Box Office Der komische Cruise fällt durch

Wehe, wenn Tom Cruise lustig sein will: In "Rock Of Ages" spielt der Star einen alternden Metal-Musiker. Obwohl die Vorlage ein Broadway-Hit war, floppte das Musical. Noch schlimmer erwischte es allerdings Adam Sandler.

Warner

USA

1. Der Gewinner der Woche

Der Kino-Frühsommer wird bestimmt von vielen Flops - und ein paar Filmen, die die Erwartungen erfüllen oder gar übertreffen. In die zweite Kategorie gehört der DreamWorks-Animationsfilm "Madagascar 3: Europe's Most Wanted". Die Abenteuer der entlaufenen Zootiere in Europa führten auch an ihrem zweiten Wochenende die nordamerikanischen Box-Office-Charts an. Mit einem Einspielergebnis von 35,5 Millionen Dollar ist "Madagascar 3" in der Zehn-Tages-Bilanz sogar erfolgreicher als seine beiden Vorgänger.

2. Der Verlierer der Woche

Adam Sandler gilt seit den späten Neunzigern als Erfolgsgarant, mit Komödien wie "Big Daddy", "Kindsköpfe" oder "Die Wutprobe". Doch "That's My Boy", spielte am Wochenende nur klägliche 13 Millionen Dollar ein - bei Produktionskosten, die bei 65 Millionen gelegen haben sollen. Der schwächste Start eines großen Films mit Sandler in der Hauptrolle seit dem Golf-Film "Happy Gilmore" aus dem Jahr 1996, bemerkt das Fachorgan Box Office Mojo.

In "That's My Boy" spielt Sandler einen Vater, der sich mit seinem Sohn versöhnen will. Der Film wurde als "R" eingestuft, das heißt: Unter 17-Jährige dürfen ihn nur in Begleitung eines Erwachsenen sehen. Die meisten von Adam Sandlers Erfolgen waren hingegen schon ab 13 freigegeben.

3. Die Zahl der Woche

Minus 60 Prozent: So sehr brachen die Umsätze des Actionfilms "Prometheus" gegenüber dem Startwochenende ein. Das reichte zwar für den zweiten Platz in den Charts, ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die Mundpropaganda über Ridley Scotts "Alien"-Prequel nicht allzu positiv ist.

Deutschland

1. Der Gewinner der Woche

Schneewittchen legt sich noch lange nicht in den Glassarg: Die Märchenverfilmung Snow White and the Huntsman mit Kristen Stewart, Charlize Theron und Chris Hemsworth bleibt an der Spitze der deutschen Charts. 141.000 Zuschauer sind deutlich weniger als in der Vorwoche, aber das ist neben dem Wetter natürlich der Fußball-EM geschuldet. Der Actionfilm "Men In Black 3" bleibt knapp dahinter mit 132.000 verkauften Tickets.

2. Der Verlierer der Woche

Der stärkste Neustart in Deutschland. Aber nur Platz sieben für Stars wie Tom Cruise, Catherine Zeta-Jones, Alec Baldwin, Russell Brand und Bryan Cranston? Bitter. 23.000 Kinogänger in 275 Kinos für "Rock Of Ages" - das bedeutet einen Schnitt von weniger als 100 Besuchern pro Kopie, wie das Branchenblatt "Blickpunkt:Film" analysierte.

"Rock Of Ages" spielt im Achtziger-Jahre-Hair-Metal-Milieu und ist die Verfilmung eines erfolgreichen Broadway-Musicals. Tom Cruise' Auftritt als alternder Hardrocker wurde sehr gelobt, doch das Publikum scheint sich an ihn als Humoristen schwer zu gewöhnen. Als Action-Star war er zuletzt mit "Mission:Impossible 4" erneut sehr erfolgreich. Auch in den USA startete "Rock Of Ages" mit einem Einspielergebnis von 15,1 Millionen Dollar und Platz drei in den Charts weit unter den Erwartungen.

Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Die bewegende Dokumentation über Ai Weiwei, "Never Sorry", schaffte es zwar nicht in die Top Ten, aber seine Entlassung nach 81 Tagen im Gewahrsam der chinesischen Behörden jährt sich am 22. Juni - danach durfte der weltweit bekannte Künstler für ein Jahr Peking nicht verlassen.

feb/AP/Reuters



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