"Indiana Jones" Lucas kündigt vierten Teil an

Die Spekulationen haben ein Ende: George Lucas kündigte an, im Frühjahr 2007 einen vierten "Indiana Jones"-Film zu drehen - 18 Jahre nach dem letzten Teil. Auch Regisseur Spielberg und Hauptdarsteller Ford sind offenbar endlich mit dem Drehbuch einverstanden.


"Indiana Jones und die Verwüstungen der Zeit" soll der vierte Teil der legendären "Indiana Jones"-Filme heißen, glauben Spökenkieker auf der ganzen Welt zu wissen. Rückblickend wäre dieser Titel tatsächlich treffend - immerhin hat es 18 Jahre gedauert, bis eine der erfolgreichsten Film-Trilogien der achtziger Jahre nun ihre Fortsetzung finden soll.

"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989): Harrison Ford (re.) spielt auch bei Teil vier die Hauptrolle. Sean Connery könnte wieder als Indianas Vater auftreten
UIP

"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989): Harrison Ford (re.) spielt auch bei Teil vier die Hauptrolle. Sean Connery könnte wieder als Indianas Vater auftreten

Bevor es überhaupt so weit kommen konnte, wurden die Fans jahrelang mit vagen Andeutungen gequält. Doch jetzt hat sich Produzent George Lucas festgelegt: Im kommenden Jahr ist Drehstart für einen vierten Kinofilm über den Popstar unter den Archäologen, Indiana Jones. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP bestätigte Lucas, dass der Film im Mai 2008 in die Kinos kommen soll.

Beide Termine wurden zwar schon seit Monaten gerüchteweise gehandelt. Aber nun teilte Lucas mit, er habe sich mit dem Regisseur Steven Spielberg und Hauptdarsteller Harrison Ford über die endgültige Fassung des Drehbuchs geeinigt. Nach mehr als zehn Jahren Entwicklung habe keine der drei Schlüsselfiguren mehr Einwände gegen die Handlung.

Vierter Teil als Altherren-Abenteuer

Schon beim zweiten Teil der Saga, "Indiana Jones und der Tempel des Todes" (1984), hatte Lucas dick aufgetragen, um nicht den direkten Vergleich mit dem Erstling "Jäger des verlorenen Schatzes" (1981) zu verlieren: In der legendären Einstiegssequenz von nur wenigen Minuten sieht man Indiana einem Shanghaier Nachtclub entfliehen, mit einem Schlauchboot aus einem abstürzenden Flugzeug über einen Gletscher in einen reißenden Fluss entkommen, der den Protagonisten – nebst attraktiver Begleitung – schließlich ins beschauliche Indien führt. Die atemlose Reihung gilt als Verbeugung vor den oft hanebüchenen Fortsetzungsfilmen der vierziger Jahre.

Wie die Handlung des vierten Films aussehen soll, darüber kann nur spekuliert werden. Dass Lucas den von seiner "Krieg der Sterne"-Reihe her bekannten Kniff einsetzen könnte, die Fortsetzung chronologisch vor den schon bekannten Filmen zu verorten, kann für "Indiana Jones" indes ausgeschlossen werden: Schon beim Filmfest in Rom im vergangenen Oktober hatte Indiana-Darsteller Harrison Ford demonstrativ seine Bereitschaft unterstrichen, auch im vierten Teil die Hauptrolle spielen zu wollen und viele Stunts selbst zu übernehmen. Weil Ford aber 64 Jahre alt ist, scheidet er als Darsteller des jungen Indiana Jones wohl aus.

Rätselraten um die Besetzung

Außerdem hatte Lucas angedeutet, Sean Connery könnte als Vater Indianas auf die Leinwand zurückkehren. Diese Rolle spielte er in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989). In der Öffentlichkeit hatte Connery aber bisher stets gesagt, er habe kein Angebot erhalten. Wie der Branchendienst "International Movie Database" schreibt, werden außerdem Karen Allen ("Der Sturm"), Natalie Portmann ("Krieg der Sterne") und John Rhys-Davis ("Der Herr der Ringe") als mögliche Schauspieler gehandelt.

Die "Indiana Jones"-Trilogie hat nach Angaben der BBC weltweit über 1,1 Milliarden US-Dollar (rund 830 Millionen Euro) eingespielt. Mitte der neunziger Jahre hat Lucas das einträgliche Indiana-Jones-Merchandising außerdem Richtung Fernsehen ausgeweitet – mit der TV-Serie "Die Abenteuer des jungen Indiana Jones". Und zum 60. Geburtstag von Steven Spielberg hatte der Produzent Bernd Eichinger in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geschrieben: "Spielberg (manchmal im Tandem mit George Lucas) ist eine Liga für sich." Der Regisseur könne in Hollywood machen, was immer er wolle. Grenzen scheinen dem neuen "Indiana Jones" also kaum gesetzt, man darf gespannt sein.

stx/AP



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