Box Office Der erste deutsche Thriller-Hit seit "Schimanski"

Cameron Diaz' "Sex Tape" ist abgelöst: Die neue Nummer eins der Kinocharts ist eine deutsche Produktion. Der Hacker-Thriller "Who Am I - Kein System ist sicher" startet sensationell. In den USA ist eine bewährte Kraft vorne.

Elyas M'Barek als Max im Hacker-Thriller "Who Am I - Kein System ist sicher"
Sony Pictures

Elyas M'Barek als Max im Hacker-Thriller "Who Am I - Kein System ist sicher"


USA

1. Gewinner der Woche

Der Abwärtstrend der "Expendables" um Sylvester Stallone ließ daran zweifeln, dass alternde Actionstars noch ein Thema für das große Publikum sind. Doch nun beweist Denzel Washington das Gegenteil: Der Schauspieler, der nun auch schon fast 60 ist, gibt in dem Actionthriller "The Equalizer" einen pensionierten CIA-Agenten, der aus dem Ruhestand heraus für Gerechtigkeit in New York sorgt. Es ist - wie eigentlich immer bei Denzel Washington - ein Kassenknüller in den USA und Kanada: Mit einem Wochenend-Einspielergebnis von 35 Millionen Dollar springt die Adaption einer TV-Serie aus den Achtzigern (lief als "Der Equalizer - Der Schutzengel von New York" in Deutschland bei RTL) souverän auf Platz eins der Kinocharts.

2. Verlierer der Woche

A propos Actionstars: Liam Neeson war auch schon mal populärer als in seinem jüngsten Werk, "A Walk Among the Tombstones", das von seinem sowieso nicht sehr starken Vorwochenergebnis stark abrutschte und am zweiten Wochenende in den Kinos nur noch 4,2 Millionen Dollar einspielte - Platz sieben.

3. Zahl der Woche

Aus Zehntausenden einzeln fotografierten Szenen besteht der Stop-Motion-Trickfilm "The Boxtrolls", der mit einem starken Kassenumsatz von 17,25 Millionen Dollar nur ganz knapp den zweiten Platz verpasst hat, auf den die Teenager-Dystopie "The Maze Runner" mit 17,5 Millionen landet. Die Trolle ziehen in dem Animationsfilm einen kleinen Jungen namens Eggs auf.

Deutschland

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"Who Am I - Kein System ist sicher": Virtuos virtuell
1. Gewinner der Woche

Tom Schilling und Elyas M'Barek zählen zu den Aufsteigern unter den deutschen Kinostars. Ihre Präsenz als Teil einer Hackerbande hat sicher mitgeholfen, dass der Cyber-Thriller "Who Am I - Kein System ist sicher" einen so dermaßen eindrucksvollen Start in den deutschen Kinos hinlegte. Mit 170.000 Besuchern ist der Film von Regisseur Baran Bo Odar gleich an "Sex Tape" vorbei auf Platz eins der deutschen Kinocharts geklettert - ein Erfolg, den nach Angaben von "Blickpunkt:Film" ein deutscher Thriller zuletzt in den Achtzigerjahren genießen durfte - damals mit Götz George als Schimanski.

2. Verlierer der Woche

Damals in den Achtzigern wäre es ein mittlerer Weltuntergang gewesen, wenn ein Film mit Otto Waalkes nur auf Platz sechs in den deutschen Kinocharts gelandet wäre. Doch auch heute müssen 55.000 Zuschauer für "Der 7bte Zwerg" ein recht harter Schlag sein, denn die beiden vorherigen 7-Zwerge-Filme des Komikers lockten laut GFK Entertainment 1,57 Millionen und 956.000 Zuschauer an.

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Meisterwerk "Phoenix": Aus dem Reich der Getöteten
3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Die internationale Kritik feiert "Phoenix", die neueste Zusammenarbeit von Regisseur Christian Petzold und Hauptdarstellerin Nina Hoss. Auch bei SPIEGEL ONLINE wurde der Film gefeiert dafür, endlich mit den Mitteln des klassischen Genrekino "die Grenzen des starren deutschen Geschichtskinos zu weiten". Ein Melodram vor dem Hintergrund des Holocaust also - das scheint allerdings doch einige Kinogänger abzuschrecken, denn "Phoenix" fand an seinem Startwochenende nur 16.500 Interessenten - Platz 18 in den Kinocharts. Nicht viel für ein Meisterwerk!

feb/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Greyjoy 29.09.2014
1.
Von Who Am I kenne ich nur den Trailer. Alllerdings war das seit sehr langer Zeit der erste Trailer der mir Lust darauf gemacht hat für einen deutschen Film im Kino Geld zu zahlen. Den werde ich mir mal geben. Wobei hier leider bei der Thematik die Gefahr besteht, dass der Film von und für Internetausdrucker gemacht wurde.
klugscheisser64 30.09.2014
2.
Absolut sehenswert! Das Drehbuch erfüllt mit seiner Mischung aus interessantem Plott (Wikileaks, Snowden, etc.), Humor (Vorsicht, Nerds!), Spannung, Action und unerwarteten Wendungen internationale Maßstäbe. Die Optik ist sehenswert, fast schon innovativ und speziell die beiden Hauptdarsteller charismatisch und speziell Tom Schilling absolut glaubwürdig in seiner Rolle als Underdog im wahren Leben und "Superheld" im virtuellen. Sidekick Wotan Wilke Möhring ist für manchen Lacher gut. Wenn ich es nicht besser wüsste, ich käme nicht auf den Gedanken, dass es sich hier um eine deutsche Produktion handeln könnte. Ein Highlight der Saison!
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