Kinobilanz 2012: 3D lässt die Kassen klingeln

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Der erfolgreichste Film 2012 in Deutschland: "Ziemlich beste Freunde"

Eine französische Komödie, ein Bond-Thriller und ein Eiszeit-Trickfilm: das sind die erfolgreichsten Kinofilme des Jahres 2012. Die Branche kann sich zudem über Ticketeinnahmen in Milliardenhöhe freuen. Einziger Dämpfer: Der deutsche Film sackt weiter ab.

Berlin/Hamburg - Die Kinobranche in Deutschland kann aufatmen. Trotz aller Unkenrufe über Produktpiraterie und Kinosterben sind die Einnahmen für das vergangene Filmjahr erneut kräftig gestiegen - auf über eine Milliarde Euro. Das teilte die Filmförderanstalt (FFA) zwei Tage vor Beginn der Berlinale mit.

Erstmals in der Geschichte der deutschen Lichtspielhäuser belaufen sich die Einnahmen aus Ticketverkäufen auf 1,033 Milliarden Euro - ein Anstieg von 7,8 Prozent. Auch die Besucherzahlen kletterten, wie bereits im erfolgreichen Jahr 2011, weiter hoch. Mit 135 Millionen Kinogängern konnte die Branche ein Plus von 4,2 Prozent vermelden.

"Der Rekordumsatz des Jahres 2012 ist sicher auch ein Stück weit Belohnung für den Mut und die Weitsicht, die die Kinobetreiber bei der Digitalisierung der deutschen Kinowirtschaft unter Beweis gestellt haben", sagte FFA-Vorstand Peter Dinges. Was im Klartext bedeutet, dass viele Lichtspielhäuser ihre Projektoren umgerüstet hatten, um teure 3D-Filme zeigen zu können.

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 40 Filme mit 3D-Technik in die deutschen Kinos, darunter Animationen wie "Merida - Legende der Highlands" oder die Blockbuster "Hugo Cabret" und "Life of Pi".

"Ziemlich beste Freunde" vor Bond und "Ice Age"

Wahrscheinlich liegen die guten Verkaufszahlen mit den 3D-Aufschlägen bei den Ticketpreisen zusammen. Dafür spricht, dass unter den Top-10-Filmen des vergangenen Jahres gleich drei 3D-Werke zu finden sind: Der Eiszeit-Trickspaß "Ice Age 4", das Zootier-Abenteuer "Madagaskar 3" und Peter Jacksons "Hobbit", der zwar erst im Dezember anlief, sich aber schon in diesem einen Monat auf Platz vier der Jahrescharts katapultieren konnte.

Erfolgreichster Film 2012 war die französische Komödie "Ziemlich beste Freunde", die hierzulande unglaubliche 8,9 Millionen Menschen in die Kinos lockte. Platz zwei ging an den neuen Bond-Film "Skyfall", der mit 7,5 Millionen Besuchern das Trickfilm-Trio Sid, Manni und Diego aus "Ice Age 4" überholte.

Bei den deutschen Filmen sieht die Bilanz etwas trüber aus. Im direkten Kampf mit den Hollywood-Produktionen hatten einheimische Beiträge das Nachsehen. Am erfolgreichsten lief Bora Dagtekins Komödie "Türkisch für Anfänger", die mit 2,4 Millionen Besuchern immerhin noch auf Platz zehn landete. Zwei weitere deutsche Beiträge konnten die Millionenmarke knacken: Tom Tykwers Literaturverfilmung "Cloud Atlas" (Platz 21) sowie Mike Marzuks Abenteuergeschichte "Fünf Freunde" (25).

Und wie sieht's mit dem viel beklagten Kinosterben aus? Das sei laut FFA-Chef Dinges immer noch eine Bedrohung, doch habe es sich im vergangenen Jahr verlangsamt. Aktuell gibt es 909 Städte und Gemeinden in Deutschland, die mindestens ein Lichtspielhaus besitzen. Das sind 17 weniger als 2011.

sbr/dpa

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