Box Office Kettensäge massakriert Hobbit

In Deutschland führt Peter Jackson mit "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" unangefochten die Kinocharts an. Doch in den USA wurde die Tolkien-Verfilmung von der Spitze abgelöst: Die neue Nummer eins ist die Horror-Fortsetzung "Texas Chainsaw 3D".

Leatherface Productions/ Justin Lubin

USA

1. Gewinner der Woche

Seit 1974 ist der maskierte Killer Leatherface schon in sieben Filmen mit seiner Kettensäge losgegangen - die neueste Folge des "Blutgerichts in Texas" hat unter dem Titel "Texas Chainsaw 3D" auch in den Kinocharts ein Opfer gefunden, nämlich die bisherige Nummer eins, Peter Jacksons ersten "Hobbit"-Film. Der Horrorfilm startete mit einem Einspielergebnis von 23,0 Millionen Dollar stärker als erwartet - das Slasher-Stammpublikum kam also wohl fast vollzählig.

2. Verlierer der Woche

Gegen einen solchen Genre-Film zu verlieren: Das ist ein Ergebnis, mit dem Quentin Tarantino vermutlich gut leben kann. Zumal sein "Django Unchained" an seinem zweiten Kinowochenende am "Hobbit" vorbeizog und starke 20,1 Millionen Dollar einspielte.

Enttäuschter dürfte da Gus van Sant sein, dessen Polit-Film "Promised Land" mit Matt Damon über die Gefahren der Gas-Förderung es nur auf Platz zehn brachte (mit eingespielten 4,3 Millionen Dollar).

3. Zahl der Woche

2,76 Millionen und 2,75 Millionen Dollar - fast die gleiche Summe, die doch Unterschiedliches bedeutet. Es sind die Kassenumsätze der Filme "The Impossible" und "Zero Dark Thirty". Während das spanische Tsunami-Drama sein Ergebnis in immerhin 572 Kinos einspielte (etwa ein Fünftel der Kinos, in denen "Texas Chainsaw 3D" lief) , brauchte Kathryn Bigelows Film über die Jagd auf Bin Laden dafür nur 60 Leinwände - in den nächsten Wochen wird der heiß diskutierte Film auch landesweit in die Kinos kommen.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

In Deutschland konnte Bilbo Beutlin seine Führungsposition verteidigen: "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" lockte nach Angaben von Media Control erneut 674.000 Zuschauer an - damit hat der Fantasyfilm die Fünf-Millionen-Zuschauer-Marke nach vier Wochenenden übersprungen.

Sehr ordentlich hält sich Ang Lees Märchen "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" auf Rang zwei (372.000 Besucher), und auch der Neustart von "Jack Reacher" mit Tom Cruise in der Hauptrolle fiel mit 231.000 Kinogängern zufriedenstellend aus.

2. Verlierer der Woche

Filme über ungewöhnliche Sex-Szenarien: Während Ulrich Seidls "Paradies: Liebe" über sexhungrige Touristinnen in Kenia mit 18.500 Zuschauern nach Angaben des Branchenblatts "Blickpunkt:Film" noch unter die ersten 20 kam, wolltenden amerikanischen Film "The Sessions - Wenn Worte berühren" nur 12.000 Zuschauer sehen - obwohl doch John Hawkes für seine Rolle als Gelähmter, der unbedingt seine Unschuld verlieren will, sogar als Oscar-Kandidat gehandelt wird.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Vielleicht ja doch "Silver Linings"? Auch wenn Hannah Pilarczykbei SPIEGEL ONLINE kritisierte, der Film komme allzu erbaulich daher, werden Bradley Cooper und Jennifer Lawrence für ihr Spiel in der Psycho-Komödie sehr gelobt. Bisher sahen ihnen dabei 80.000 Zuschauer zu, was für Platz zehn reichte.

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