Hamburg - Im Auftrag Ihrer Majestät? Ja, aber eben nicht nur. James Bond, der berühmteste Agent der Kinogeschichte, steht immer auch im Dienst von Werbekunden. Offenbar soll die britische Doppelnull einen Teil der Kosten ihres neuen Filmabenteuers "Skyfall" bereits vor der ersten verkauften Kinokarte hereinholen - mit einem simplen Tausch: Statt an seinem Leibgetränk Martini wird Bond dem amerikanischen Fachmagazin "Advertising Age" zufolge in zumindest einer Szene an einem Pils nippen.
Bereits seit 15 Jahren sponsert der niederländische Brauerei-Konzern Heineken die Agenten-Reihe. Allerdings griff der Filmheld selbst bislang noch nie zu der weltweit am weitesten verbreiteten Biermarke. In "Ein Quantum Trost" war es noch Bond-Girl Camille, die Heineken trank. Das Unternehmen selbst gab zwar im Februar die Fortsetzung des Sponsorings bekannt, erwähnte aber keinen direkten Filmauftritt in den Händen des Agenten.
Bei dem bislang jüngsten Bond-Film von 2008 zählten zudem noch weitere Getränkehersteller zu den Lizenzpartnern - darunter Smirnoff und Coca-Cola, das die vor allem auf Männer als Zielgruppe ausgerichtete Coke Zero bewarb. Im Fall der zuckerfreien süßen Brause beschränkte sich die Kooperation auf Sonder-Werbespots im Bond-Look sowie einer eigenen Coke-Zero-Edition.
Dass James Bond nun diesmal höchstselbst zum Heineken statt zum gerührten, eleganten Martini greifen soll, vollzöge nun auch in Sachen Alkoholkonsum einen Stilbruch, der auf anderer Ebene bereits stattgefunden hat: Daniel Craig hat das Image des Agenten Ihrer Majestät in den Jahren seit 2006 deutlich in Richtung kerniger Männlichkeit verschoben. Ein kühles Bier wirkt bei seiner Bond-Action-Version jedenfalls authentischer, als es etwa bei seinen Vorgängern Pierce Brosnan oder Roger Moore der Fall gewesen wäre.
Craig in Promo-Film für Olympia in London
Insgesamt sollen für den 23. James-Bond-Film Lizenzverträge über insgesamt 45 Millionen Dollar abgeschlossen worden sein, wie unter anderem "The Australian" und die Online-Postille "The Huffington Post" bereits im vergangenen Mai berichteten.
Damit läge "Skyfall" - so der Titel - bei den derart generierten Einnahmen dennoch deutlich unter denen der Vorgänger "Ein Quantum Trost" und "Casino Royale", die jeweils mehr als hundert Millionen Dollar durch Lizenzverkäufe eingebracht haben sollen.
Für das ausführende Filmstudio MGM sind diese Einnahmen jedenfalls essentiell: Im Jahr 2010 musste die Firma Insolvenz anmelden, der neue Film der Agentenreihe verzögerte sich unter anderem auch durch diese Finanzprobleme erheblich. Jetzt soll "Skyfall" im Herbst anlaufen, Regie führt Sam Mendes ("American Beauty"), die Französin Bérénice Marlohe soll offenbar das Bond-Girl Severine darstellen. Die Produktionskosten werden auf 150 bis 200 Millionen Dollar geschätzt. Das Einspielergebnis von "Casino Royale" lag bei 595 Millionen Dollar.
Bond-Darsteller Daniel Craig ist derzeit übrigens noch mit einer anderen PR-Maßnahme beschäftigt: Laut einem Bericht der britischen "Sun" mimt Craig in einem Werbefilm für die Olympischen Spiele in London in diesem Sommer - Überraschung: einen Agenten Ihrer Majestät.
Demnach erhält Craig als Superagent den Auftrag der Queen, die Spiele zu eröffnen. Natürlich lässt er sich nicht mit dem Taxi transportieren, sondern benutzt stilgerecht den Helikopter als Rampe für einen Fallschirmsprung in das Stadion. Inszeniert wird der Promo-Film laut der Zeitung von "Trainspotting"-Regisseur Danny Boyle.
fdi
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