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Kinoklassiker "Titanic" in 3D: So plastisch ging sie noch nie unter

Von , London

Mit "Avatar" verhalf Cameron dem 3D-Kino zum Durchbruch. Jetzt bringt der Erfolgsregisseur auch seinen Kassenknüller "Titanic" in 3D auf die Leinwand - pünktlich zum 100. Jahrestag des Untergangs des Schiffes. Das Ergebnis ist Drama pur - und könnte mehr überarbeitete Klassiker nach sich ziehen.

"Titanic": Aufrüstung für die 3D-Ewigkeit Fotos
REUTERS/ 20th Century Fox

Als "Titanic" 1997 in die Kinos kam, schlug das dreistündige Liebes-Epos mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet alle Rekorde. Mit 200 Millionen Dollar Produktionskosten war es der teuerste Film aller Zeiten, und mit einem Einspielergebnis von 1,8 Milliarden Dollar auch der lukrativste.

Die Rekorde wurden 2010 von Regisseur James Cameron selbst wieder eingestellt - mit seinem nächsten Film "Avatar". Doch "Titanic" gilt trotzdem vielen bis heute als Nummer Eins, vor allem den Legionen weiblicher Fans. Darum bringt Cameron die Schnulze nun wieder in die Kinos - diesmal allerdings in 3D.

Ab 6. April wird die Geschichte von Jack und Rose zwischen Oberdeck und Unterdeck in noch größerer Pracht auf der Leinwand zu sehen sein. Das Timing ist clever gewählt, rund um den 100. Jahrestag der Schiffstragödie Mitte April wird die Geschichte der Titanic wieder in allen Medien präsent sein.

60 Wochen lang hat Cameron mit Digitalspezialisten jedes Einzelbild des Films in 3D umgewandelt. "Es war eine Höllenarbeit", sagte Filmproduzent Jon Landau bei einer Pressevorführung von Ausschnitten des neuen Films in London. Auch war es nicht billig: 18 Millionen Dollar hat die Operation gekostet - mehr als so manches Filmbudget.

Doch hat sich die Mühe gelohnt. Der Film wirkt vertraut - kein Wunder, da keine Szene verändert wurde - und zugleich irgendwie anders: Die stampfenden Motoren im Maschinenraum erscheinen noch riesiger, die Party auf dem Unterdeck noch wilder, und das Atlantikwasser, das durch die Kabinengänge rauscht, noch kälter. "Titanic ist ein Film, den man im Kino sehen muss", sagte Landau. "Und 3D erhöht das Drama. Wenn wir ihn noch mal drehen würden, würden wir ihn gleich in 3D drehen."

Leonardo DiCaprio soll begeistert sein

Technisch reicht "Titanic" an "Avatar" nicht heran. "Gelernt haben wir mehr bei Avatar", sagte Landau. Dennoch sei die Umwandlung eine große Herausforderung. Am schwierigsten seien Close-Ups und Szenen, in denen viel Kleinteiliges zu sehen sei, wie etwa ein Abendessen auf dem Oberdeck des Luxusliners: "Da stehen zwölf Gläser auf dem Tisch, und jedes muss in der richtigen Perspektive angeordnet werden".

Berichte, dass die Schauspieler DiCaprio und Winslet von dem Projekt nicht sonderlich angetan seien, wies Landau zurück. DiCaprio habe den Film bereits gesehen und sei begeistert. Winslet werde den Film bald vorgeführt bekommen. "Aber natürlich haben sie jetzt andere Prioritäten, ihre Karrieren haben sich weiterentwickelt", sagte der Produzent.

Wenn "Titanic 3D" ein Erfolg wird, wovon auszugehen ist, dann können sich die Kinobesucher schon auf weitere Neuauflagen von Klassikern einstellen. Als nächstes könnten Filme wie "Terminator" und "Aliens" folgen, sagt Landau. "Cameron würde das gern machen." Auch andere Regisseure wie Steven Spielberg und Peter Jackson denken über 3D-Versionen ihrer großen Epen nach - etwa "Jurassic Park" und "Lord of the Rings".

Auch an den nächsten Avatar-Filmen arbeiten Landau und Cameron bereits. Diese sollen die nächste Revolution im Kino einleiten: Wie der Film "The Hobbit" werden sie nicht mehr im traditionellen Format von 24 Bildern pro Sekunde gedreht, sondern mit der höheren Auflösung von 48 bis 60 Bildern pro Sekunde. "Die Bilder", verspricht Landau, "werden klar sein wie nie zuvor".

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