Box Office "Der Hobbit" lässt keinen anderen dran

Die Konkurrenz war beträchtlich, doch auch nach Weihnachten bleibt "Der Hobbit - Smaugs Einöde" an der Spitze der Kinocharts: In Deutschland kam der starke "Medicus" nicht vorbei, in den USA hatte Scorsese keine Chance. Und Justin Biebers Stern sinkt rapide.

Dwalin, Balin, Bilbo, Thorin und Bifur schließen die Reihen: "Hobbit 2" bleibt vorn
Warner Bros.

Dwalin, Balin, Bilbo, Thorin und Bifur schließen die Reihen: "Hobbit 2" bleibt vorn


USA

1. Gewinner der Woche

Das hat im Kinojahr 2013 sonst nur "Gravity" geschafft: Am dritten Wochenende in Folge bleibt "The Hobbit: The Desolation of Smaug" an der Spitze der US-Kinocharts: 29,9 Millionen Dollar spielte der zweite Teil von Peter Jacksons Fantasy-Trilogie am Wochenende nach Weihnachten ein und verteidigte damit haarscharf die Spitze vor dem Disney-Märchen "Frozen", das auf 28,8 Millionen Dollar kam - und somit den drittgrößten Umsatz an einem fünften Wochenende einspielte (hinter "Avatar" und "Titanic"), wie die Chartkenner von Box Office Mojo herausfanden.

Die beiden Spitzenreiter ließen sich also nicht im Geringsten davon beeindrucken, dass Hollywood gleich fünf große Produktionen an Weihnachten an den Start brachte. Noch das beste Ergebnis von ihnen erreichte Altmeister Martin Scorsese mit seiner dreistündigen Filmbiografie eines Börsenspekulanten, verkörpert von Leonardo DiCaprio: "The Wolf On Wall Street" spielte 18,5 Millionen Dollar ein und kam damit auf den fünften Platz - hinter seinem Konkurrenten im Oscar-Rennen, David O. Russells "American Hustle" (19,6 Millionen).

2. Verlierer der Woche

Die Auswahl ist groß: Ist es Ben Stiller, dessen Wagnis, mit der Mediensatire "The Secret Life of Walter Mitty" an Weihnachten anzutreten, nur mäßig belohnt wurde (Platz sieben mit 13 Millionen Dollar)? Soll man Keanu Reeves herauspicken, der als Samurai in "47 Ronin" fürs Filmstudio zum Abschreibeobjekt wurde (Neunter mit 9,9 Millionen Dollar)? Oder sind es dann doch die beiden Altstars Sylvester Stallone und Robert De Niro, die mit der Boxkomödie "Grudge Match" sogar die Top Ten verpassten? Nein, wir greifen Justin Bieber heraus...

3. Zahl der Woche

Platz 14: Das ist die Platzierung, die "Believe" mit Justin Bieber in den US-Kinocharts erreichte. 2 Millionen Dollar spielte die Dokumentation von Freitag bis Sonntag bloß ein. Zum Vergleich: Der Vorgängerfilm "Never Say Never" spielte 2011 an seinem Startwochenende 28,8 Millionen Dollar ein. Da sind wohl viele aus dem "Belieber"-Alter herausgewachsen.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Auch in Deutschland verteidigte die Tolkien-Verfilmung "Der Hobbit - Smaugs Einöde" am dritten Wochenende den Spitzenplatz: 1,02 Millionen Zuschauer ließen sich in weihnachtlicher Stimmung von Bilbo und Co. die Zeit vertreiben. Nach Angaben von Media Control steht der zweite "Hobbit"-Film damit insgesamt bei 3,67 Millionen Besuchern.

Doch Phillip Stölzls Bestsellerverfilmung von Noah Gordons "Der Medicus" kam auf respektable 682.000 Zuschauer von Donnerstag bis Sonntag. Damit kam die Mittelaltersaga auf den zweiten Platz der Kinocharts, vor den starken Dauerbrennern "Die Eiskönigin - völlig unverforen" und "Fack Ju Göhte".

2. Verlierer der Woche

Er war einmal der ganz große Kassenhitgarant in Deutschland, "Der Schuh des Manitu" und "(T)raumschiff Surprise" zählen zu den erfolgreichsten deutschen Filmen aller Zeiten. Daran kann Michael "Bully" Herbig mit seinem neuesten Werk natürlich nicht anknüpfen, trotz Sitcom-Vorbereitung bei ProSieben. Dennoch ist der Schutzengel-Komödie "Buddy" mit 250.000 Zuschauern eigentlich ein ganz ordentlicher Start gelungen, der an insgesamt publikumsschwächeren Wochenenden für mehr als Platz fünf gereicht hätte.

Justin Biebers "Believe" floppte auch in Deutschland: Platz 15 mit 15.000 Zuschauern, meldet "Blickpunkt:Film".

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Haarscharf an den Top Ten vorbeigeschlittert ist Jim Jarmuschs Vampirfilm "Only Lovers Left Alive": 35.000 Kinofans haben den poetischen Film schon gesehen, seine Bilder von Detroit und die Musik von Jarmuschs eigener Band sollten noch mehr Zuschauer genießen.

feb

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
breakthedawn 30.12.2013
1. 3D Problem
Zitat von sysopWarner Bros.Die Konkurrenz war beträchtlich, doch auch nach Weihnachten bleibt "Der Hobbit - Smaugs Einöde" an der Spitze der Kinocharts: In Deutschland kam der starke "Medicus" nicht vorbei, in den USA hatte Scorsese keine Chance. Und Justin Biebers Stern sinkt rapide. http://www.spiegel.de/kultur/kino/kinocharts-der-hobbit-2-smaugs-einoede-ueber-weihnachten-vorn-a-941248.html
Viele meiner Freunde und auch ich selbst gehen in keinen 3D-Film. Hoffentlich hört dieser 3D-Unsinn bald auf. Die Filmbranche braucht sich nicht zu wundern, wenn immer weniger Leute ins Kino gehen. Das Kinoprogramm läßt auch zu wünschen übrig. Zu viele Kinder- oder Teenfilme
benmartin70 30.12.2013
2.
Zitat von breakthedawnViele meiner Freunde und auch ich selbst gehen in keinen 3D-Film. Hoffentlich hört dieser 3D-Unsinn bald auf. Die Filmbranche braucht sich nicht zu wundern, wenn immer weniger Leute ins Kino gehen. Das Kinoprogramm läßt auch zu wünschen übrig. Zu viele Kinder- oder Teenfilme
Also gestern im Kino war nix von weniger Leuten im Kino zu merken - brechend voll und sehr viel 3D. Bei den Preisen wundert mich das auch etwas und anderseits schaden bei den ganzen Zuschlägen ein paar weniger Zuschauer auch nicht.
berlin-steffen 30.12.2013
3. kein 3D-Problem
Ich und eine riesige Menge Bekannter haben kein 3D-Problem und gehen gerne in 3D-Filmen. Sind doch toll, bis auf den Aufschlag. Die Filmbranche wird also weitermachen mit 3D, solange die Leute in die Kinos kommen. Auch die Kinder und Teens als zukünftiges Publikum wird mit Filmen bedacht. Schliesslich können die Alten wie zum Beispiel der breakthedown nachts in die Kinos strömen. Da sind sie sicher vor der Jugend und können in ihren Kinositzen dahinsiechen.
daniel_hübner 30.12.2013
4. So unterschiedlich können Meinungen sein
Wir gehen z. B. wenn möglich nur noch in 3D Filme. Die sehen einfach realistischer aus. 2D nur, wenn es den Film gar nicht in 3D gibt. Wir können nicht verstehen, warum sich jemand einen in 3D gedrehten Film in 2D anguckt ... ausser bei ein paar Stereoblinden macht das einfach keinen Sinn. Über schlecht konvertierte Filme (2D Filme die nachträglich in 3D umgewandelt wurden) ärgere ich mich dann aber auch.
breakthedawn 30.12.2013
5. Darfst dein Kindergeld
Zitat von berlin-steffenIch und eine riesige Menge Bekannter haben kein 3D-Problem und gehen gerne in 3D-Filmen. Sind doch toll, bis auf den Aufschlag. Die Filmbranche wird also weitermachen mit 3D, solange die Leute in die Kinos kommen. Auch die Kinder und Teens als zukünftiges Publikum wird mit Filmen bedacht. Schliesslich können die Alten wie zum Beispiel der breakthedown nachts in die Kinos strömen. Da sind sie sicher vor der Jugend und können in ihren Kinositzen dahinsiechen.
gerne für 3D-Filme ausgeben ;-)
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