Berliner Firma plant WikiLeaks-Film Julian Assange, unser "Robin Hood"

Als Held taugt er nur bedingt, trotzdem plant eine Berliner Produktionsfirma einen fiktionalen Film über WikiLeaks-Gründer Julian Assange, den "Robin Hood unseres digitalen Zeitalters". Zuvor zeigten bereits andere Filmemacher Interesse an seinem Leben.

REUTERS

Berlin - Die Berliner Produktionsfirma Port-au-Prince plant einen Film über den WikiLeaks-Gründer Julian Assange. "Es geht um einen fiktionalen Stoff, den wir mit Cyril Tuschi zusammen entwickeln", sagte Produzent René Römert am Dienstag und bestätigte damit Medienberichte. Der Arbeitstitel des Projekts? Schlicht und einfach: "Leaks". Und als Tagline gibt die Homepage der Produktionsfirma an: "Die Geschichte über einen Robin Hood unseres digitalen Zeitalters".

Laut Römert soll das Werk keine Filmbiografie oder Skandalgeschichte werden. Ergründet werden solle, was einen Menschen wie Assange ausmache, der so im Rampenlicht stehe, so hohe Ideale habe - aber eben auch Fehler mache: "Es geht um die Person." Besetzung und Drehbeginn stünden noch nicht fest. Filmemacher Tuschi hatte sich bereits in der Kreml-kritischen Doku "Chodorkowski" an einen heiklen Stoff gewagt: Darin geht es um Russlands berühmtesten Häftling und Ex-Ölmilliardär Michail Chodorkowski.

Port-au-Prince ist nicht die einzige Produktionsfirma, die Interesse an Assange und WikiLeaks als Filmstoff gezeigt hat. Bereits Anfang 2011 wurde bekannt, dass die Produktionsfirmen Josephson Entertainment und Michelle Krumm Productions die Filmrechte für die Assange-Biografie "The Most Dangerous Man in the World" des australischen Reporters Andrew Fowler erworben haben.

"Nachdem ich Andrew getroffen und einige Kapitel seines gehaltvollen Buchs gelesen hatte", sagte Produzentin Krumm dem Branchendienst "Variety", "wusste ich, dass wir mit Hilfe seiner unglaublich tiefen Einsicht in den Stoff einen aufregenden Thriller auf die Leinwand bringen können." Über das Entwicklungstadium ist das Projekt seitdem noch nicht hinaus gekommen. Die Spekulationen über eine mögliche Besetzung häuften sich dagegen - siehe die unten stehende Bildergalerie.

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9  Bilder
Biopic über Julian Assange: Hollywoods Anwärter
Assange kämpft seit eineinhalb Jahren gegen seine Auslieferung von Großbritannien nach Schweden. In dem skandinavischen Land werden ihm Sexualdelikte vorgeworfen. Er selbst sieht hinter den Anschuldigungen politische Motive. Zuletzt machte er von sich reden, als er politisches Asyl in Ecuador beantragte und in die ecuadorianische Botschaft in London flüchtete. Dort hält er sich weiterhin auf.

hpi/dpa

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