Iranischer Regisseur Gericht bestätigt Haft für Panahi

Sechs Jahre Haft, 20 Jahre Berufsverbot: Dagegen hat der iranische Regimekritiker Jafar Panahi geklagt - erfolglos, wie staatliche Medien jetzt berichten. Der auf europäischen Festivals gefeierte Filmemacher will aber weiter um seine Freiheit kämpfen.

Jafar Panahi: Das 20-jährige Berufs- und Reiseverbot wurde bestätigt
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Jafar Panahi: Das 20-jährige Berufs- und Reiseverbot wurde bestätigt


Hamburg/Teheran - Propagandafilme gegen die Islamische Republik - so lautete das Urteil des Berufungsgerichts. Der regimekritische iranische Filmregisseur Jafar Panahi hatte eine Klage gegen die sechs Jahre Haft eingereicht, zu denen er im Dezember letzten 2010 verurteilt worden ist. Das Berufungsgericht bestätigte die Haftstrafe des Filmemachers, berichteten staatliche Medien am Samstag.

Auch das 20-jährige Berufs- und Reiseverbot für Panahi wurde aufrechterhalten. Der 50 Jahre alte Regisseur habe gegen die nationale Sicherheit verstoßen. Panahis Anwältin kündigte an, in nächster Instanz gegen das Urteil anzugehen. "Sobald ich offiziell das Urteil zu der Haftstrafe und dem Arbeitsverbot bekomme, werde ich den Fall an den Obersten Gerichtshof geben", erklärte sie der Nachrichtenagentur Isna.

Panahi war 2011 Jurymitglied der Berlinale, durfte aber, weil er unter Hausarrest stand, den Iran nicht verlassen. 2006 hat der iranische Filmemacher für seinen Film "Offside" den Silbernen Bären des Filmfestivals in Berlin gewonnen. Auf dem Filmfestival von Cannes 2011 wurde im Mai - ebenfalls in Abwesenheit des Künstlers - sein Werk "In Film Nist" ("Dies ist kein Film") gezeigt.

Immer wieder hat sich Panahi kritisch zu politischen und sozialen Entwicklungen im Iran geäußert. Während der "grünen Revolution" nach den Präsidentschaftswahlen 2009 warf Panahi Präsident Mahmud Ahmadinedschad Wahlbetrug vor

cbu/dpa

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