Nach sieben Jahren Ausschluss Lars von Trier kehrt nach Cannes zurück

2011 war der dänische Regisseur Lars von Trier von den Filmfestspielen in Cannes verbannt worden, weil er sich als Nazi bezeichnet hatte. Dieses Jahr darf er dort seinen neuen Film zeigen.

Lars von Trier
AFP

Lars von Trier


Sieben Jahre lang war der einstige Cannes-Liebling Lars von Trier ("Antichrist", "Nymphomaniac") eine unerwünschte Person an der Croisette. Dieses Jahr findet die Verbannung ein Ende. Der dänische Regisseur, der sowohl mit seiner Person als auch seinen Filmen immer wieder provoziert, wird seinen neuen Film im Wettbewerb der Festspielausgabe 2018 präsentieren. Das meldet "Variety".

Der Serienkiller-Thriller "The House That Jack Built" läuft allerdings außer Konkurrenz. Es soll um einen Serienmörder gehen, der zwölf Jahre lang in Washington sein Unwesen treibt. Die Hauptrollen spielen Matt Dillon, Bruno Ganz und Uma Thurman.

Lars von Trier war 2011 bei der Pressekonferenz zu seinem Film "Melancholia" mit wirren Äußerungen aufgefallen. Scheinbar konfus, genervt und unvorbereitet hatte er sich in womöglich provokant gemeinten Äußerungen ergangen. Er könne Hitler verstehen, meinte von Trier, und er verstehe vieles an ihm. Nach bohrenden Nachfragen von Journalisten hatte er sich in den trotzigen Satz verrannt: "Okay, ich bin ein Nazi."

"Ich bin kein Nazi"

Kurz darauf wurde er für unbestimmte Zeit vom Cannes-Festival ausgeschlossen, sogar die Polizei verhörte ihn. Der Regisseur hatte sich nach dem Eklat mehrfach entschuldigt: "Ich mag ein Schwein sein, aber ein Nazi bin ich nicht." Von Trier hat die Entschuldigung seitdem vielfach wiederholt und er gelobte, nie wieder an einer Pressekonferenz teilnehmen zu wollen.

Der künstlerische Leiter von Cannes, Thierry Fremaux, hatte eine mögliche Rückkehr von Triers bereits in den vergangenen Tagen angedeutet. Ebenfalls bekannt wurde am Donnerstag, dass "The Man Who Killed Don Quixote" der Abschlussfilm der diesjährigen Festivalausgabe sein werde. Der Film von Regisseur Terry Gilliam ("Brazil", "12 Monkeys") ist als chaotischste Produktion in die Filmgeschichte eingegangen. Die Dreharbeiten begannen im Jahr 2000, wurden aber nach der Erkrankung des Hauptdarstellers, Unwettern und Finanzierungsproblemen abgebrochen. Diverse Versuche der Wiederaufnahme scheiterten. 17 Jahre später ist der Film nun doch noch fertig geworden.

Beinahe wäre das Drama um "Don Quixote" allerdings in eine weitere Verlängerung gegangen, weil der Produzent Paulo Branco, mit dem Gilliam im Streit liegt, eine Premiere in Cannes hatte verhindern wollen. Offensichtlich konnten die rechtlichen Probleme in letzter Minute beigelegt werden.

kae



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
phrasensport 21.04.2018
1. Wird auch Zeit!
Lars hat es verdient und seine Filme suchen Ihresgleich...
Denkste was 28.04.2018
2. Bin mal gespannt
Langweilig wird’s nicht
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