Jean-Jacques Annaud: "Töten ist nie lustig"

"Duell - Enemy at the Gates" heißt der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale. Der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud will mit seinem Werk ein Zeichen gegen die Verharmlosung des Krieges setzen.

Jean-Jacques Annaud bei den Dreharbeiten zu "Enemy at the Gates"
DPA

Jean-Jacques Annaud bei den Dreharbeiten zu "Enemy at the Gates"

Berlin - "Ich hoffe, dass unser Film eines ganz deutlich zeigt: Krieg ist nie schön, Töten ist nie lustig. Jeder, der euch das erzählt, lügt", sagte Annaud in einem Interview. Auf die Idee zum Film sei er vor Jahren beim Lesen einer Sammlung von Interviews mit deutschen und sowjetischen Veteranen des Zweiten Weltkriegs gekommen.

"Diese Briefe haben mich nicht mehr losgelassen", sagte der Regisseur. "Da wird klar, dass die Menschen von den Diktatoren Hitler und Stalin nur als Kanonenfutter missbraucht worden sind. Ihre Gefühle, Ängste, Hoffnungen zählten nicht. Die aber will ich zeigen, um sie zu bewahren." Die mit rund 180 Millionen Mark teuerste europäische Produktion aller Zeiten beruht auf tatsächlichen Ereignissen, die Annaud frei umsetzte.

"Wir haben uns einige Freiheiten genommen"

"Kino braucht große Emotionen. Theorien und historische Exaktheit sind als Hintergrund wichtig. Doch die können Bücher wunderbar liefern", sagte er. "Im Vordergrund eines Spielfilms muss eine bewegende Geschichte, müssen packende Charaktere stehen. Da haben wir uns natürlich einige Freiheiten genommen. Doch das Eigentliche, das Grauen des Krieges, bleibt natürlich erhalten."

Gedreht wurde die Story um einen russischen und einen deutschen Scharfschützen, die sich während der Schlacht um Stalingrad ein gnadenloses Duell liefern, überwiegend in Potsdam-Babelsberg. Der Franzose Annaud, der schon "Der Name der Rose" in Deutschland realisiert hatte, schwärmte von den Dreharbeiten: "Die Deutschen sind wunderbare Teamarbeiter. Es war wieder eine großartige Erfahrung."

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