Kino-Kitsch "Australia" Lady Nicole im Nirgendwo

Groß, größer, "Australia"? Regisseur Baz Luhrmann wollte ein Meisterwerk schaffen, ein Epos über sein Heimatland. Entstanden ist ein brachial enttäuschender Genre-Bastard mit Kidman und Jackman, öder Computeroptik und furchtbarem Drehbuch - ein Aquarium hat mehr Tiefe als dieser Film.

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Eine große Liebesgeschichte, die Geburt einer Nation und Landschaftsaufnahmen von noch nie gesehenen Ausmaßen: Man kann sich gut vorstellen, was Baz Luhrmann im Sinn gehabt haben mag, als er sich vor vielen Jahren an die Arbeit machte, seinem Land ein Kinodenkmal zu schenken.

Eine Mischung aus dem Bürgerkriegsepos "Vom Winde verweht" (1939) und dem Australien-Western "Der endlose Horizont" (1960) sollte es wohl werden – hier liebten sich die Helden vor dem glühenden Rot einer in Flammen stehenden Nation, dort trieb man das Vieh durchs schier grenzenlose Outback des fünften Kontinents und wuchs am Lagerfeuer zusammen.

Groß, größer, "Australia" – das mag vor fünf Jahren die Formatvorgabe für Luhrmann gewesen sein, der in den USA durch Filme wie die Disco-Operette "Moulin Rouge!" zu einem der kassenträchtigsten Regisseure der Welt geworden war und nun endlich sein Bier, Wolle und Hardrock exportierendes Heimatland im ganz großen Stil auf der Kinolandkarte verorten wollte.

Dann kam die australische Tourismusbehörde ins Spiel. Die sorgte mit Steuervergünstigungen in Millionenhöhe beim Dreh für ein angenehmes finanzielles Umfeld, hatte aber offensichtlich auch die eine oder andere Idee, wie man in Luhrmanns Epos das zu bewerbende Land für potentielle Besucher attraktiv darstellen könnte.

Wie eine Mischung aus "Vom Winde verweht" und "Endloser Horizont" sieht der Film deshalb jetzt leider nicht mehr aus. Eher wie ein brachialer Genre-Bastard aus der Weltkriegsschmonzette "Pearl Harbor" und dem Dummbatzklamauk "Crocodile Dundee". Mit wenig feinsinniger Ironie werden hier nämlich noch mal die üblichen Klischees von biersaufenden Naturburschen verbreitet, während die Kriegsszenen nach Art des Hollywood-Großproduzenten Jerry Bruckheimer als digitales Trickgewitter daherkommen.

Die Durchdigitalisierung der Bilder erweist sich tatsächlich als schwerwiegendes Problem. Sicher, man kann nicht mehr wie einst Hollywood-Mogul David O. Selznick für "Vom Winde verweht" eine ganze hölzerne Kulissenstadt in Flammen aufgehen lassen, damit sich vor dem nächtlichen Horizont dieser ganz spezielle, gefährlich glimmende Rot-Ton ausbreiten kann, der die Leidenschaft der Protagonisten noch einmal extra befeuert.

Die gepixelten Panoramabilder erweisen sich jedoch auch aus einem anderen Grund als fatal: Sie verhindern beim Zuschauer, dass sich ein Gefühl für Raum und Weite einstellt. Ein Aquarium hat mehr Tiefe als dieser Film.

Genau darum aber soll es doch wohl eigentlich in "Australia" gehen: wie man sich in einem Raum behauptet, der weitgehend frei von landschaftlichen, juristischen und zivilisatorischen Begrenzungen ist.

Solche Freiheiten müssen auf eine englische Upper-Class-Lady des Jahres 1939 natürlich als größtmögliche Bedrohung wirken. Kein Wunder also, dass Sarah Ashley (Nicole Kidman) in ihrem steifen Khaki-Dress wie eine Ein-Frau-Kolonialarmee auftritt, um das feindliche Terrain zu sondieren. Eigentlich wollte sie nur ihren Ehemann zurück von der Rinderfarm auf die schöne europäische Heimatinsel holen. Doch ein Widersacher hat den Gatten ermorden lassen, so dass die Britin hier im Nirgendwo des australischen Nordens nun selbst ins Fleischgeschäft des Verstorbenen einzusteigen gedenkt.

Mit einem sternhagelvollen Buchhalter, einem chinesischen Koch, einem süßen Aborigine-Mischling und dem hübschen, aber ungezähmten Hinterwäldler Drover (Hugh Jackman) versucht Lady Ashley das Unmögliche: das Vieh ins viele hundert Meilen entfernte Hafenstädtchen zu treiben, wo die englische Marine zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bereit ist, viel Geld für frische eiweißreiche Soldatennahrung auszugeben.

Bis der lustig zusammengewürfelte Trupp zur quasifamiliären Zusammenkunft Aufstellung nehmen darf, sind allerdings einige Abenteuer zu bestehen: Da muss die entfesselte Rinderherde vor den Sturz in eine Schlucht bewahrt werden, da muss der infernalische nächtliche Angriff der Japaner aufs nördliche australische Festland überlebt werden, und da muss auch noch der kleine Mischlingsjunge aus den Fängen christlicher Missionare gerettet werden, die ihm seine Ureinwohnerinstinkte mit Gebeten und Gesängen austreiben wollen.

An dieser Stelle nun wächst sich dieser sehr schwache Abenteuerfilm zum bedenklichen Esoterik-Kitsch aus. Dieses Jahr hat sich die australische Regierung ja bereits offiziell bei den Ureinwohnern des Landes für den Raub und die Christianisierung junger Aborigines entschuldigt – eine Umerziehung, die übrigens noch bis in siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts praktiziert wurde. "Australia", von staatlichen Stellen abgesegnet und unterstützt, wirkt nun wie eine bemühte Verlängerung der offiziellen Anerkennung der Aborigines-Kultur in den fiktionalen Kosmos.

Das Problem: Regisseur Luhrmann betreibt in seinem Film die Beschwörung eines Naturmystizismus, an den er selber offensichtlich nicht bereit ist zu glauben. Wie aus heiterem Himmel steht deshalb immer, wenn es mal wieder brandgefährlich wird, der Opa des Jungen (David Gulpilil, bekannt aus dem Ethno-Klassiker "Walkabout" von 1971) unmotiviert auf einem Bein in der Handlung rum, um den Enkel und seine weißen Gefährten mit magischen Tricks zu beschützen. Ein wirklich abstoßendes postkoloniales Gönnertum macht sich so in der Geschichte breit: Vermeintlich politisch korrekt wird hier Ethno-Hokuspokus aufgefahren, ohne ihn ästhetisch und soziokulturell ernsthaft auszuführen.

So wird, was als Einigungsepos einer zerrissenen Nation beginnt, alsbald zur unverbindlichen Wildlife-Operette. Zu einer Art "Moulin Rouge!" im australischen Outback. Leider ohne die tolle Musik – und mit gar scheußlichen Tanzeinlagen: Für einen Wohltätigkeitsball am Vorabend des japanischen Überfalls muss sich der massiv bärtige Viehtreiber Drover nämlich komplett enthaaren und in ein weißes Dinnerjacket zwängen. Und das alles für einen ziemlich öden Foxtrott.

Noch so eine postkoloniale Zwangsmaßnahme: Australier, wo ist das alles hin, die Weite eures Landes und die Ungezähmtheit eurer Seelen!?



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
vincenz72 25.12.2008
1. Filmkritik zu Australien
Man kann so einfach, so mühelos.... alles schlecht finden. Es ist immer eine wunderbare Lösung für einen Filmkritiker, der selbst nicht imstande wäre, einen einigermassen unterhaltsamen dreiminütigen Geburtstagsfilm für ein 5 jähriges Kind zu drehen. Die Anstrengung, die hinter jedem Film, besonders aber einem Werk wie " Australia" steht, hat sowenig mit der kleinen, halb gemütlichen, halb frustrierten Lebenswelt eines Filmjournalisten zu tun, der tageintagaus Filme am Laufband sieht, um sie dann von seinem hohen Ross ( auf dem er absurderweise zu sitzen gedenkt) zu beurteilen. Er fällt also ein Urteil und dieses muss hart sein, seine einzige Möglichkeit, irgendein Profil zu gewinnen, ist Schärfe. Ein Lob, Bewunderung oder gar kindliche, naive Freude.....davon hat sich ein Kritiker lange entfernt. Die Kritik zu "Australia" zeigt, wie analytisch, wie nüchtern, wie unfähig zur Romantik, zur Unterhaltung...dieser Kritiker in einem dunklen Kinosaal sitzt, sofort bereit zur Attacke und zur Vernichtung der Arbeit hunderter Menschen über Jahre hinweg. Natürlich ist auch immer eine gehörige Portion Neid im Spiel, klar, das ist menschlich, aber das Selbstbewusstsein, die laute Stimme, die jemand erhebt, um gnadenlose Urteile über Filme zu fällen, hinter deren Kulissen er nie wirklich blicken kann und deren Handwerk er nie wirklich begreifen wird, egal, wieviel Bücher oder Ein Tages Touren er an Filmsets unternimmt, diese seltsam von eigenen Zweifel befreite,, humorlose und harte Art der Kritik....ist einfach erstaunlich dreist und....tragisch. Die diebische Freude, etwas kaputt und lächerlich machen zu wollen, gepaart mit einer seltsamen Genugtuung, sich wieder mal nicht gut unterhalten zu haben, ist Markenzeichen vieler deutschen Filmkritiker. Das ist auch der Grund, warum diese schwer verkopften, wenig sinnlichen und oftmals humorfreien Nichtserleber grosse Profilierung und elitäre Befriedigung empfinden, wenn sie endlich mal wieder irgendwelche blutleeren, kunstgewerblichen, absichtsvollen und betont langsamen Kunstfilmwerkchen der " Berliner Schule" oder ähnlichem Quatsch angötzen dürfen, wo alle ernst und bedeutungsvoll herumgucken, als Kinder missbraucht wurden und ständig der Wind durch die Büsche weht. Dann kommt das Lieblingswort der Deutschen Pseudointellektuellen zum Einsatz: " Unaufgeregt erzählt", loben sie. Warum eigentlich nicht mal " aufgeregt" erzählt? Oder besser noch: " "Aufregend?"
barlog 25.12.2008
2. .
Zitat von vincenz72Man kann so einfach, so mühelos.... alles schlecht finden. Es ist immer eine wunderbare Lösung für einen Filmkritiker, der selbst nicht imstande wäre, einen einigermassen unterhaltsamen dreiminütigen Geburtstagsfilm für ein 5 jähriges Kind zu drehen. Die Anstrengung, die hinter jedem Film, besonders aber einem Werk wie " Australia" steht, hat sowenig mit der kleinen, halb gemütlichen, halb frustrierten Lebenswelt eines Filmjournalisten zu tun, der tageintagaus Filme am Laufband sieht, um sie dann von seinem hohen Ross ( auf dem er absurderweise zu sitzen gedenkt) zu beurteilen. Er fällt also ein Urteil und dieses muss hart sein, seine einzige Möglichkeit, irgendein Profil zu gewinnen, ist Schärfe. Ein Lob, Bewunderung oder gar kindliche, naive Freude.....davon hat sich ein Kritiker lange entfernt. Die Kritik zu "Australia" zeigt, wie analytisch, wie nüchtern, wie unfähig zur Romantik, zur Unterhaltung...dieser Kritiker in einem dunklen Kinosaal sitzt, sofort bereit zur Attacke und zur Vernichtung der Arbeit hunderter Menschen über Jahre hinweg. Natürlich ist auch immer eine gehörige Portion Neid im Spiel, klar, das ist menschlich, aber das Selbstbewusstsein, die laute Stimme, die jemand erhebt, um gnadenlose Urteile über Filme zu fällen, hinter deren Kulissen er nie wirklich blicken kann und deren Handwerk er nie wirklich begreifen wird, egal, wieviel Bücher oder Ein Tages Touren er an Filmsets unternimmt, diese seltsam von eigenen Zweifel befreite,, humorlose und harte Art der Kritik....ist einfach erstaunlich dreist und....tragisch. Die diebische Freude, etwas kaputt und lächerlich machen zu wollen, gepaart mit einer seltsamen Genugtuung, sich wieder mal nicht gut unterhalten zu haben, ist Markenzeichen vieler deutschen Filmkritiker. Das ist auch der Grund, warum diese schwer verkopften, wenig sinnlichen und oftmals humorfreien Nichtserleber grosse Profilierung und elitäre Befriedigung empfinden, wenn sie endlich mal wieder irgendwelche blutleeren, kunstgewerblichen, absichtsvollen und betont langsamen Kunstfilmwerkchen der " Berliner Schule" oder ähnlichem Quatsch angötzen dürfen, wo alle ernst und bedeutungsvoll herumgucken, als Kinder missbraucht wurden und ständig der Wind durch die Büsche weht. Dann kommt das Lieblingswort der Deutschen Pseudointellektuellen zum Einsatz: " Unaufgeregt erzählt", loben sie. Warum eigentlich nicht mal " aufgeregt" erzählt? Oder besser noch: " "Aufregend?"
Nicht schlecht, vincenz72 ! Sie sind der Erste hier, bei dem ich mich frage, wer sich wohl hinter diesem Pseudonym verbirgt. Ein Betroffener ? Zum kritisierten Film muss ich sagen, daß ich ihn nicht gesehen habe, aber grundsätzlich die hier gebotene Form der herablassenden, fast ausschließlich negativen Filmkritik genauso verabscheue. Vermutlich fühlt man sich in dem muffigen Stübchen, in dem dergleichen in die Tastatur gehämmert wird, sehr modern und mit dem Zeitgeist verbunden, welcher sich allerorten durch Diffamieren und Lustigmachen über nicht perfekte (perfekt angepasste) und darum angreifbare Zeitgenossen auszeichnet. Der Film "Australia" mag gewiss wie viele Filme der Gegenwart ein gewisser Eintopf sein, zusammengesetzt aus den Zutaten, mit denen man eine möglichst große Zahl von Kinobesuchern erreicht (man beachte allein die immer, immer gleiche Zusammensetzung der Protagonistentruppe), aber so eine Filmproduktion ist - leider - nicht mehr denkbar, ohne die Interessen der Produzenten zu berücksichtigen. Die heutzutage gewiss keinem Stanley Kubrick mehr viel Geld anvertrauen würden . ... Also, wie mein Vorredner schon bemerkt hat: Bei aller Kritik - ein bißchen mehr Respekt vor der Arbeit von Hunderten, die jahrelang mit Begeisterung und bestimmt viel Herzblut an so einem Film gearbeitet haben ! Wovon sich ganz bestimmt sehr viele Menschen, die diesen Film sehen werden, anstecken lassen. Übrigens, Herr Kritiker, "Crocodile Dundee" sei "Dummbatzklamauk"? Hmm, vermutlich würden sie über diesen Film eine noch viel vernichtendere Kritik als über "Australia" schreiben. Oder haben dies schon getan? Es ist ja auch wirklich nur ein Unterhaltungsfilm mit Slapstickeinlagen, manchmal fast ein bißchen dilletantisch gemacht. Für einen Kritiker höchstens ein Naserümpfen wert, nicht wahr ? Aber der Film ist mit Herz gemacht und das spürt man. Deswegen erinnern sich heute noch viele Menschen gern an diesen (wirklich etwas abgedrehten) Film. Und Leute, die das nicht mitkriegen und trotzdem Geld dafür kriegen, ihre subjektiven Betrachtungen über Filme der Öffentlichkeit zur Schau stellen zu dürfen, dürfen meiner Meinung nach getrost ignoriert werden.
Kunze 25.12.2008
3. Filmkritiker
Zitat von vincenz72Man kann so einfach, so mühelos.... alles schlecht finden. Es ist immer eine wunderbare Lösung für einen Filmkritiker, der selbst nicht imstande wäre, einen einigermassen unterhaltsamen dreiminütigen Geburtstagsfilm für ein 5 jähriges Kind zu drehen. Die Anstrengung, die hinter jedem Film, besonders aber einem Werk wie " Australia" steht, hat sowenig mit der kleinen, halb gemütlichen, halb frustrierten Lebenswelt eines Filmjournalisten zu tun, der tageintagaus Filme am Laufband sieht, um sie dann von seinem hohen Ross ( auf dem er absurderweise zu sitzen gedenkt) zu beurteilen. Er fällt also ein Urteil und dieses muss hart sein, seine einzige Möglichkeit, irgendein Profil zu gewinnen, ist Schärfe. Ein Lob, Bewunderung oder gar kindliche, naive Freude.....davon hat sich ein Kritiker lange entfernt. Die Kritik zu "Australia" zeigt, wie analytisch, wie nüchtern, wie unfähig zur Romantik, zur Unterhaltung...dieser Kritiker in einem dunklen Kinosaal sitzt, sofort bereit zur Attacke und zur Vernichtung der Arbeit hunderter Menschen über Jahre hinweg. Natürlich ist auch immer eine gehörige Portion Neid im Spiel, klar, das ist menschlich, aber das Selbstbewusstsein, die laute Stimme, die jemand erhebt, um gnadenlose Urteile über Filme zu fällen, hinter deren Kulissen er nie wirklich blicken kann und deren Handwerk er nie wirklich begreifen wird, egal, wieviel Bücher oder Ein Tages Touren er an Filmsets unternimmt, diese seltsam von eigenen Zweifel befreite,, humorlose und harte Art der Kritik....ist einfach erstaunlich dreist und....tragisch. Die diebische Freude, etwas kaputt und lächerlich machen zu wollen, gepaart mit einer seltsamen Genugtuung, sich wieder mal nicht gut unterhalten zu haben, ist Markenzeichen vieler deutschen Filmkritiker. Das ist auch der Grund, warum diese schwer verkopften, wenig sinnlichen und oftmals humorfreien Nichtserleber grosse Profilierung und elitäre Befriedigung empfinden, wenn sie endlich mal wieder irgendwelche blutleeren, kunstgewerblichen, absichtsvollen und betont langsamen Kunstfilmwerkchen der " Berliner Schule" oder ähnlichem Quatsch angötzen dürfen, wo alle ernst und bedeutungsvoll herumgucken, als Kinder missbraucht wurden und ständig der Wind durch die Büsche weht. Dann kommt das Lieblingswort der Deutschen Pseudointellektuellen zum Einsatz: " Unaufgeregt erzählt", loben sie. Warum eigentlich nicht mal " aufgeregt" erzählt? Oder besser noch: " "Aufregend?"
Möchte mich der Meinung anschließen. Was mir aufgefallen ist, es wird sich hier z. T. nicht mal mehr die Mühe gemacht, die Filme selber anzusehen. Man bedient sich stellenweise Artikeln aus anderen Magazinen, wie z.B. dem Time-Magazin, die werden dann nur noch umgeschrieben. Was mir, vor Jahren, bei einer Filmkritik von "Matrix Revolution" aufgefallen ist. Mehr habe ich eigentlich nicht zu sagen, außer das ich immer wieder selber auf dieses Kommerzblatt stoße und ich so langsam genervt bin, immer wieder die mit "Kraftwörtern" voll gestopften, Artikel zu lesen. Und dass nur um dem einfachen Leser bereits eine Meinung aufzuzwingen zu wollen. Es kann nicht immer alles so schlecht sein. Muss wohl am ausgeprägten Schubladendenken liegen. Gruß
Yitzhak 25.12.2008
4. Scheinkompetenz zur Schau gestellt
Es ist mehr als nur traurig, Artikel wie solche zu lesen. Destruktivität klingt in jeder Zeile, jegliche Objektivität lässt sich vergebens suchen. Dies darin begründet, dass der Verfasser des Arikels scheinbar wie im Wahn kritisieren will und das Lob wie die Pest fürchtet. Es ist unbeschreiblich, nein, es ist vielleicht einfach unser Deutschsein, unser sich-mal-nie-freuen-können. Viel möchte ich nicht sagen, außer mich meinen Vorgängern hier ausnahmslos anschließen und die Hoffnung zu addieren, dass es noch Menschen gibt die an mehr glauben als nur an das unvollkommene.
MediengruppeTelekommander, 25.12.2008
5. stimme vorredner 1 und 2 zu
Zitat von barlogNicht schlecht, vincenz72 ! Sie sind der Erste hier, bei dem ich mich frage, wer sich wohl hinter diesem Pseudonym verbirgt. Ein Betroffener ? Zum kritisierten Film muss ich sagen, daß ich ihn nicht gesehen habe, aber grundsätzlich die hier gebotene Form der herablassenden, fast ausschließlich negativen Filmkritik genauso verabscheue. Vermutlich fühlt man sich in dem muffigen Stübchen, in dem dergleichen in die Tastatur gehämmert wird, sehr modern und mit dem Zeitgeist verbunden, welcher sich allerorten durch Diffamieren und Lustigmachen über nicht perfekte (perfekt angepasste) und darum angreifbare Zeitgenossen auszeichnet. Der Film "Australia" mag gewiss wie viele Filme der Gegenwart ein gewisser Eintopf sein, zusammengesetzt aus den Zutaten, mit denen man eine möglichst große Zahl von Kinobesuchern erreicht (man beachte allein die immer, immer gleiche Zusammensetzung der Protagonistentruppe), aber so eine Filmproduktion ist - leider - nicht mehr denkbar, ohne die Interessen der Produzenten zu berücksichtigen. Die heutzutage gewiss keinem Stanley Kubrick mehr viel Geld anvertrauen würden . ... Also, wie mein Vorredner schon bemerkt hat: Bei aller Kritik - ein bißchen mehr Respekt vor der Arbeit von Hunderten, die jahrelang mit Begeisterung und bestimmt viel Herzblut an so einem Film gearbeitet haben ! Wovon sich ganz bestimmt sehr viele Menschen, die diesen Film sehen werden, anstecken lassen. Übrigens, Herr Kritiker, "Crocodile Dundee" sei "Dummbatzklamauk"? Hmm, vermutlich würden sie über diesen Film eine noch viel vernichtendere Kritik als über "Australia" schreiben. Oder haben dies schon getan? Es ist ja auch wirklich nur ein Unterhaltungsfilm mit Slapstickeinlagen, manchmal fast ein bißchen dilletantisch gemacht. Für einen Kritiker höchstens ein Naserümpfen wert, nicht wahr ? Aber der Film ist mit Herz gemacht und das spürt man. Deswegen erinnern sich heute noch viele Menschen gern an diesen (wirklich etwas abgedrehten) Film. Und Leute, die das nicht mitkriegen und trotzdem Geld dafür kriegen, ihre subjektiven Betrachtungen über Filme der Öffentlichkeit zur Schau stellen zu dürfen, dürfen meiner Meinung nach getrost ignoriert werden.
Gleiches gilt für mich. Ich blase ins exakt baugleiche Horn wie meine Vorredner. Filmkritiken sind wichtig, aber man sollte mal aufhören, alles aus der rein intelektuellen und extrem-analytischen Sicht zu bewerten. Es gibt nun mal Filme, zu welchen Vorliegender meiner Meinung nach zählt, die sind zur reinen Unterhaltung da und haben keinen politischen oder gesellschaftskritischen Anspruch. Der hochgebildete Kritiker macht es sich zu leicht, einfach einen Verriss zu schreiben.
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