Box Office: Jennifer Aniston hängt alle ab

Jason Sudeikis und Jennifer Aniston in "Wir sind die Millers": Chaosfamilie Zur Großansicht
Warner Bros.

Jason Sudeikis und Jennifer Aniston in "Wir sind die Millers": Chaosfamilie

Familienkomödie schlägt Film für die ganze Familie: "Wir sind die Millers" heißt der turbulente Roadmovie mit Jennifer Aniston und Jason Sudeikis, der vor dem "Cars"-Ableger "Planes" auf Platz eins der deutschen Charts kommt. In den USA füllen die Fans der Boygroup One Direction die Kinos.

USA

1. Gewinner der Woche

Selten war eine Statistik weniger überraschend: Die Zuschauer der neuen Nummer eins der US-Kino-Charts sind zu 87 Prozent weiblich und 65 Prozent sind unter 17 Jahre alt. Klar, denn es geht um die neuen Posterboys der Mädchenzimmer, One Direction. Im Konzertfilm "One Direction: This Is Us" sind die Mitgliederder britischen Boygroup auch backstage zu sehen - dafür gaben nordamerikanische Teenagerinnen in drei Tagen 16,9 Millionen Dollar aus.

Da das Wochenende dank des montäglichen Labor Days verlängert ist, könnte es allerdings sein, dass über die ganzen vier Tage der Titelverteidiger, das Gesellschaftsdrama "The Butler", wieder an die Spitze klettert. Von Freitag bis Sonntag spielte der Film über einen Bediensteten im Weißen Haus 14,7 Millionen Dollar ein - und die Zuschauerzahlen des One-Direction-Films sind dem Branchendienst Box Office Mojo zufolge von Tag zu Tag rückläufig.

2. Verlierer der Woche

Der Gangsterfilm "The Getaway" von Sam Peckinpah ist ein Klassiker; unglaublich cool sahen Steve McQueen und Ali MacGraw in dem Film von 1972 aus, und wurden während der Dreharbeiten auch im wirklichen Leben ein Paar. 1994 gab es ein Remake: Kim Basinger wurde für ihre Rolle neben Alec Baldwin in der Neuverfilmung mit der "Goldenen Himbeere" als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet.

Womöglich droht nun Selena Gomez Ähnliches: Über den neuen "Getaway"-Film schrieb ein Kritiker in seinem Verriss, dass Beste an ihm sei, dass er nicht den ganzen Tag dauere, sondern nach 97 Minuten vorbei sei. Das weithin verrissene Werk, in dem das ehemalige Disney-Sternchen an der Seite von Ethan Hawke spielt, ist übrigens kein Remake des Peckinpah-Films. Doch das Interesse ist so oder so äußerst mäßig: Nur 4,5 Millionen Dollar spielte der Film an seinem Startwochenende ein, was einen enttäuschenden Platz neun in den Kinocharts bedeutet.

3. Zahl der Woche

347 - das ist die Zahl der Kinos, in denen die neue Nummer fünf der US-Kinocharts zu sehen war. Während "The Butler" und der drittplazierte Film "We're the Millers" in über 3000 Filmen gezeigt wurden, lief "Instructions Not Included" nur in einem Zehntel der Säle - und das ausschließlich in Gegenden mit hohen Hispano-Bevölkerungsanteilen.

Insofern ist der fünfte Platz und das Einspielergebnis von 7,5 Millionen Dollar unglaublich stark. "Instructions Not Included" ist eine zweisprachige Komödie über einen Sorgerechtsstreit, bei der der mexikanische Schauspieler Eugenio Derbez Regie führt, am Drehbuch mitschrieb und natürlich auch die Hauptrolle spielte.

"Box Office Mojo" verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die spanischsprachige Bevölkerung insgesamt 17 Prozent in den USA ausmache, aber 26 Prozent der regelmäßigen Kinogänger stelle. Da macht ein gezieltes Marketing für Hispanos natürlich Sinn.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Es ging ganz schön eng zu an der Spitze der deutschen Kinocharts an diesem Wochenende. Insgesamt sieben Filme erreichten sechsstellige Zuschauerzahlen. Ganz vorne startete schließlich die Road-Movie-Komödie "Wir sind die Millers" durch, in der sich die Figuren von Jason Sudeikis und Jennifer Aniston als Elternpaar einer erfundenen Chaosfamilie ausgeben. 215.000 Zuschauer wollten den turbulenten Film sehen; der zweitbeste Neustart, der "Cars"-Spinoff-Animationsfilm "Planes", kam auf 187.000 Zuschauer. Stark auch die 170.000 Zuschauer für die Verfilmung von Charlotte Roches Bestseller "Feuchtgebiete" - das sind nur 23.000 weniger als am vergangenen Wochenende zum Start.

2. Verlierer der Woche

Robert Schwentke hat es geschafft, sich als deutscher Regisseur in Hollywood durchzusetzen. Doch sein neuestes Werk, die Comic-Verfilmung "R.I.P.D. - Rest in Peace Department" zündet nicht so recht: 72.000 Zuschauer wollten Ryan Reynolds und Jeff Bridges in den Hauptrollen sehen - nur Platz acht.

Schlimmer erwischte es allerdings den britischen Regisseur Michael Winterbottom: Sein Biopic "The Look Of Love" über einen Rotlicht-Unternehmer verpasste die Top 20.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Auch die deutsche Komödie "Hans Dampf" war nicht unter den 20 meistgesehenen Filmen des Wochenendes, was bei der Low-Budget-Produktion von Christian Mrasek und Jukka Schmidt aber kaum verwundern kann. Doch die Aussteigergeschichte um den Kinodebütanten Fabian Backhaus ist ein großer Spaß, den sich Freunde kurioser Gestalten ruhig gönnen sollten.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Fassung des Artikels behaupteten wir, der aktuelle Film "Getaway" sei ein Remake von Sam Peckinpahs Werk aus dem Jahre 1972. Das ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

feb

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1. Getaway
spon-facebook-10000317957 02.09.2013
Getaway ist KEIN Remake des Peckinpah-Klassikers. Aber gut, warum sollte man dies recherchieren?
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