Box Office Schweighöfer holt "Gravity" auf die Erde zurück

Eine ganz irdische Komödie hat sich an dem Weltraumdrama "Gravity" vorbeigepirscht: "Frau Ella" sucht ihren Jugendfreund, und weil Matthias Schweighöfer ihr dabei hilft, wird der Film in den deutschen Kinocharts die Nummer 1. In den USA schwebt "Gravity" aber weiter allen davon.

Volltreffer an den Kassen: Matthias Schweighöfer und Ruth-Maria Kubitschek in "Frau Ella"
DPA/ Warner Bros.

Volltreffer an den Kassen: Matthias Schweighöfer und Ruth-Maria Kubitschek in "Frau Ella"


USA

1. Gewinner der Woche

Dritte Woche an der Spitze für "Gravity" in den US-Kinocharts. Mit noch einmal 31,0 Millionen Dollar Einnahmen an den Kinokassen können so langsam die Spekulationen beginnen, wo das alles enden wird für das Weltraumdrama von Alfonso Cuarón. 170,6 Millionen Dollar hat "Gravity" nach Angaben von "Blickpunkt:Film" bisher umgesetzt, damit ist der Film mit Sandra Bullock und George Clooney bereits nach 17 Tagen unter den zehn erfolgreichsten Kinohits des Jahres.

Kann er in die Sphären eindringen, in denen sich sonst nur Animationserfolge und Action-Fortsetzungen tummeln? Fürs Podium braucht man 290 Millionen Dollar ("Men of Steel") - und 300 Millionen halten Experten tatsächlich für möglich. "Despicable Me 2" mit 363,7 Millionen und "Iron Man 3" mit 409 Millionen scheinen aber unerreichbar.

Sehr wacker hält sich auf Platz zwei auch der Thriller "Captain Phillips" mit Tom Hanks als Kapitän, der sich einem Angriff moderner Piraten erwehren muss. Mit einem Umsatz von 17,3 Millionen Dollar konnte der Film seine Position halten und war nur weniger schwächer als an seinem Startwochenende.

2. Verlierer der Woche

Neustarts hatten wenig zu lachen in den USA in dieser Woche. Die hochgehandelte Neuverfilmung des Stephen-King-Grusels "Carrie" mit Chloë Grace Moretz in der Hauptrolle kam mit 17,0 Millionen Dollar nur auf den dritten Rang.

Die Action-Altstars Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone müssen sich eingestehen, dass sie selbst mit einem gemeinsamen Auftritt nicht mehr die großen Publikumsmagneten sind: 9,8 Millionen Dollar spielte "Escape Plan" mit den beiden Muskelmännern ein: Platz fünf.

Und dann war da noch die fünfte Gewalt...

3. Zahl der Woche

Auf 1769 Leinwände wurde am Wochenende der WikiLeaks-Film "The Fifth Estate" projiziert - doch sehen wollten ihn nur wenige: Der Kassenumsatz von gerade mal 1,7 Millionen Dollar bedeutet das schlechteste Startergebnis des Jahres für einen Film, der eine derart weite Verbreitung fand.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

In Deutschland hat "Gravity" nun seinen Meister gefunden: Zwar wollten die spektakuläre Schwerelosigkeits-Geschichte noch immer 148.000 Zuschauer sehen. Doch in die deutschen Kinos drängte mit Matthias Schweighöfer ein einheimischer Star, dessen Anziehungskraft womöglich nur von Til Schweigers übertroffen wird. In der Komödie "Frau Ella" spielt er einen Medizinstudenten, der einer älteren Dame (gespielt von Ruth Maria Kubitschek) hilft, ihre einstige Jugendliebe wiederzufinden. Was fürs Herz, fanden offenbar 210.000 Kinogänger und schauten sich "Frau Ella" an.

2. Verlierer der Woche

Auch in Deutschland kommt der Pokerfilm "Runner Runner" mit Justin Timberlake und Ben Affleck nicht so richtig auf Touren. 86.000 Zuschauer interessierten sich dafür - Platz fünf. Verglichen mit seinem großen Erfolg in den USA muss vielleicht auch der vierte Platz für den Horrorfilm "Insidious: Chapter 2" als leise Enttäuschung gelten. 102.000 Zuschauer sind allerdings wirklich sehr ordentlich - und deutlich mehr als beim ersten Teil von Regiestar James Wan.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Okay, thematisch ist der Film sicher kein Quell der Freude, geht es in den Episoden von "Finsterworld" doch um das "das Komplizierte und Komplexbehaftete des Deutschseins", wie es unsere Kritikerin beschrieb. Aber die Umsetzung ist Regisseurin Frauke Finsterwalder ebenso gelungen wie das Drehbuch, das sie gemeinsam mit ihrem Mann, Christian Kracht, schrieb. Ein Platz unter den beliebtesten 20 Filmen hätte also ruhig drin sein können - dann vielleicht nächste Woche?

feb/AP

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
TiloS 21.10.2013
1. Happy End
Mir hat Gravity nicht besonders gefallen. Ein Happy End, was sonst am Ende eines SF-Filmes ca. 15 Minuten dauert, wurde hier auf Filmlänge aufgebläht. Die Effekte waren sehr gut, aber es gab auch einige gravierede Fehler, z.B. als die Raumstation in die Atmosphäre eintauchte, da verglühten Teile, Sonnensegel wurden abgerissen, aber die Station flog schnurgeradeaus weiter, die hätte sowas von trudeln müssen (so wie dann die Landekapsel nach der Absprengung). Bis auf die Effekte war der Film sehr minimalistisch, hatte fast keine Handlung und wirkte deswegen auf mich langatmig.
Axeman 21.10.2013
2. Sf?
Zitat von TiloSMir hat Gravity nicht besonders gefallen. Ein Happy End, was sonst am Ende eines SF-Filmes ca. 15 Minuten dauert, wurde hier auf Filmlänge aufgebläht. Die Effekte waren sehr gut, aber es gab auch einige gravierede Fehler, z.B. als die Raumstation in die Atmosphäre eintauchte, da verglühten Teile, Sonnensegel wurden abgerissen, aber die Station flog schnurgeradeaus weiter, die hätte sowas von trudeln müssen (so wie dann die Landekapsel nach der Absprengung). Bis auf die Effekte war der Film sehr minimalistisch, hatte fast keine Handlung und wirkte deswegen auf mich langatmig.
Wieso SF? Gravity war ja wohl eher ein Historienfilm. Space Shuttles gibt's ja nicht mehr. Mir hat er sehr gut gefallen. Kurzweilig und großartige Bilder. A.
blooper 21.10.2013
3. Frau Ella - Regie
"In der Komödie "Frau Ella", bei der er auch selbst Regie führte, spielt er..." Regie führte Markus Goller und NICHT Matthias Schweighöfer. Allerdings ist er als Producer gelistet.
msix 21.10.2013
4.
Zitat von TiloSMir hat Gravity nicht besonders gefallen. Ein Happy End, was sonst am Ende eines SF-Filmes ca. 15 Minuten dauert, wurde hier auf Filmlänge aufgebläht. Die Effekte waren sehr gut, aber es gab auch einige gravierede Fehler, z.B. als die Raumstation in die Atmosphäre eintauchte, da verglühten Teile, Sonnensegel wurden abgerissen, aber die Station flog schnurgeradeaus weiter, die hätte sowas von trudeln müssen (so wie dann die Landekapsel nach der Absprengung). Bis auf die Effekte war der Film sehr minimalistisch, hatte fast keine Handlung und wirkte deswegen auf mich langatmig.
Das Ende von Gravity lässt eine Menge Spielraum für spekulationen offen und muß nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem Happy End sein.
chronos-kronos 21.10.2013
5. Und mehr.
Zitat von AxemanWieso SF? Gravity war ja wohl eher ein Historienfilm. Space Shuttles gibt's ja nicht mehr. Mir hat er sehr gut gefallen. Kurzweilig und großartige Bilder. A.
Die ISS sah innen (trotz der Treffer) eher aus wie ein verlassenes Werk in Detroit und die chinesische Station Tiangong 1, so sie es war, wie ein Hinterhof in der Altstadt von Peking. Nur: Das letzte Space-Shuttle landete am 1. Juni 2011 und die erste chinesische Station wurde erst am 29. September 2011 ins All geschossen. "Gravity" wurde in der Medien-PR als Meilenstein des SF-Genres angepriesen wie "2001 - Odyssee im Weltraum". Auch wenn "2001" bei weitem kein Action-Kracher war, war "Gravity" nach meiner Meinung kaum mehr als "Der alte Mann und das Meer" mit Spencer Tracy und ordentlich Popcorn-Kino mit Weltraum-Action und schönen Bildern der Erde aus dem Weltraum. Also nichts, was man nicht schon viel besser an SF-Filmen gesehen hätte.
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