Kino-Legende Filmregisseur Ingmar Bergman ist tot

"Das Schweigen", "Fanny und Alexander" oder "Szenen einer Ehe" machten ihn weltberühmt: Der schwedische Film- und Theaterregisseur Ingmar Bergman ist im Alter von 89 Jahren gestorben.


Stockholm - Unter Berufung auf Bergmans Tochter Eva meldete die schwedische Nachrichtenagentur TT, der Filmemacher sei "friedlich" eingeschlafen. Ingmar Bergman starb im Alter von 89 Jahren auf der Ostseeinsel Farö.

Regisseur Bergman: Eindringen in Wirklichkeiten außerhalb der Wirklichkeit
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Regisseur Bergman: Eindringen in Wirklichkeiten außerhalb der Wirklichkeit

Bergman wurde am 14. Juli 1918 als Pastorensohn in Uppsala geboren. Seine Kindheit und Jugend waren durch eine strenge und religiöse Erziehung geprägt. Nach seinem Studium in Stockholm und ersten Kontakten zur Bühne arbeitete Bergman ab 1944 als Film- und Theaterregisseur. In seiner langen Karriere drehte er etwa 40 Filme, darunter das mit vier Oscars gekrönte autobiographisch geprägte Werk "Fanny und Alexander" (1982) und inszenierte über hundert Theaterstücke.

Sein Schöpfungsdrang schien unendlich, über seine Arbeiten sagte er einmal: "Ich stelle mir gern vor, dass sie in einem besonderen Raum der Seele ruhen, dort liegen sie bequem und reifen wie prächtige Käselaibe heran." Erklärungen zu seinen Werken gab er kaum, doch über den innersten Kern seiner Filmarbeit meinte er selbst: "Ich weiß nämlich, dass wir mit Hilfe des Films in bisher nie gesehene Welten eindringen können. In Wirklichkeiten außerhalb der Wirklichkeit."

1997, beim 50. Filmfestival in Cannes wurde Bergman zum "größten Filmregisseur aller Zeiten" gewählt: Der Schwede wurde von so illustren Kollegen wie Martin Scorsese, Woody Allen, Robert Altman, Francis Ford Coppola, Akira Kurosawa und Wim Wenders auf den Schild gehoben und erhielt die "Palme der Palmen".

Den internationalen Durchbruch als Leinwandregisseur schaffte Bergman mit "Das siebente Siegel", der ihm 1957 in Cannes den Spezialpreis der Jury einbrachte. Bergmans Filme wurden vor allem in den sechziger Jahren zum Inbegriff von - vergeblicher - Suche nach Sinn im Leben, Vergebung und göttlicher Gnade. Zu dieser Zeit machte er auch in Deutschland Schlagzeilen mit damals als gewagt eingestuften Darstellungen von Sexualität. So wurde sein Film "Das Schweigen" aus dem Jahr 1962 mit zahlreichen Aufführungsverboten belegt. Als weiterer Meilenstein galten die als TV-Serie sowie als Kinofilm veröffentlichten "Szenen einer Ehe" 1973 mit Bergmans zeitweiliger norwegischer Lebensgefährtin Liv Ullmann und seinem Landsmann Erland Josephson in den Hauptrollen.

Auf Farö vor der Nordspitze von Gotland lebte Bergman die letzten Jahrzehnte zurückgezogen. Hier zelebrierte er auch seinen Abschied von der Filmarbeit und drehte 2003 dort mit alten Weggefährten seinen endgültig letzten Spielfilm "Sarabande", einer Fortsetzung von "Szenen einer Ehe" von 1973. Liv Ullmann spielte wie auch dreißig Jahre zuvor die Hauptrolle und meinte danach: "Die Art, wie Bergman am letzten Tag war und sich verabschiedet hat, das war nicht nur ein Abschied, weil der Film abgedreht war. Er verabschiedete sich in einer Weise, dass ich wusste, er wollte sagen, nun habe ich das letzte Mal einen Filmset als Regisseur verlassen."

1976 verließ Bergman sein Land unter lautem Protest, weil ihn Polizisten wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung aus einer Theaterprobe heraus zeitweise festnahmen. Daraufhin lebte er einige Jahre in München. Großen künstlerischen Erfolg hatte er dann aber erst wieder nach seiner Rückkehr in die Heimat mit dem großen Familienepos "Fanny und Alexander" 1983, der ihm noch mal einen Oscar einbrachte.

hoc/dpa/AFP



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