Box Office US-Flop "Hangover 3" stark in Deutschland

Der erste Film, den dieses Jahr in Deutschland mehr als eine Million Menschen gleich am Startwochenende sehen wollten, war in seinem Heimatland ein Misserfolg: die Buddy-Komödie "Hangover 3". In den USA wird aber noch intensiver über den Flop des neuen Will-Smith-Films diskutiert.

Warner Bros

USA

1. Gewinner der Woche

Es war der Außenseiterfilm in einem Sommer voller Blockbuster-Fortsetzungen: In "Now you see Me" lässt der französische Regisseur Louis Leterrier ein Team von Zauberern einen magischen Bankraub-Coup durchführen. Erstaunlich starke 28,1 Millionen Dollar spielte der Film, der in Deutschland unter dem Titel "Die Unfassbaren" am 11. Juli anlaufen wird, an seinem Startwochenende ein. Natürlich ist es kein Independent-Film, im Ensemble finden sich tolle Schauspieler wie Jesse Eisenberg, Isla Fisher und Woody Harrelson; Morgan Freeman und Michael Caine haben Gastauftritte. Aber der Kassenerfolg ist angesichts der Konkurrenz erstaunlich.

Als Gewinner fühlen können sich auch weiterhin die Macher von "Fast & Furious 6": Der Actionfilm verteidigte Platz eins in den US-Kinocharts mit nun 34,5 Millionen Dollar Kassenumsatz.

2. Verlierer der Woche

Doch das ganz große Thema rund um Hollywood ist der fulminante Flop, den "After Earth" hinlegte. Denn die Hauptrolle in diesem Science-Fiction-Thriller spielte immerhin Will Smith, den man bisher für einen der verlässlichsten Kassengaranten gehalten hat. Ein Einspielresultat von 27,0 Millionen Dollar bedeutete nur einen beschämenden dritten Platz für das postapokalyptische Drama, in dem Smith an der Seite seines Sohnes Jaden spielt.

Viel wurde diskutiert über die Gründe für den Flop. Ein Name, der immer wieder fällt, ist der des Regisseurs: M. Night Shyamalan wurde berühmt mit "The Sixth Sense", steht aber seither schon für einige kommerzielle Misserfolge - stand deshalb sein Name nicht auf den Filmplakaten? Auswirkungen könnte aber auch eine Debatte über Scientology-Inhalte gehabt haben, die der Film manchen Kritikern zufolge transportiere. Ab Donnerstag wird man all dies auch in deutschen Kinos überprüfen können.

3. Zahl der Woche

88,1 Millionen Dollar: Das ist die bisherige Einspielsumme nach elf Tagen im Kino für die Komödie "Hangover 3". Schon am zweiten Wochenende liegt sie nur noch auf Platz sechs der Kinocharts. Der Zwischenstand bedeutet: Das Finale der Reihe erspielte weniger als die Hälfte des Umsatzes vom Vorgängerfilm "Hangover 2" zum gleichen Zeitpunkt.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Doch die Rettung kommt aus Übersee: Wie schon bei so manchem vermeintlichen Hollywood-Desaster zuvor, sieht es auch bei "Hangover 3" so aus, als könnten die Ergebnisse außerhalb der USA den inländischen Flop wettmachen. In Deutschland jedenfalls war man heiß auf neue Party-Abenteuer unter der Regie von Todd Phillips: Mit 1,26 Millionen Zuschauern war die Komödie der am besten gestartete Film des bisherigen Jahres 2013. Das bedeutet einen Kassenumsatz von 10,1 Millionen Euro. Und ein deutlich besseres Debütwochenende als bei den beiden Vorgängerfilmen.

Der Zweitplatzierte aber kann auch zufrieden sein: Die immerhin noch 580.000 Zuschauer für "Fast & Furious 6" hätten in vielen anderen Wochen für Platz eins in den deutschen Kinocharts gereicht.

2. Verlierer der Woche

Nicht mal unter die ersten 20 schaffte es nach Angaben des Fachorgans "Blickpunkt:Film" das umstrittene Stück Kinopoesie von Terrence Malick, "To the Wonder".

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Die SS-Vergangenheitssuche einer jungen Frau (Anna Fischer) in ihrer eigenen Familie mag vielleicht kein Popcornkino ergeben, aber Barbara Alberts Generationendrama "Die Lebenden" ist sehr gelungen und hätte wenigstens einen Platz in den Top 20 verdient.

feb



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Stelzi 03.06.2013
1. Tja
In Deutschland läuft ja alles gut, bei dem es um exzessives Saufen bzw. dessen "aberwitzigen" Folgen geht. Deutschland, Land der SäuferInnen?
schliessmuskel 03.06.2013
2. Ausgeluscht
Ausgelutschtes Thema. Schon der 2. Teil war Mist und der 1. Teil lange nicht so gut, wie von der Presse nach vorne geschrieben.
norfair 03.06.2013
3. Jaden Smith
spielt die eigentliche Hauptrolle in After Earth, und er ist auch der Hauptgrund für das Floppen des Films. In den USA ist das Thema Nepotismus viel ausgeprägter in den Diskussion als evtl. Scientology-Elemente.
Celegorm 03.06.2013
4.
Zitat von StelziIn Deutschland läuft ja alles gut, bei dem es um exzessives Saufen bzw. dessen "aberwitzigen" Folgen geht. Deutschland, Land der SäuferInnen?
Was hat das mit der Filmreihe zu tun? Die originale Geschichte basiert auf dem Missbrauch eines (legalen) Schlaf- und Betäubungsmittels, bei der zweiten um einen Medikamentencocktail mit u.a. einem ADHS-Medikament. Alkohol spielt beim Ganzen eigentlich keine Rolle. Wenn Sie schon also klischeehaft nörgeln möchten müssten Sie also schon eine deutsche Vorliebe für Medikamentenmissbrauch diagnostizieren. Aber Ihre These ist letztlich eh Quatsch. "Hangover 3" bestätigt eher einen generellen Trend in der Kino-Industrie, dass erstens die Übersee-Märkte immer wichtiger werden und zweitens dies besonders oft auf filmische Flops zutrifft. Woraus man wohl schliessen muss, dass gerade die europäischen Kino-Zuschauer entgegen des Klischees weniger kritisch sind und ihr Geld auch bereitwillig in Produktionen tragen, die allgemein schlecht ankamen. Gerade bei solchen Filmreihen ist die Treue in Ländern wie Deutschland recht erstaunlich - und hält solche Produktionen damit leider auch am Leben..
Celegorm 03.06.2013
5.
Zitat von norfairspielt die eigentliche Hauptrolle in After Earth, und er ist auch der Hauptgrund für das Floppen des Films. In den USA ist das Thema Nepotismus viel ausgeprägter in den Diskussion als evtl. Scientology-Elemente.
Richtig, wobei das auch primär deshalb dem Film zum Verhängnis wird, weil Jaden Smith halt ein schlechter Schauspieler ist, oder zumindest keiner, der quasi im Alleingang als Protagonist einen Film zu tragen vermag. Erst recht keinen Film, dessen Geschichte und Umsetzung offenbar alles andere als gelungen ist. Kurz gesagt: Das Hauptproblem des Films ist halt, dass er ziemlich schlecht ist und sich darüber auch so gut wie alle einig sind, daher schlechte Reviews und Meinungen dazu an allen Orten. Unter den Umständen ist die Tatsache, dass der Film ein weiteres dummes Vehikel von Will Smith war um seinen talentlosen Sohn zum Star zu pushen, natürlich Öl ins Feuer, das Hass und Hohn für das Machwerk so richtig entflammt. Allerdings auch zu recht und die Schadenfreude ist da sicher mehr als angebracht. Immer schön zu sehen wenn die Kinogänger doch ab und zu solchen Produktionen einen Schlag versetzen. Auch wenn zu befürchten ist, dass "After Earth" dank internationalen Einnahmen noch einmal gerade so davon kommen wird..
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