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Islamisten-Komödie "Four Lions" Zu blöd zum Bomben

Islamisten-Komödie "Four Lions": Sprengen und gesprengt werden
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Capelight

Plastik-MG, Panzerfaust-Unfall, verwirrte Glaubensbrüder: Der Film "Four Lions" zeigt das Innenleben einer dilettantischen Terrorzelle. Drei Jahre lang hat der britische Regisseur Chris Morris für den Film recherchiert. Das Ergebnis ist verstörend authentisch und oft überzogen komisch.

Das Maschinengewehr im Bekennervideo ist aus Plastik und für Kinderhände gemacht - wild entschlossen sind sie trotzdem, sich und andere im Namen des Islam zu töten: Fünf junge Männer, die in Großbritannien leben. Omar, der charismatische Anführer, Fessel, Waj, Hassan und Barry. Bloß: Die Selbstmord-Fanatiker sind ausgesprochene Dilettanten.

Die provokante Satire "Four Lions" hat mehr als ein Jahr nach dem offiziellen Start nun auch einen deutschen Verleih gefunden. Am Donnerstag startet die verstörende Mischung aus Comedy und Drama in den Kinos.

Weil es bei der Umsetzung ihres mörderischen Vorhabens zunächst hapert, sollen zwei von ihnen erst mal einen Terroristen-Basislehrgang in Pakistan absolvieren. Konvertit Barry würde auch gerne mit, hat aber nicht die nötigen Kontakte und nervt durch seine Unberechenbarkeit und seinen Fanatismus. Auf der Fahrt zum Flughafen sperren sie ihn deswegen lieber in den Kofferraum, bevor er sich doch noch ein Flugticket kaufen kann. Im Trainingscamp stellen sich die beiden Möchtegern-Dschihadisten allerdings dermaßen deppert an - als Omar auf eine nahende US-Drohne feuern will, hält er die Panzerfaust falsch herum - dass sie schon nach wenigen Tagen zurück in ihre Heimat müssen.

Ihrer Autorität zu Hause schadet das nicht, also schreiten die verwirrten Wut-Islamisten zur Tat, besorgen sich ohne größere Vorsichtsmaßnahmen und Probleme allerhand bombenfähige Chemikalien. Bei einem ersten Test sprengt sich Faisal versehentlich selbst in die Luft, übrig bleiben die "Four Lions". Nach heftigem Streit - Barry möchte eine Moschee in ihrer Heimatstadt Sheffield sprengen, damit sich die Glaubensbrüder radikalisieren - steht das Ziel fest: eine große Sportveranstaltung in London.

Drei Jahre soll Regisseur Chris Morris für die Geschichte recherchiert haben. Es gibt sorgfältig ausgearbeitete Details, darunter eine Szene, in der sich die Gruppe anfeuert und Mut zuspricht: Die "Four Lions" - der Titel suggeriert es - erinnern in ihrem Verhalten ein wenig an Fußballfans. Auf den Überwachungsbändern, die nach den Rucksackbomber-Anschlägen in der London U-Bahn vom Juli 2005 ausgewertet wurden, fand sich genau so eine Szene.

Wasserpistolen-Duelle im Wohnzimmer

Viel Wert legt der Film auf die ganz gewöhnlichen Lebensumstände der angehenden Selbstmordattentäter. Sie führen ein durchaus modernes Leben und fechten zusammen mit der Angetrauten Wasserpistolen-Duelle im Wohnzimmer aus. Das Publikum sieht vordergründig normale Typen auf der Leinwand, die auf ihrer heiligen Mission in ein Abenteuer stolpern, dessen Anforderungen zu hoch und dessen Konsequenzen zu groß für sie sind.

Warum sie sich nun unbedingt in die Luft sprengen müssen, wird nicht weiter erklärt. Einer der Terroristen, Waj, ist noch verpeilter als die anderen und will sich eigentlich gar nicht umbringen. Mit allerlei Tricks zerstreuen seine Genossen die Zweifel: "Du bist verwirrt, Bruder." Am Ende will Omar, seinen eigenen Irrsinn erkennend, ihn davon abhalten, sich an der mörderischen Aktion zu beteiligen. Doch der Versuch schlägt furchtbar fehl.

Leider kann sich der Film nicht so recht entscheiden: In seinen besten Szenen zeigt er unentschlossene und überforderte Terroristen, unbeholfen agierende Polizisten, die Verkettung glücklicher Zufälle und chaotischer Umstände. Vor allem geschieht vieles sehr unaufgeregt und nebenbei. Viele dieser Passagen sind geradezu überzogen komisch. Trotzdem bleibt "Four Lions" zunächst ein Film, der seinen Charakteren auf Augenhöhe begegnet und ernst genommen werden will.

Dann aber muss es oft noch einen Tick lustiger sein als nötig. Zwei der Chaos-Glaubensbrüder geraten so zu regelrechten Witzfiguren, über die sich der Film gnadenlos lustig macht. Zu blöd, um noch glaubhaft zu sein. Dabei ist die Pointe gut gesetzt: Noch die lächerlichsten Trottel können eine Katastrophe anrichten.

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insgesamt 83 Beiträge
rumpel84 21.04.2011
mal wieder eine willkommene Gelegenheit für die Betroffenen in die Opferrolle zu schlüpfen und beleidigt zu sein.
mal wieder eine willkommene Gelegenheit für die Betroffenen in die Opferrolle zu schlüpfen und beleidigt zu sein.
vanilla.hk 21.04.2011
Ein sehr lustiger, amuesanter Film. Genau solche Idioten vermute ich hinter jedem Islamisten.
Ein sehr lustiger, amuesanter Film. Genau solche Idioten vermute ich hinter jedem Islamisten.
felisconcolor 21.04.2011
schön das der Film nun endlich in Deutschland läuft Ich denke er ist ein absolutes MUSS
schön das der Film nun endlich in Deutschland läuft Ich denke er ist ein absolutes MUSS
MonaM 21.04.2011
"Zwei der Chaos-Glaubensbrüder geraten so zu regelrechten Witzfiguren, über die sich der Film gnadenlos lustig macht. Zu blöd, um noch glaubhaft zu sein. Dabei ist die Pointe gut gesetzt: Noch die lächerlichsten Trottel [...]
"Zwei der Chaos-Glaubensbrüder geraten so zu regelrechten Witzfiguren, über die sich der Film gnadenlos lustig macht. Zu blöd, um noch glaubhaft zu sein. Dabei ist die Pointe gut gesetzt: Noch die lächerlichsten Trottel können eine Katastrophe anrichten." (http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,758133,00.html) Dabei denkt man zwangsläufig an die Monty Pythons. Irrsinn ließ sich schon immer am besten bekämpfen, indem man ihn lächerlich machte. Der Film (http://www.fourlions-film.de/) scheint diese Erkenntnis prima umzusetzen.
frubi 21.04.2011
Was soll man auch von Leuten erwarten, die sich tatsächlich in der Hoffnun auf Milch, Honig und Jungfrauen in die Luft sprengen. Obwohl ich auch davon ausgehe, dass ein Großteil der Selbstmordattentäter nicht die waren Schurken [...]
Zitat von vanilla.hkEin sehr lustiger, amuesanter Film. Genau solche Idioten vermute ich hinter jedem Islamisten.
Was soll man auch von Leuten erwarten, die sich tatsächlich in der Hoffnun auf Milch, Honig und Jungfrauen in die Luft sprengen. Obwohl ich auch davon ausgehe, dass ein Großteil der Selbstmordattentäter nicht die waren Schurken sind sondern diejenigen, die Sie dazu überreden. Das sind meistens kluge Propagandisten die wesentlich gefährlicher sind als die beeinflussbaren (und oftmals auch jungen) Menschen die sich dann die Weste umschnallen. Ich werde mir den Film ansehen da ich mich bereits bei dem Trailer ordentlich amüsiert habe. Man kann und soll über alles lachen können. Wieso nicht auch über ein paar verschwurbelte Islamisten.
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Four Lions

Originaltitel: Four Lions

UK 2010

Regie: Christopher Morris

Drehbuch: Christopher Morris, Jesse Armstrong, Sam Bain, Simon Blackwell

Darsteller: Riz Ahmed, Arsher Ali, Nigel Lindsay, Kayvan Novak, Adeel Akhtar, Benedict Cumberbatch, Julia Davis, Craig Parkinson

Produktion: Warp Films

Verleih: Capelight/Wild Bunch

Länge: 101 Minuten

FSK: 16

Start: 21. April

Offizielle Website zum Film







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