Kirill Serebrennikow Hausarrest von kremlkritischem Regisseur verlängert

Kirill Serebrennikow steht nach einem Gerichtsurteil weiter unter Hausarrest. Der regierungskritische Theatermacher wartet immer noch auf sein Gerichtsverfahren.

Kirill Serebrennikow im August 2017
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Kirill Serebrennikow im August 2017


Ein Moskauer Gericht hat den Hausarrest des russischen Theater-, Opern- und Filmregisseur Kirill Serebrennikow erneut verlängert. Der Leiter des renommierten Moskauer Gogol-Theaters darf seine Wohnung im Stadtzentrum für einen weiteren Monat nicht ohne Genehmigung verlassen und ist damit über ein Jahr fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten.

Der auch in Deutschland bekannte Regisseur war im August 2017 festgenommen worden. Ihm wird die Veruntreuung von staatlichen Fördergeldern in Höhe von 133 Millionen Rubel (rund 2 Millionen Euro) vorgeworfen. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Dreharbeiten zu Serebrennikows Film "Leto" ("Sommer"), der ohne ihn Premiere feiern musste.

Die Macher von Serebrennikows Film "Leto" bei der Filmvorführung in Cannes.
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Die Macher von Serebrennikows Film "Leto" bei der Filmvorführung in Cannes.

Der 48-Jährige, der mehrmals am berühmten Bolschoi-Theater inszenierte, weist die Vorwürfe der Veruntreuung seitdem immer wieder von sich. "Die andauernden Ermittlungen haben nichts ergeben, was meine einjährige Isolation von der Gesellschaft rechtfertigen oder meine Schuld beweisen könnte", sagte Serebrennikow der Agentur Tass zufolge im Gericht.

Unterstützer sprechen von dem Versuch, den Kremlkritiker und sein Künstlerumfeld einzuschüchtern. Bereit kurz nach der Verhaftung Serebrennikows hatte der Intendant der Berliner Schaubühne Thomas Ostermeier zur Solidarität aufgerufen, 34 Kunstschaffende und Schauspieler, darunter auch Cate Blanchett, schlossen sich an.

Serebrennikows Anwalt bezeichnete die ständige Verlängerung des Hausarrests als rechtswidrig und forderte eine Freilassung gegen Kaution. Das Gericht lehnte dies jedoch ab.

kko/dpa

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