Kinocharts Bibi und Tina stoßen DiCaprio vom Thron

Ist das der Beweis, dass genervte Eltern ihre Kinder am Wochenende ins Kino abschieben? "Bibi & Tina 3" ist in Deutschlands Kinos erfolgreicher als der Oscarfilm "The Revenant".

DCM

Es war der erfolgreichste Filmstart in der Karriere von Regisseur Detlev Buck überhaupt: 371.000 Leute sahen "Bibi & Tina - Mädchen gegen Jungs" seit Donnerstag. Der dritte Teil der "Bibi & Tina"-Reihe, in dem sich die kleine Hexe und ihre Freundin mit dem scheu erwachendem Interesse am anderen Geschlecht auseinandersetzen, übernahm mit diesen Zuschauerzahlen die Führung in den Charts und stieß die größte Oscarhoffnung dieses Jahres vom Thron: Das Epos "The Revenant", in dem Leonardo DiCaprio als Rächer in der amerikanischen Wildnis unter anderem mit einem Bären ringt, landete mit 334.000 Besuchern nur auf dem zweiten Platz.

"Star Wars - Das Erwachen der Macht" rutschte mit 204.000 Besuchern zwischen Donnerstag und Sonntag auf den dritten Platz ab. Nach fünfeinhalb Wochen zählt der Film in Deutschland damit knapp 8,4 Millionen Besucher. Platz vier ging an einen Neuling ganz anderer Couleur: Die Actionkomödie "Ride Along: Next Level Miami" mit Kevin Hart und Ice Cube kam auf insgesamt 250.000 Besucher.

Obwohl "Bibi & Tina" in den deutschen Kinos der meistgesehene Film des Wochenendes war, reichte es im Einspielranking nur für den dritten Platz - 2,36 Millionen Euro spielte der Film ein, wegen der höheren Ticketpreise führt hier nach wie vor "The Revenant" die Charts an, gefolgt vom "Star Wars"-Epos.

Der erste Teil der "Bibi & Tina"-Reihe lief im März 2014 in den Kinos an und kam am Ende auf ein Einspiel von 1,2 Millionen Euro; der Nachfolger "Bibi & Tina- Voll verhext" schaffte insgesamt 1,3 Millionen Euro.

eth/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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felsen2000 25.01.2016
1.
Das ist lediglich ein Beleg, dass Mädchen und junge Frauen keinen gesteigerten Bedarf an Horror- und Splatterfilmen und ähnlich gewaltätigen Blutorgien haben. Genderbeauftragte hin oder her: Jungen und Mädchen sind nicht gleich; und die 80% der Filme in den letzten Monaten waren stärker auf Jungen-Bedürfnisse zugeschnitten. Ich fass es nicht, dass ein Journalist die Zielguppen der Gewaltorgie "Revenant" und "B&T 3" in einem Atemzug nennen kann.
spiegelfrauchen 25.01.2016
2. Und danach in den Burger Schuppen
Ja , das ist die Realität . Lustigerweise gerade gestern hautnah erlebt .
bbär 25.01.2016
3. Es ist ein anderer Beweis!
Die modernen Starwars sind überbewertet. Und wir Eltern von Töchtern sind nicht genervt und schieben ab - wir tun unseren Töchtern gerne den Gefallen. Sind ja nicht so negativ wie SPON ;-)
airfresh 25.01.2016
4. Hohlspiegel?
Mit meinen Töchtern sind wir 4 der 370.000. Ich musste mit. Frau war krank. Ist halt ne starke Mädchenmarke. Mir hat's jetzt nix gegeben, aber die Zuschauerinnen (meist im Grundschulalter sowie deren Mütter) fanden sich glänzend unterhalten. Wie ihr auf die Idee kommt, den Film mit nem Hollywood-FSK16-Film (dicht an FSK18) zu vergleichen, verstehe ich nicht. Und die These, dass man seine Kinder abschiebt, ist ziemlich steil - und wird außerdem nach der Einleitung nicht mehr beleuchtet. Oder fordert ihr auf subtile Weise ne Oscar-Nominierung für Detlev Buck? Sollen nur noch Brutalo-Western laufen? Soll Leos Image des ewigen Oscar-Verlierers zementiert werden? Seht ihr elterliche Pflichten verletzt durch den Kinobesuch? Selten so nen hundsmiserablen Artikel gelesen...
M.steitz 25.01.2016
5. Nicht nur für Mädchen
Buck schert sich nicht um deutsche Kinokultur (ok, die gibt es eigentlich nicht mehr). Er macht pure Unterhaltung und will den Zuschauern nicht erziehen. Ein bunter Kindergeburtstag, handwerklich sauber gemacht. Auch meine Jungs sehen Bibi & Tina gerne, nicht nur meine Mädchen.
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