James-Bond-Regisseur Guy Hamilton ist tot

Er führte bei vier Bond-Filmen Regie: Guy Hamilton galt als der Regisseur, der den Agentenfilmen zum internationalen Durchbruch verhalf. Jetzt ist der Brite im Alter von 93 Jahren gestorben.

Guy Hamilton (1967)
Getty Images

Guy Hamilton (1967)


Der britische Filmregisseur Guy Hamilton ist tot. Hamilton, der durch seine vier James-Bond -Filme Berühmtheit erlangte, starb im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca. Er sei am Mittwochabend gestorben, teilte die Sprecherin des "Hospital Juaneda Miramar" in der Inselhauptstadt Palma mit. Nach Medienberichten lebte Hamilton schon seit einigen Jahren zurückgezogen auf der spanischen Ferieninsel.

Eine der ersten öffentlichen Reaktionen kam vom ehemaligen Bond-Darsteller Roger Moore. "Unglaublich, unglaublich betrübt zu hören, dass der wunderbare Regisseur Guy Hamilton in den großen Schneideraum im Himmel gegangen ist", twitterte der 88-jährige.

Hamilton führte bei vier Bond-Filmen Regie. Seinen Einstand in der Serie feierte er 1964 mit dem dritten 007-Abenteuer "Goldfinger" mit Sean Connery als Hauptdarsteller. Anders als sein Vorgänger Terence Young, der die Bond-Filme als harte Thriller etablierte, fügte Hamilton den Humor und einen auf Schauwerten basierenden Eskapismus hinzu, für den sie Serie bis heute steht. "Goldfinger" wurde als erster Film der Reihe zum internationalen Kassenschlager.

Sieben Jahre später drehte Hamilton "Diamantenfieber", bei dem Connery seinen letzten Auftritt als "007" hatte. Besser zu Hamiltons Popcorn-Ansatz passte allerdings dessen Nachfolger Roger Moore, die beiden arbeiteten erfolgreich bei "Leben und sterben lassen" (1973) und "Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974) zusammen.

Der Brite Hamilton wurde 1922 in Paris geboren. In Frankreich übernahm er erste kleine Jobs im Filmgeschäft, bevor er sich der britischen Marine anschloss. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hamilton zunächst als Regieassistent. Anfang der Fünfzigerjahre drehte er seinen ersten eigenen Film.

Zu seinen bekannteren Werken gehören der Spionage-Film "Finale in Berlin" (1966) mit Michael Caine und Paul Hubschmid sowie die Agatha-Christie-Adaptionen "Mord im Spiegel" (1980) und "Das Böse unter der Sonne" (1982). Hamilton, der oft auch an Drehbüchern mitschrieb, drehte 1989 seinen letzten Film "Trau keinem Schurken" mit Mario Adorf und David Carradine.

mka/dpa/AFP



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