filmproduktionen aus, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Sie werden traditionell einen Tag vor der Oscar-Gala verliehen - genauso wie die "Goldene Himbeere" für den schlechtesten Film des Jahres. In diesem Jahr ging der Spottpreis an "Emoji - Der Film" (die weiteren Preisträger können Sie hier nachlesen).

In den vergangenen vier Jahren holten die Siegerfilme bei den Spirit Awards - "12 Years a Slave", "Birdman", "Spotlight" und "Moonlight" - jeweils auch den Oscar als bester Film.

Bei der diesjährigen Verleihung der Spirit Awards wurde Oscar-Anwärterin Frances McDormand für ihre Darbietung in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Sie setzte sich unter anderem gegen Margot Robbie ("I, Tonya") und Saoirse Ronan ("Lady Bird") durch. Der ebenfalls für einen Oscar nominierte Hauptdarsteller Timothée Chalamet ("Call Me By Your Name") schlug Mitbewerber wie Daniel Kaluuya ("Get Out") und James Franco ("The Disaster Artist").

Im vergangenen Jahr hatte "Toni Erdmann" den Independent Spirit Award als bester Auslandsfilm gewonnen, diesmal waren keine deutschen Filme unter den Anwärtern. Der Preis in dieser Kategorie ging an den chilenischen Film "Eine fantastische Frau", der von Deutschland mitproduziert wurde.

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Independent Spirit Awards 2018: Die Gewinner

Sämtliche Preisträger der Independent Spirit Awards 2018 im Überblick:

  • Bester Film - "Get Out"
  • Beste Regie - Jordan Peele, "Get Out"
  • Beste Hauptdarstellerin - Frances McDormand, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
  • Bester Hauptdarsteller - Timothée Chalamet, "Call Me by Your Name"
  • Beste Nebendarstellerin - Allison Janney, "I, Tonya"
  • Bester Nebendarsteller - Sam Rockwell, "Three Billboards outside Ebbing, Missouri"
  • Bestes Drehbuch - Greta Gerwig, "Lady Bird"
  • Bester Schnitt - Tatiana S. Riegel, "I, Tonya"
  • Bester Dokumentarfilm - "Faces/Places"
  • Beste Kamera - Sayombhu Mukdeeprom, "Call Me by Your Name"
  • Bester Debütfilm - "Ingrid Goes West"
  • Bestes erstes Drehbuch - Emily V. Gordon, Kumail Nanjiani, "The Big Sick"
  • John Cassavetes Award - "Life and nothing more"
  • Robert Altman Award - "Mudbound"
  • Bester Auslandsfilm - "A Fantastic Woman", Chile (Director: Sebastián Lelio)
  • Piaget Producers Award - "Summer Shelton"
  • Kiehl's Someone To Watch Award - Justin Chon, "Gook"
  • Jeep Truer Than Fiction Award - Jonathan Olshefski, "Quest"
  • Bonnie Award - Chloé Zhao
  • Seattle Story Award - Matty Brown

aar/dpa

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vulcan 04.03.2018
1. Und?
Haben Sie es hier geschafft, alles schön gleichmässig zu verteilen, damit sich niemand benachteiligt fühlt? Außerdem ist 'Mudbound' ein ziemlich doofer Film.
5b- 04.03.2018
2. Knöpfe müssen gedrückt werden
Get Out ist ein an sich mäßiger Film. Er will aber das kontroverse Thema Rassismus gegenüber afrika-stämmigen und von ehemaligen Sklaven abstammenden sogenannten Afroamerikanern behandelt wissen. Das scheint der Masse genug um zu denken, dass er es auch tut. Die Grundaussage des Films ist leider: Rassismus gegenüber von Sklaven abstammenden gibt es immer noch. Dabei sollte es bleiben. Wenn man den Rest ernst nimmt, dann wäre die weitere Aussage: Der Rassismus ist teilweise viel schlimmer als man denken mag. Es gibt keinen Ausweg, daher sollte man sich als schwarzer vor weißen US-Amerikanern fern halten. Wenn man es dann noch weiter treibt, sagt der Film: Da man nicht wirklich zusammen leben kann, soll man nicht nur weiterhin nach Rassen trennen, sondern im Konfliktfall mit Angriff reagieren. Rassisten kommt man nur bei, wenn man sie ins Gefängnis steckt oder tötet. Amerika ist zutiefst rassistisch. Es ist ein weicher Rassismus der vorherrscht. Eigentlich sind alle gleich, vor dem Gesetzt und auch irgendwie sonst. Dennoch sollte man unter sich bleiben: Weiß bei Weiß, Schwarz bei Schwarz und so auch mit Braun, Rot und Gelb—wobei das letztere nicht so genannt wird (Ostasiaten sind ja leider auch eher braun oder weiß als gelb). Toll dass die größte Minderheit der USA endlich mehr mediale Präsenz erhält. Schade um Latinos, Asiaten und, ach ja, von Ureinwohnern Abstammende. Die bleiben weiterhin außen vor. In Filmen gibt es zwar Quoten, die dafür sorgen, dass man überall Schwarze, Latinos und Asiaten (in der Hierarchie) sieht—auch wo sie nicht hingehören (rein optisch/historisch). Ansonsten leben doch alle gerne getrennt. Da sind die Deutschen schon etwas besser—aber auch nicht viel. Wenigstens ist bei uns das Ziel Integration, also Assimilierung. Leider verstehen viele das als einseitige Anpassung und ignorieren gerne dass auch der an den angepasst wird sich dabei selbst anpassen sollte um daraus etwas gutes zu machen.
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