"Inglourious Basterds"-Regisseur Quentin Tarantino verehrt Leni Riefenstahl

"Sie war die beste Regisseurin, die je lebte": Quentin Tarantino verrät jetzt im SPIEGEL, dass er die Werke der umstrittenen Regisseurin Leni Riefenstahl verehrt. Als Vorbereitung auf seinen neuen Film "Inglourious Basterds" habe er außerdem Joseph Goebbels' Tagebücher gelesen.


Quentin Tarantino: Der Regisseur bei der Premiere des Film "Inglourious Basterds" am 28. Juli in Berlin
ddp

Quentin Tarantino: Der Regisseur bei der Premiere des Film "Inglourious Basterds" am 28. Juli in Berlin

Der 46-jährige US-Filmemacher Quentin Tarantino verehrt die wegen ihrer Nazi-Propagandafilme umstrittene Regisseurin Leni Riefenstahl. "Sie war die beste Regisseurin, die jemals lebte. Um das zu erkennen, muss man nur ihre Olympia-Filme ansehen", sagte Tarantino in einem Interview mit dem SPIEGEL.

Tarantino las zur Vorbereitung auf seinen neuen Weltkriegsfilm "Inglourious Basterds" unter anderem die Memoiren Riefenstahls (1902 bis 2003) sowie die Tagebücher von Propagandaminister Joseph Goebbels, wie er dem SPIEGEL erklärte.

Tarantino schätzt auch viele der unter Goebbels’ Aufsicht produzierten deutschen Spielfilme: "Wenn man sich nur die deutschen Filme bis 1945 ansieht, merkt man kaum, dass Krieg herrschte."

Es sei keineswegs so, dass die meisten der mehr als 800 Streifen, die in jenen Jahren gedreht worden seien, Propagandawerke wie "Der ewige Jude" oder "Jud Süß" gewesen seien.

Es habe auch viele Komödien, Operetten, Liebesgeschichten und Melodramen gegeben. "Einige dieser Filme waren ziemlich gut", sagte Tarantino.

rom/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.